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Forschungskooperation zwischen Bochum, Salzburg und Hallein zur Geschichte des Salzabbaus am Dürrnberg

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Salzburg trägt seinen Namen nicht umsonst – der Salzabbau in der Region
hat eine lange Geschichte. Ein Kooperationsvertrag zwischen der Ruhr-
Universität Bochum, dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, der Salzburg
Museum GmbH sowie dem Keltenmuseum Hallein soll nun dazu beitragen, die
Funde zahlreicher Grabungen am Dürrnberg wissenschaftlich nutzbar zu
machen.

Der Dürrnberg – etwa 20 Kilometer südlich von Salzburg gelegen – war in
der späten Eisenzeit eine Hochburg des Salzbergbaus. Vor etwa 2.600 Jahren
besiedelten die Kelten diese Gegend; die unterirdischen Salzvorkommen
waren ihre Lebensgrundlage. Heute zählt der Dürrnberg zu einem der
bedeutendsten Fundorte aus der vorrömischen Eisenzeit. Dessen Geschichte
wollen Archäologinnen und Archäologen aus Bochum, Salzburg und Hallein nun
systematisch erschließen. Zu diesem Zweck haben die Ruhr-Universität
Bochum, das Deutsche Bergbau-Museum Bochum, die Salzburg Museum GmbH und
das Keltenmuseum Hallein im Dezember 2025 einen Kooperationsvertrag
geschlossen.

Die strategische Forschungskooperation ist auf zehn Jahre ausgelegt. Prof.
Dr. Thomas Stöllner von der Ruhr-Universität Bochum und dem Deutschen
Bergbau-Museum koordiniert das Forschungsprogramm.

Zahlreiche Funde aus Grabungen

In den vergangenen Jahrzehnten haben Grabungen am Dürrnberg zahlreiche
Funde zutage gefördert. Diese wollen die Partner nun systematisch
analysieren und wissenschaftlich beschreiben. Um die Objekte für andere
Projekte zugänglich zu machen, planen sie eine physische Ablage nach den
Regeln für museale Nutzung sowie den Aufbau eines digitalen
Datenrepositoriums. Wissenslücken will das Team mit gezielten Grabungen
schließen. Zudem ist eine übergreifende Interpretation aller Funde vom
Dürrnberg geplant, wobei die Forschenden die Erkenntnisse auch in die
europäische Eisenzeitforschung integrieren möchten.

„Der Dürrnberg zählt zu den bedeutendsten Fundorten der keltischen
Eisenzeit in Mitteleuropa“, sagt Thomas Stöllner. Seit etwa 600 vor
unserer Zeitrechnung hat der Dürrnberg rund 500 Jahre maßgebliche Teile
Mitteleuropas mit Salz versorgt.“ Seine Bewohnerinnen und Bewohner waren
durch den Salzhandel mit weiten Teilen Europas verbunden. Der Bergbau, das
Handwerk, der Handel und die vielen fremden Gesichter machten ihn zu einem
für viele Menschen anziehenden und zentralen Ort für Kommunikation und
Wohlstand. „Ich selbst konnte hier seit meiner Schülerzeit in den 1980er-
Jahren mitarbeiten und bereits Anfang der 1990er-Jahre Projekte
durchführen“, ergänzt Stöllner. „Das hat meine wissenschaftliche Laufbahn
stets bereichert. Dass ich die Gelegenheit bekomme, an der weiteren
wissenschaftlichen Entwicklung gestaltend mitzuwirken, freut dann
natürlich sehr.“

„Mit der Forschungskooperation möchten wir gegenseitig vom Know-how der
beteiligten Institutionen profitieren und Synergien durch den
Ressourceneinsatz ermöglichen. Prof. Dr. Thomas Stöllner begleitet den
Dürrnberg durch seine Berufsbiografie seit Jahrzehnten als Experte für
Montanarchäologie und ist seit 2013 Mitglied im wissenschaftlichen Beirat
des Keltenmuseum Hallein“, erläutert Florian Knopp, der Leiter des
Keltenmuseum Hallein.

Prof. Dr. Martin Hochleitner, Geschäftsführer Salzburg Museum GmbH,
unterstreicht die Vernetzung von Forschung und musealen Angeboten: „Die
kontinuierliche weitere Bearbeitung der Sammlungsbestände ist ein
wesentliches Element der Museumsarbeit und ermöglicht es, neue Zugänge und
Blickwinkel in die Ausstellung einfließen zu lassen. Mit der Kooperation
soll auch eine neue Generation von Archäologinnen und Archäologen
gefördert werden. Damit wird der Dürrnberg auch zukünftig in ein
länderübergreifendes Forschungsnetzwerk eingebunden.“

Über die Institutionen

Das Keltenmuseum Hallein wurde dank eines umfangreichen Sammlungsbestandes
mit überregionaler Bedeutung 1970 in der österreichischen Stadt Hallein am
Fuße des Dürrnbergs gegründet. Seit 2000 wird das Museum von der Stadt
Hallein und vom Land Salzburg paritätisch getragen. Mit der
Betriebsführung durch die Salzburg Museum GmbH ab 2012 erfolgte eine noch
engere Anbindung an das Land Salzburg. Damit einher ging die Einbindung
der Forschungstätigkeit in den Museumsbetrieb.

Bereits seit dem Jahr 2000 forschen Teams vom Deutschen Bergbau-Museum
Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen und von der Ruhr-
Universität Bochum in der Region zum prähistorischen Salzbergbau. Die
intensive Publikationstätigkeit der vergangenen zwölf Jahre soll im Rahmen
der neuen Partnerschaft ausgebaut werden.