Beim Kick-off-Workshop des Karlsruher Innovations- und Transferzentrums
für Drohnen und Drohnenabwehr (IZEDD) demonstrierten Vertreterinnen und
Vertreter aus Wissenschaft, Unternehmen, Behörden und Organisationen mit
Sicherheitsaufgaben (BOS) Einigkeit und Entschlossenheit, technologische
Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen. Rund 100 Teilnehmende kamen am
8. Oktober in die Karlsruher Forschungsfabrik, um sich gemeinsam ein Bild
von Bedarfen, Use-Cases, vorhandenen Kompetenzen und möglichen
Entwicklungsschwerpunkten in künftigen Projekten zu machen.
Eingeladen hatten das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und
Bildauswertung IOSB, das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT
sowie das wbk Institut für Produktionstechnik am Karlsruher Institut für
Technologie KIT. Die drei Institute betreiben das Innovationszentrum, für
dessen Startphase das baden-württembergische Wirtschaftsministerium am
Vortag den Förderbescheid überreicht hatte [1]. »Wir schaffen einen
Anlaufpunkt und Kristallisationskeim«, sagte Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen
Beyerer, Institutsleiter des Fraunhofer IOSB und Leiter des IZEDD, in
seiner Begrüßung und lud alle mit Drohnenentwicklung und -anwendung
befassten Akteure ein, sich einzubringen.
Innovationskraft, Präzision und technologische Exzellenz
Die Tragweite des IZEDD bekräftigte Staatssekretär Thomas Dörflinger:
»Dieses Vorhaben zahlt auf ein großes gemeinsames Ziel ein: unsere
Sicherheit.« Baden-Württemberg stehe für Innovationskraft, Präzision und
technologische Exzellenz. Diese Stärken seien jetzt mehr denn je gefragt.
Der Vizepräsident Forschung, Lehre und Akademische Angelegenheiten des
KIT, Professor Dr. Oliver Kraft, ergänzte: Er selbst habe das Ende des
Kalten Krieges und damit einhergehende globale Entspannung erlebt.
Spätestens mit der Annexion der Krim durch Russland sei jedoch die
Hoffnung auf eine dauerhafte Entwicklung zerschlagen worden. »Wir müssen
Technologie, die wir bereits in der Hand haben, in die Anwendung bringen«,
so Kraft, um die zivile und militärische Sicherheit in und für Deutschland
zu erhöhen.
Von der Spionage zur Sabotage und aktiven Angriffen
»Wir sprechen hier nicht nur über einzelne Technologien«, ergänzte
Oberstleutnant Andrew Grau vom Landeskommando Baden-Württemberg, »sondern
darüber hinaus von Grundlegendem wie Souveränität und
Verteidigungsfähigkeit.« Drohnentechnik habe militärische Szenarien massiv
verändert, Drohnen und ihre Abwehr seien zwei Seiten derselben Medaille:
Die in Deutschland zunehmend gesichteten Drohnen haben die Eskalation von
Spionage zur Sabotage bereits demonstriert, der nächste erwartbare Schritt
seien aktive Angriffe. »Wir müssen schnell reagieren und agieren können.
Gewinner ist, wer Erkenntnisse aus der Praxis schnell und skalierbar in
die Weiterentwicklung einbringt«, sagte Grau.
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