Leistungen für morgen – nachhaltig umsetzen: Abschluss des Forschungsprojekts „Nachhaltiges Innovationsmanagements"
Auf https://nachhaltiges-innovatio
spannende Unternehmens-Fallbeispiele, Innovationsmanagementmethoden und
Wissen für nachhaltigkeitsorientierte Innovation. Auf der
Abschlussveranstaltung im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und
Mobilität am 19.01.2026 zeigten das Institut für Management und Innovation
(IMI) der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen und
renommierte Unternehmen, wie entsprechende Lösungen gestaltet werden
können.
Mit der Informationsveranstaltung „Leistungen für morgen – nachhaltig
umsetzen“ fand am 19. Januar 2026 im Ministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz (MKUEM) in Mainz die
Abschlussveranstaltung des angewandten Forschungsprojekts „Nachhaltiges
Innovationsmanagement“ statt.
Das im Mai 2024 begonnene Projekt wurde vom hochschulzugehörigen Institut
für Management und Innovation (IMI) durchgeführt und vom MKUEM gefördert.
Darüber hinaus wurde das Projekt ebenfalls durch die Innovationsagentur
Rheinland-Pfalz sowie das Effizienznetz Rheinland-Pfalz EffNet®
unterstützt.
Im Mittelpunkt der Abschlussveranstaltung stand die Frage, wie Unternehmen
– insbesondere aus dem Mittelstand – Nachhaltigkeit systematisch in ihre
Innovationsaktivitäten integrieren können, um zukunftsfähige Produkte,
Prozesse und Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Nach Grußworten von Staatssekretär Michael Hauer vom
Klimaschutzministerium (MKUEM) sowie von Dr. Martin Hummrich vom
Wirtschaftsministerium (MWVLW) Rheinland-Pfalz stellten die
Verantwortlichen des IMI – vertreten durch Projektleiter Philipp Tachkov,
Projektmitarbeiterin Eileen Basler und Institutsleiter Prof. Dr. Rainer
Völker – die zentralen Ergebnisse des Forschungsprojekts vor. Herzstück
ist die kostenfrei zugängliche Informationsplattform https://nachhaltiges-
innovationsmanagement.de/, die sich insbesondere an mittelständische
Unternehmen richtet. Das Webportal bietet einen strukturierten Zugang zu
konkreten Unternehmensfallbeispielen erfolgreicher,
nachhaltigkeitsorientierter Innovationsprojekte, praxisnahen
Innovationsmethoden, sowie einem „Praxismodell des nachhaltigen
Innovationsmanagements“, das Orientierung entlang klassischer
Innovationsmanagement-Elemente bietet. Die Fallbeispiele zeigen Best
Practices Unternehmen – aus Mittelstand und Konzernen – und verdeutlichen,
wie Nachhaltigkeit als strategischer Treiber für Innovations- und
Wettbewerbsfähigkeit genutzt werden kann. Die Inhalte sind filterbar und
ermöglichen Nutzerinnen und Nutzern einen schnellen, bedarfsgerechten
Zugang zu relevanten Ansätzen. Das Angebot wird stetig ergänzt.
„Nachhaltiges Innovationsmanagement ist eine der zentralen Antworten auf
die aktuellen Herausforderungen, wie den Klimawandel, knapper werdende
Ressourcen und rasante technologische Entwicklungen, beispielsweise im
Bereich der Künstlichen Intelligenz. Es ist entscheidend für einen
notwendigen Paradigmenwechsel und verbindet langfristigen wirtschaftlichen
Erfolg mit ökologischer sowie sozialer Verantwortung“, sagte
Klimaschutzstaatssekretär Michael Hauer. „Ziel des Nachhaltigen
Innovationsmanagements liegt in der Entwicklung und Unterstützung
zukunftsweisender Geschäftsmodelle durch unsere rheinland-pfälzischen
Industrie- und mittelständischen Unternehmen und unsere Handwerksbetriebe.
Dazu bietet die zusammen mit unseren Unternehmenspartnern und der
Hochschule Ludwigshafen erstellte Plattform zur praxisorientierten
Umsetzung konkreter Unternehmensbeispiele eine ganz konkrete
Unterstützung“ so Hauer weiter, der im Bereich „Business Model Innovation“
auch persönlich einschlägige Erfahrung mit in die Veranstaltung
einbrachte.
Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung waren Impulsvorträge aus der
Unternehmenspraxis. Vertreterinnen und Vertreter von vier Unternehmen, die
als Praxispartner aktiv zum Forschungsprojekt beigetragen haben, gaben
Einblicke in ihre Innovationsarbeit an der Schnittstelle von
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit:
Dr. Jens Findeisen, Leiter Entwicklung bei der KÜBLER GmbH Energiesparende
Hallenheizungen aus Ludwigshafen, referierte zu Unterschieden und
Einsparpotentialen beim Beheizen großer Hallen im Vergleich zu klassischem
Wohnungsbau, zur historischen Entwicklung der Firma und ihrer Produkte
sowie der spezifischen Innovationsaktivitäten und betriebsinternen
Strukturen, die Innovation bei der KÜBLER GmbH ermöglichen. Zudem zeigte
er auf, wie die KÜBLER GmbH mit ihrer neuesten Innovation, der FUTURA-
Hallenheizung, neue Wege geht. Diese kann mit Strom, Gas oder Wasserstoff
betrieben werden und integriert gleichzeitig die Hallenbeleuchtung.
Anja Rohr, Head of ESG Excellence der WEPA Hygieneprodukte GmbH mit Sitz
in Mainz, klärte über die Problematiken im Zusammenhang mit der Nutzung
von Frischfasern in Hygienepapieren auf und berichtete von WEPA’s
innovativem Recycling-Hygienepapier aus entsorgten Kartonagen, deren
Verfügbarkeit als Recycling-Rohstoff durch den steigenden, weltweiten
Online-Handel gegeben ist. Darüber hinaus gab sie dem Publikum weitere
interessante Einblicke in weitere Innovationsmöglichkeiten, die WEPA
aktuell verfolgt, wie etwa in den Bereichen alternativer Rohstoffe (z. B.
Paludi, Miscanthus) oder erweiterter stofflicher Nutzung von
Papierschlämmen im Anwendungsbereich des Möbel- und Messebaus.
Christoph Sepp, Produktmanager Pure Water by Zahnen bei der Zahnen Technik
GmbH, Arzfeld, erläuterte, welche Lösungen für die industrielle
Wasserbehandlung (z.B. in Kläranlagen) bereitgestellt werden und machte
die Bedeutung der nachhaltigkeitsorientierten Vision („Weil jeder das
Recht auf sauberes Wasser hat“) für die Unternehmensführung, -kultur und
die damit verbundenen Innovationsaktivitäten deutlich. Darüber hinaus gab
er spannende Einblicke in konkret angewandte Innovationsmethoden und
daraus entstandene Lösungen, wie etwa die Entwicklung einer Technologie
für die vierte Reinigungsstufe, die u.a. verschiedenste Spurenstoffe (z.
B. Medikamentenrückstände) aus dem behandelten Wasser entfernt.
Daniel Spang, Innovation Expert bei Corporate Innovation der RENOLIT SE,
Worms, gewährte Einblick in die strategischen Elemente sowie der
Innovationsarbeit des Unternehmens. Dabei betonte er die Bedeutung einer
systematischen Herangehensweise (z.B. mittels Stage-Gate-Prozess), um
zukunftsfähige, nachhaltigkeitsorientierte Lösungen entwickeln zu können,
die am Markt bestehen können. In diesem Zusammenhang referierte er zu
konkreten nachhaltigen Innovationen wie der Entwicklung und
Markteinführung einer biobasierten PVC-Folie und gab einen Ausblick auf
die Innovationspipeline.
Die spannenden Beiträge verdeutlichten anschaulich, wie nachhaltige
Innovationen erfolgreich umgesetzt werden, welche Fähigkeiten Unternehmen
dafür benötigen und welche externen wie internen Faktoren beachtet werden
müssen.
Das MKUEM erhofft sich eine rege Nutzung des Webportals, insbesondere von
mittelständischen Unternehmen. „Die Beispiele im Portal zeigen, dass sich
in Rheinland-Pfalz bereits viele Unternehmen mit der Kombination von
Innovation und Nachhaltigkeit auseinandersetzen und Nachhaltigkeit nicht
als Ballast durch Regulatorik empfinden, sondern als Instrument,
Innovationen so zu gestalten, dass damit ihre Wettbewerbsfähigkeit
gesichert wird“, so die ReferentInnen des MKUEM, die das Projekt begleitet
haben.
Das Institut für Management und Innovation (IMI) der Hochschule für
Wirtschaft und Gesellschaft (HWG) Ludwigshafen arbeitet als
anwendungsorientierte betriebswirtschaftliche Forschungs- und
Transfereinrichtung seit über 20 Jahren erfolgreich mit namhaften
Unternehmenspartnern und öffentlichen Institutionen zusammen. Seit 2017
bündelt es die Hochschulkompetenzen in den Bereichen Strategisches
Management, Innovations- und Nachhaltigkeitsmanagement sowie Business
Development.
