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Erster Sonderforschungsbereich zur männlichen Infertilität: DGA e.V. begrüßt Millionen-Förderung der DFG

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Millionen für die Erforschung der männlichen Infertilität:
Die Deutsche Gesellschaft für Andrologie e.V. (DGA) begrüßt die
Entscheidung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), den ersten
Sonderforschungsbereich zum Thema Reproduktionsbiologie und Ursachen
männlicher Unfruchtbarkeit einzurichten, als großen Erfolg für die
Reproduktionsmedizin.

Der Forschungsverbund „Molekulare Pathomechanismen männlicher
Infertilität“ der Universität Münster wird mit rund vierzehn Millionen
Euro gefördert. In ganz Deutschland etabliert die DFG zur weiteren
Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen in ihrem aktuellen
Beschluss insgesamt neun neue Sonderforschungsbereiche und verlängert die
Förderung für 32 bestehende Forschungsverbünde.

„In Deutschland ist jedes sechste Paar von Unfruchtbarkeit betroffen, die
Zahl der Fertilitätsbehandlungen steigt, und obwohl die Ursache für eine
ungewollte Kinderlosigkeit in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann liegt,
ist die männliche Infertilität längst nicht ausreichend erforscht“, sagt
DGA-Pressesprecher Dr. Jann-Frederik Cremers. Deshalb sei die Einrichtung
des ersten Sonderforschungsbereichs der DFG zur männlichen Infertilität
ein großer Erfolg und wichtiger Auftakt, um interdisziplinäre
Forschungsergebnisse zu Fertilitätsstörungen des Mannes zu generieren und
die Versorgung unfruchtbarer Paare zu verbessern.

Auch Prof. Dr. Frank Tüttelmann, Direktor des Centrums für Medizinische
Genetik der Universität Münster und Sprecher des neuen
Sonderforschungsbereichs, betont, dass bisher insgesamt zu wenig zu den
Grundlagen und Ursachen der Unfruchtbarkeit geforscht wurde, weshalb auch
die Pathomechanismen für die Infertilität beim Mann noch nicht ausreichend
verstanden seien. Unter der Leitung von Prof. Tüttelmann sowie den
Naturwissenschaftler:innen Prof. Dr. Timo Strünker und Prof. Dr. Nina
Neuhaus, beide Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie (CeRA),
Universität Münster und Universitätsklinikum Münster, will der neue
Sonderforschungsbereich erforschen, welche genetischen, molekularen und
zellulären Mechanismen die Hodenfunktion, die Spermienbildung und
-qualität, die Befruchtung sowie die frühe Embryonalentwicklung
beeinflussen können. Erkenntnisse sollen schnell in die klinische Praxis
überführt werden, um frühzeitige, präzise Diagnosen von männlicher
Unfruchtbarkeit, personalisierte Behandlungen und eine bessere Versorgung
von unfruchtbaren Paaren zu ermöglichen. Nach Tüttelmanns Worten könne
damit vornehmlich die Situation der Partnerinnen von unfruchtbaren Männern
verbessert werden, denn sie trügen bislang die meisten Risiken und Lasten
bei der Behandlung der Fertilitätsstörungen.

Mehr Forschungsförderung im Bereich der Reproduktion fordert die Deutsche
Gesellschaft für Andrologie e.V. seit Langem. „Angesicht der großen und
doch unterschätzten gesellschaftlichen Bedeutung der Reproduktionsmedizin
in Deutschland sendet der neue Münsteraner Sonderforschungsbereich zur
Erforschung der männlichen Infertilität ein wichtiges Signal“, sagt DGA-
Präsidentin Prof. Dr. Sabine Kliesch. Die Klinikchefin der Andrologie des
CeRA unterstreicht, dass die Zielsetzung, mithilfe neuer
wissenschaftlicher Erkenntnisse aufseiten des Mannes unnötige invasive
Maßnahmen in der Kinderwunschbehandlung zu vermeiden, eine hohe
Dringlichkeit besitzt.  „Dabei ist es von erheblicher Relevanz für die
künftige Versorgung betroffener Paare, dass dieser Sonderforschungsbereich
parallel zur Grundlagenforschung eine schnelle Translation neuer
Erkenntnisse in die klinische Praxis anstrebt“, so Prof. Kliesch.