Universität Heidelberg: Neuer Masterstudiengang Populärkulturen
Interdisziplinäres Angebot verbindet Forschung und Praxis – Start zum
Sommersemester 2026. Mit Populärkulturen und ihrer Funktion innerhalb von Gesellschaften
befasst sich vom Sommersemester 2026 an ein neuer Masterstudiengang an der
Universität Heidelberg. Von Musik, Literatur, Kunst, Film und Fernsehen
über Mode bis hin zu Social Media: Populärkulturen sind vielfältige
Ausdrucksformen von Medien, die durch ihre Verbreitung eine weltweite
Bedeutung erlangen.
Angesiedelt an der Neuphilologischen Fakultät, richtet
sich der neue Studiengang an Bachelor-Absolventinnen und Bachelor-
Absolventen aus geisteswissenschaftlichen Fächern. Durch seine
interdisziplinäre Ausrichtung ermöglicht er sowohl die forschungsbasierte
Auseinandersetzung mit massenmedialen Phänomenen als auch eine klare
Praxis- und Berufsorientierung.
Im Mittelpunkt des Studiengangs stehen kulturelle Erzeugnisse,
Alltagspraktiken und gesellschaftliche Phänomene, die in Europa und den
USA seit spätestens dem 19. Jahrhundert mit dem Aufstieg der Massenmedien
zu beobachten sind. Sein Schwerpunkt liegt auf der Verbreitung von
populärkulturellen Artefakten vor allem in der Moderne; thematisiert
werden aber auch Popularisierungseffekte bis in die Vormoderne hinein.
„Mit dem neuen Lehrangebot vereinen wir bestehende Ansätze aus
verschiedenen geisteswissenschaftlichen Studiengängen mit text-, bild-,
medien- und musikwissenschaftlichen Verfahren und Methoden“, erklärt Prof.
Dr. Henry Keazor vom Institut für Europäische Kunstgeschichte der
Universität Heidelberg. Er hat den neuen Studiengang gemeinsam mit Dr.
Alexandra Vinzenz (Europäische Kunstgeschichte), Prof. Dr. Andrea Albrecht
(Germanistik) und Prof. Dr. Daniel Winkler (Romanistik) initiiert. Die
Zusammenführung von Perspektiven aus diesen Kernfächern soll es
Studierenden ermöglichen, interdisziplinär und intermedial Bild-, Text-
und Musikanalysekompetenzen zu entwickeln.
Der konsekutive und auf vier Semester angelegte Studiengang richtet sich
an Bachelor-Absolventinnen und Bachelor-Absolventen, die bereits
Grundwissen in einem literaturwissenschaftlichen, kunstgeschichtlichen,
musik- oder kulturwissenschaftlichen Fach erworben haben und ihre
Kenntnisse über Populärkulturen vertiefen möchten. Die Studierenden können
zwischen zwei Verlaufsvarianten wählen – einer stärker
forschungsorientierten Variante sowie einem Studienverlauf mit
integrierter Praktikums- und Mobilitätsoption im dritten Semester. „Wir
wollen die Studierenden in ihrer Berufsorientierung unterstützen und
bieten dafür verschiedene Praktikumsoptionen im In- und Ausland an, etwa
bei Kultureinrichtungen oder Verlagen“, erläutert Prof. Winkler.
Profitieren können die Studierenden von der Anbindung an Einrichtungen wie
die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, die Pädagogische
Hochschule Heidelberg, die Popakademie Mannheim oder das Deutsche
Filminstitut und Filmmuseum in Frankfurt am Main. Hinzu kommen enge
Kontakte zu Kultureinrichtungen in Heidelberg und der Region, so zu
Theatern, Museen und Festivals, dem Deutsch-Amerikanischen Institut oder
dem Hip-Hop-Archiv. Der Masterstudiengang qualifiziert für vielfältige
Tätigkeiten im Kultur- und Medienbereich, etwa in Kulturmanagement,
Verlagen, Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit, ebenso wie in
Erwachsenenbildung, Museumspädagogik und Tourismus. Er kann auch die
Grundlage bilden für eine anschließende Promotion.
