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Süßes Gift: DEGAM begrüßt Gesetzesinitiative zur Zuckersteuer

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Seit Jahren fordert die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und
Familienmedizin (DEGAM) mehr Einsatz für die Verhältnisprävention. Nun
gibt es eine neue Gesetzesinitiative zur Einführung einer bundesweiten
Steuer für besonders zuckerhaltige Lebensmittel. Die DEGAM begrüßt diese
Initiative ausdrücklich.



Ende Dezember 2025 hat Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-
Holstein, Pläne für eine bundesweite Zuckersteuer angekündigt. Laut
Medienberichten will der Ministerpräsident im ersten Quartal 2026 eine
entsprechende Bundesratsinitiative anstoßen.

Die DEGAM unterstützt diese Pläne und die vorgeschlagene Besteuerung von
besonders zuckerhaltigen Lebensmitteln. „Es ist höchste Zeit, dass
Deutschland in der Verhältnisprävention endlich aufholt. Dass es mehr
bringt, langfristig auf Änderungen der Verhältnisse zu setzen, als
individuelle Verhaltensänderungen zu fördern, ist international längst
anerkannt. Eine Zuckersteuer wäre für Deutschland ein Schritt in die
richtige Richtung, hin zu mehr Verhältnisprävention“, kommentiert Prof.
Eva Hummers, Präsidentin der DEGAM.

Zucker begünstigt chronische Erkrankungen

Warum sich die DEGAM für die Gesetzesinitiative einsetzt, hat die Sektion
Prävention der DEGAM in einem aktuellen Statement zusammengefasst: Ein
übermäßiger Konsum von Zucker ist mit der Entstehung zahlreicher
chronischer Erkrankungen wie zum Beispiel Typ-2-Diabetes, kardiovaskulärer
Erkrankungen, Karies und Adipositas assoziiert. Auch auf die
epidemiologischen Auswirkungen macht die DEGAM aufmerksam: Die genannten
Erkrankungen gehen nicht nur mit erheblichem individuellem Leid,
eingeschränkter Lebensqualität und reduzierter Lebenserwartung einher,
sondern verursachen zugleich hohe direkte und indirekte Kosten für das
Gesundheitssystem und die Gesellschaft insgesamt.

Prof. Bettina Engel, Sprecherin der Sektion Prävention, erklärt: „Wir
Hausärztinnen und Hausärzte sehen jeden Tag die Folgen des erhöhten
Zuckerkonsums in unseren Praxen. Wir sehen auch, dass es in der Regel sehr
schwer ist, das individuelle Verhalten zu ändern, wenn ungesunde
Lebensmittel am preiswertesten sind und außerdem intensiv beworben werden.
Denn es ist mit dem Zucker doch ähnlich wie mit dem Rauchen: Alle wissen,
dass es ungesund ist. Aber da der Zuckergehalt in Lebensmitteln oft
versteckt und für den Verbraucher nur schwer erkenntlich ist, fällt es
besonders schwer, eine ‚gesündere‘ Entscheidung zu treffen.“

Soziale Aspekte mitdenken

Vor diesem Hintergrund spricht sich die DEGAM für regulatorische Maßnahmen
zur Reduktion des Zuckerkonsums aus. Internationale Erfahrungen, unter
anderem aus Großbritannien, zeigen, dass Maßnahmen wie eine Zuckersteuer
zu einer signifikanten Reduktion des Zuckergehalts in verarbeiteten
Lebensmitteln geführt haben.

Wichtig sei auch der Aspekt der sozialen Gerechtigkeit, ergänzt Dr. Ilja
Karl, stellvertretender Sektionssprecher Prävention der DEGAM: „Die
individuelle Verhaltensprävention erreicht selten die Menschen mit dem
höchsten Krankheitsrisiko, die oft in sozial schwierigen Rahmenbedingungen
leben. Mit Steuern auf ungesunde Lebensmittel, die zu den Klassikern der
Public-Health-Maßnahmen gehören, erreichen wir aber alle sozialen Milieus.
Deshalb ist die vorgesehene Steuer auf Nahrungsmittel mit besonders hohem
Zuckergehalt ein wichtiger Baustein für mehr soziale Gerechtigkeit in der
Prävention.“

Hier kommen Sie zum Statement der DEGAM zur Einführung einer Zuckersteuer:
https://tinyurl.com/4cf3ea2t