AWMF spricht sich für Erhalt essenzieller Angebote von ZB MED aus
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) äußert sich in einem
Positionspapier zur Relevanz essenzieller Angebote der Zentralbibliothek
für Medizin (ZB MED), insbesondere für den niedrigschwelligen Zugang von
Forschungsergebnissen, aber auch weiteren Leistungen, die als
erhaltenswert angesehen werden.
ZB MED hat sich nach eigener Darstellung von der klassischen Zentralen
Fachbibliothek für den lebenswissenschaftlichen Bereich in Deutschland zu
einer digitalen Wissensinfrastruktur transformiert, die valide,
qualitätsgeprüfte und sichere Daten sowie Fachinformationen für Forschung,
Praxis und KI bereitstellt. ZB MED ist in finanziellen Schwierigkeiten, da
die Bundesregierung aus der Finanzierung ausgestiegen ist und Nordrhein-
Westfalen eine Kürzung der Mittel angekündigt hat. ZB MED muss daher einen
Teil ihrer Leistungen einstellen. Folgende Leistungen von ZB MED werden
seitens der AWMF weiterhin für sehr wichtig erachtet:
— Open-Access-Plattform German Medical Science (GMS):
Flaggschiff ist das sehr erfolgreiche GMS Journal for Medical Education
(JME).
Das unkommerzielle Angebot führt dazu, dass preisgünstig,
qualitätsgesichert und gut sichtbar Open Access publiziert werden kann.
Dies sollte gestärkt werden.
— Zugang von nicht-Universitätsangehörigen zu digital erfasster
Literatur
— Zugang zu vorhandenen Beständen vor Ort
— Elektronische Sicherung von Zeitschriften als fortlaufender
Prozess mit weiterhin zugänglicher Langzeit-Archivierung, auch bei sich
ändernden Datenformaten
— Möglichkeit von Forschungskooperationen: ZB MED muss
drittmittelfähig bleiben.
In gemeinsamer Trägerschaft durch Bund und Länder muss dafür gesorgt
werden, dass die beschriebenen essenziellen Angebote in unserem Land
erhalten und langfristig gesichert werden. Die beschriebenen Leistungen
sind nationale Aufgaben. Ein Rückzug des Bundes aus der Finanzierung
widerspricht der Logik zentraler wissenschaftlicher Infrastrukturen und
überlastet das Land NRW unverhältnismäßig.
Weitere Informationen
Positionspapier der AWMF zu ZB MED
