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Beteiligung in der kommunalen Planung: Hochschulallianz Ruhr startet Weiterbildung zu digitalen Partizipationsformaten

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Die Hochschulallianz Ruhr bietet ab März 2026 einen Zertifikatskurs zur
digitalen Partizipation in kommunaler Planung und Gesundheitsförderung an.
Die Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte aus Verwaltung, Sozial- und
Gesundheitswesen, Stadtplanungsbüros sowie an alle, die
Beteiligungsprozesse moderieren. Vermittelt werden digitale Methoden wie
Online-Beteiligung, digitale Kartentische oder Photovoice, mit dem Ziel,
Beteiligung inklusiver und breiter zugänglich zu machen. Der Kurs
kombiniert Online-Lernen mit zwei Präsenzphasen und schließt mit einem
Hochschulzertifikat ab.



Herne, 02. Dezember 2025. Die Hochschulallianz Ruhr (HAR) bietet ab März
2026 den Zertifikatskurs „Digitale Partizipation in kommunaler Planung und
Gesundheitsförderung“ an. Die Weiterbildung vermittelt digitale Methoden,
die mehr gesellschaftliche Gruppen in kommunale Entscheidungsprozesse
einbinden. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.
Dass sich nur ein kleiner Teil der Einwohnerinnen und Einwohner an
kommunalen Entscheidungen beteiligt, ist allgemein bekannt. Dies verzerrt
die gesamtgesellschaftlichen Interessen und die öffentliche Meinung –
marginalisierte Gruppen bleiben häufig außen vor. Mit ihrer neuen
Weiterbildung vermittelt die HAR (ein Zusammenschluss der Hochschulen
Bochum, der Fachhochschule Dortmund und der Westfälischen Hochschule)
digitale Partizipationsformate, die Kommunen und Planungsbüros dazu
befähigen, ein breiteres Spektrum gesellschaftlicher Gruppen zu erreichen.
„Die Teilnehmenden lernen verschiedene digitale und innovative Formen von
Partizipation kennen – von formellen und informellen Verfahren bis hin zu
selbstorganisierten Prozessen“, sagt Prof. Dr. Heike Köckler, Leiterin des
Zertifikatskurses und Professorin für Sozialraum und Gesundheit im
Fachbereich Gesundheitswissenschaften an der Hochschule Bochum.
Schwerpunkt der Weiterbildung sind digitale Methoden wie georeferenzierte
Online-Befragungen, Photovoice, digitale Kartentische oder Planspiele
(siehe Infobox). „Wir vermitteln das Know-How, um digitale
Beteiligungsformate eigenständig zu konzipieren, umzusetzen und kritisch
zu bewerten“, führt Köckler aus. Dabei behandelt die HAR auch die Grenzen
der digitalen Beteiligung für verschiedene Gruppen, z.B. für ältere
Menschen, die mit digitalen Medien weniger in Berührung kommen. Mit diesen
Barrieren umzugehen ist ebenfalls Teil des Weiterbildungsangebots. In dem
Kurs vereint die HAR die Expertise von drei Hochschulen und den aktuellen
Forschungsstand, um Partizipationsformate inklusiver zu gestalten.
Berufsbegleitend geeignet durch Hybridmodell
Die Weiterbildung startet mit einem Online-Auftakt am 9. März 2026 und ist
mit dem Berufsalltag vereinbar. Sie kombiniert digitale Lernmodule im
Selbststudium mit zwei Präsenzblöcken von je zwei Tagen vor Ort in Bochum.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein Hochschulzertifikat
mit sechs ECTS-Punkten, die für ein späteres Studium angerechnet werden
können. Eine akademische Vorausbildung ist für die Weiterbildung nicht
erforderlich.
Interessierte finden auf der Website der Hochschulallianz Ruhr unter
www.hochschulallianz.ruhr/digitale-partizipation/ die Termine, weitere
Informationen und Anmeldemöglichkeiten zum Kurs „Digitale Partizipation in
kommunaler Planung und Gesundheitsförderung“. Anmeldeschluss ist der 12.
Februar 2026.

Von selektiv zu inklusiv
„Beteiligungsrechte und -formate spielen schon seit Jahrzehnten eine große
Rolle“, so Köckler. Doch nicht alle Einwohnerinnen und Einwohner erfahren
von den Einladungen zur Beteiligung oder haben die Möglichkeit, diese
wahrzunehmen. „Die digitalen Anwendungen erleichtern den Zugang“, sagt
Köckler. „So können alle, die Beteiligungsprozesse konzipieren und
begleiten, mehr Menschen beteiligen – und so die demokratische
Entscheidungsfindung fördern.“

[Zusatzmaterial] Infobox: Erläuterung der Methoden
Georeferenzierung: Beiträgen und Interessen von Bürgern werden
geografische Koordinaten und damit konkrete Räume zugewiesen, auf die sie
sich beziehen.
Photovoice: Teilnehmende dokumentieren ihre Umgebung oder ihren Alltag mit
Fotos und nutzen diese als Grundlage für Diskussionen und Reflexionen.
Diese Methode macht Anliegen visuell und greifbar.
Digitale Kartentische: Interaktive digitale Kartenwerkzeuge, die es
erlauben, komplexe planerische Informationen und Daten visuell zugänglich
und verständlich zu machen oder Anliegen direkt am entsprechenden Standort
einzutragen.
Planspiele: Planspiele sind modellhafte Simulationen realer oder fiktiver,
meist komplexer Situationen, bei denen Teilnehmende in unterschiedlichen
Rollen eigene Entscheidungen treffen und die Auswirkungen ihres Handelns
erleben können.
Über die Hochschulallianz Ruhr
Die Hochschulallianz Ruhr ist ein Zusammenschluss der Hochschule Bochum,
der Fachhochschule Dortmund und der Westfälischen Hochschule in
Gelsenkirchen – drei forschungsstarken Hochschulen für angewandte
Wissenschaften im Ruhrgebiet. Seit 2020 bündeln sie unter dem Dach der
Allianz ihre Kompetenzen in Lehre, Forschung und Transfer, um die
Transformation der Region aktiv und nachhaltig mitzugestalten. Mit
praxisnaher Ausbildung, angewandter wissenschaftlicher Exzellenz und
zahlreichen geförderten Projekten tragen die Partnerhochschulen
entscheidend zur Innovations- und Zukunftsfähigkeit der Metropolregion
bei.