Hochschule Bochum definiert Forschungsschwerpunkte neu
Nach dem Zusammenschluss mit der Hochschule für Gesundheit hat die
Hochschule Bochum ihre Forschungsschwerpunkte neu ausgerichtet.
Im Zuge des Zusammenschlusses der Hochschule Bochum mit der ehemaligen
Hochschule für Gesundheit hat die Hochschule ihr Forschungsprofil neu
ausgerichtet. Im Mittelpunkt drei zentrale Themen unserer Zeit:
datengetriebene Innovationen und intelligente Technologien, nachhaltige
Ressourcennutzung sowie Gesundheitsversorgung und Community Health.
Schwerpunkte liegen auf gesellschaftlichen Herausforderungen.
„Die Neudefinition der Forschungsschwerpunkte war ein wichtiger
strategischer Schritt im ersten Jahr nach dem Zusammenschluss. Inzwischen
zeigt sich in konkreten Forschungsprojekten, wie diese Ausrichtung wirkt
und interdisziplinäre Zusammenarbeit zu Lösungen für gesellschaftliche
Herausforderungen führt“, so Prof. Dr. Jörg Frochte, Vizepräsident für
Forschung, Digitalisierung & Internationalisierung an der Hochschule
Bochum.
Der Forschungsschwerpunkt Data-Driven & Smart Technologies bündelt
Kompetenzen rund um datenbasierte Methoden, künstliche Intelligenz und
intelligente Systeme. Die Forschung zielt darauf ab, komplexe Prozesse
mithilfe moderner digitaler Technologien besser zu verstehen, zu steuern
und nachhaltig zu optimieren. Das Forschungsprojekt DiKomAll zeigt dabei
exemplarisch, wie digitale Beteiligungsverfahren für Menschen mit
kognitiven Beeinträchtigungen zugänglicher gestaltet werden können.
Grundlage ist die Weiterentwicklung eines Kartenwerkzeugs zur
verständlicheren Aufbereitung von Informationen. „Wir bauen auf der Open-
Source-Anwendung KomMonitor auf, die bereits von vielen Kommunen in NRW
genutzt wird“, erklärt Prof. Dr. Carsten Keßler aus dem Fachbereich
Geodäsie, der das Projekt gemeinsam mit Verbundkoordinatorin Prof. Dr.
Heike Köckler aus den Gesundheitswissenschaften betreut.
Fragen der nachhaltigen Nutzung von Ressourcen über den gesamten
Lebenszyklus von Produkten stehen im Forschungsschwerpunkt Resources &
Sustainability im Mittelpunkt. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt
KREISRAD, das unter der Leitung von Prof. Dr. Semih Severengiz am Labor
für Nachhaltigkeit in der Technik am Fachbereich Elektrotechnik und
Informatik, unterschiedliche End-of-Life-Strategien für E-Lastenräder
untersucht. Ziel ist es, systematisch zu analysieren, welche Komponenten
wie lange nutzbar sind, wann sie ausfallen und in welcher Form Reparatur,
Wiederaufbereitung und Wiederverwendung sinnvoll sind. Das Projekt wird
gemeinsam mit Industriepartnern aus der E-Lastenrad-Produktion und der
Wiederaufbereitung sowie mit der Bergischen Universität Wuppertal
umgesetzt.
Interdisziplinäre Projekte als Motor der neuen Forschungsstrategie
Mit dem dritten Forschungsschwerpunkt Health Care Research & Community
Health stärkt die Hochschule Bochum insbesondere jene Forschungsfelder,
die durch den Zusammenschluss mit der Hochschule für Gesundheit neu
hinzugekommen sind. Der Schwerpunkt richtet den Blick auf
Gesundheitsversorgung, Prävention und Gesundheitsförderung – von der
individuellen Ebene bis hin zu Bevölkerungsgruppen und sozialen Räumen.
Wie diese Ausrichtung konkret Gestalt annimmt, zeigt stellvertretend das
Forschungsprojekt „Exoskelette für Pflegende in der stationären
Altenpflege“, in dem Dr. Stefan Dowiasch, Vertretungsprofessor für
Medizinprodukte & -technologien am Fachbereich für Pflege-
Hebammenwissenschaft und Therapiewissenschaften gemeinsam mit weiteren
Partnerhochschulen eine Studie zur Unterstützung von Pflegekräften durch
den Einsatz eines Exoskeletts in der stationären Langzeitpflege
durchführt. Das Ziel ist es, die körperlich anstrengenden Tätigkeiten in
der Pflege mit technischen Hilfsmitteln zu unterstützen und so
beispielsweise Rückenschmerzen vorzubeugen.
„Entscheidend für die Weiterentwicklung von Forschung und Transfer an der
gemeinsamen Hochschule ist, dass wir interdisziplinär über Standorte und
Disziplinen hinweg denken“, sagt Prof. Dr. Jörg Frochte.
