Das Baltikum: Für die Jenaer Fotografin Maria Reuter ist es eine Sammlung gegensätzlicher Bilder. Einst von Dänen und Schweden besiedelt, vom deutschen Ritterorden mit harter Hand geprägt, ebenso vom zaristischen wie vom sowjetischen Russland, finden sich heute gewaltige, teils gut erhaltene Klosteranlagen, moderne Großstädte und ursprüngliche Nationalparks.
„Neben hässlichen sowjetischen Mustersiedlungen gibt es idyllische Landschaften mit alten Gutshöfen und den landestypischen Holzhäusern. Der Charme staubiger Landstraßen wird dank EU-Förderung bald einem gut ausgebauten Straßennetz weichen“, so Reuter. Traditionen, Kultur und Brauchtum haben sich teils erhalten und werden heute vielfach wiederbelebt.
Von heute an sind die Fotos ihrer Reise durch die baltischen Länder in der Ernst-Abbe-Hochschule Jena zu sehen. Die Ausstellung ist in der Galerie des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik, in der zweiten Etage von Haus 5 zu finden und wochentags öffentlich zugänglich.
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Aida im Teatro Cervantes in Malaga, Szenenfoto mit Orchester Foto Daniel Pérez
Produktion und Besetzung:
Production Teatro Cervantes de Malaga and Telon Producciones
Aida MARIBEL ORTEGA Radamés ALEJANDRO ROY Amneris MALI CORBACHO Amonasro LUIS CANSINO Ramfis FELIPE BOU King og Egypt CHRISTIAN DIAZ
Orquesta Filarmonica de Malaga Coro de Opera de Malaga
Stage director Ignacio Garcia and Aurora Cano Chorus director Salvador Vazquez Conductor Arturo Diez Boscovich
Rezension:
Teatro Cervantes in Malaga
Das heutige Teatro Cervantes wurde 1869 an der Stelle des Teatro del Príncipe Alfonso, das durch ein Feuer zerstört wurde, errichtet. Verantwortlich für die Pläne und den Bau sind der Architekt Gerónimo Cuervo und die Maler Muñoz Degrain und Bernardo Ferrándiz. Am 17. Dezember 1870 wird das Theater mit einer Aufführung von Rossinis Oper »Wilhelm Tell« eröffnet.
Lange Zeit vernachlässigtes Theater
Der Spanische Bürgerkrieg zerstört grosse Teile des Theaters und erst in den 1950er Jahren unternimmt man halbherzige Restaurierungsversuche. Zwischenzeitlich benutzt man das Teatro Cervantes hauptsächlich als Kino. Erst 1984 übernimmt die Stadt Málaga das Gebäude und finanziert den Wiederaufbau und den Unterhalt. 1987 wird das Teatro Cervantes von Königin Sofía wiedereröffnet.
Erwartungsvolles Publikum im Teatro Cervantes
Das Theater ist an diesem Abend total ausgebucht, die Honoratioren der Stadt haben in ihren Logen Platz genommen, das Orchester, das Orquesta Filarmonica de Malaga, das vom 40 Jahre jungen einheimischen Dirigenten Arturo Díez Boscovich geleitet werden wird, stimmt sich ein, es herrscht eine spannungsgeladene Vorfreude an diesem lauen Frühlingsabend.
Erfreulich authentische Inszenierung
Mali Corbacho und Frauenstimmen des Chores der Opera von Malaga.
Inszenierungen unserer Tage legen den Akzent weniger auf altägyptisch-exotische Bauten und Schauplätze, auf Palmwedel und das Schilf am Nilufer als vielmehr auf die sozialen, ethnischen und psychologischen Konflikte, die sich aus dem Liebesverhältnis zwischen dem ägyptischen Feldherrn Radames, der äthiopischen Sklavin mit nubischen Wurzeln Aida, Tochter des äthiopischen Königs Amonasro, und Amneris, der Tochter des ägyptischen Pharao ergeben.
Die Männerstimmen des Chores der Opera von Malaga und Felipe Bou als Ramfis und Alejandro RoyRoy als Radamés
Der massive Einfluss der Priesterkaste gehört ebenso zum Kolorit wie triumphale Aufzüge und ausführliche Rituale. Umso erfreulicher, dass in Malaga wieder einmal das Ursprüngliche gezeigt wird, nicht z.B. ein Radames als Yedi Ritter, wie auch schon gesehen
Opulentes, farbenprächtiges Bühnenbild.
Ramfis Felipe Bou in der farbenprächtigen Inszenierung
So sind das Bühnenbild und die Kostüme im klassischen Stil der Pharaonenempoche, monumental und sehr farbenprächtig gehalten.
Inmitten dieser Bildergewalt entwickelt sich das Liebesdreieck, bestehend aus der Pharaonentochter Amneris, der versklavten äthiopischen Prinzessin Aida und dem Feldherren Radamès, der schlussendlich wegen Landesverrat zum Tod verurteilt und als Strafe lebendig in einer Krypta eingemauert wird.
Der von gleich zwei Prizessinnen umworbene Alejandro Roy als Radames
Der malagueñische Radames scheint eine Vorliebe für sehr üppige Damen zu haben, waren doch die Rollen seiner zwei Verehrerinnen, mit Maribel Ortega in der Titelrolle (geschätzte 130 kg) und vor allem mit Maria Louisa Corbacho (geschätzte 170 kg) als deren Rivalin Amneris mit äusserst fülligen Sängerinnen besetzt.
Exzellente sängerische und schauspielerische Leistungen
Mali Corbacho als Amneris und Maribel Ortega als Aida
Maribel Ortega als äthiopische Prinzessin Aida schaffte es, sich immer wieder selbst zur noblen Räson zurufen. Selbst in dem verzweifelten Momenten behält sie die Fassung, singt ganz nüchtern und schlank mit warmen und weichen Klang, wenngleich allerdings in hoher Lage der Ton an Schärfe gewinnt, verstärkt durch ein ausladendes Vibrato. Ihr männlicher Gesangspartner Alejandro Roy sang den ägyptischen Feldherrn Radamès. Die berühmte Auftrittsarie Celeste Aida versprach einen wunderbaren Abend, ein Versprechen, das notabene, auch gehalten wurde.
Die schwergewichtige María Luisa Corbacho als Amneris
Gesanglich ist Maria Luisa Corbacho die unangefochtene Nummer eins des Abends. mit ihrem voluminösen, kräftigen und unheimlich wendigen Mezzosopran. Durch ihre perfekte Beherrschung der Partitur, das effektvolle Spiel mit den Klangfarben und die schauspielerischen Fähigkeiten konnte sie der komplexen Figur der Amneris die Tiefenschärfe geben, die sie im Spannungsfeld zwischen Liebe, Fragilität, Bösartigkeit und Rache benötigt. Felipe Bou als fast schon pingelig genauer Hohepriester Ramfis und Luis Cansino als energisch-kämpferischer König der Äthiopier Amonasro komplettierten das Gesangsensemble stimmig.
TadellosesHausorchester unter Arturo Díez Boscovich
Dirigent Arturo Díez Boscovich voller Energie
Mit einer ausgezeichneten, tadellosen Leistung konnte das Orquesta Filarmonica de Malaga unter der Leitung von Arturo Díez Boscovich brillieren. Das Changieren zwischen den vielen privaten, intimen Momenten und öffentlicher Freude, die ihren Höhepunkt im Triumpfmarsch im zweiten Akt findet. Auch wenn insgesamt ein paar Abstriche zu verzeichnen sind: wenn am Ende Aida und Radamès in ihrem Grab-Gefängnis im Liebesduett vom Tal der Tränen (O terra, addio; addio valle di pianti) sich verabschieden und gleichzeitig Amneris der Göttin Isis die Seele ihres Geliebten empfiehlt (Pace t’imploro salma adorata) und die Oper mit ihren Friedensrufen endet, spätestens dann war jeder Besucher aufs Tiefste berührt.
Starke, aufwühlende Schlussszene
Alejandro Roy als Radamés und Maribel Ortega als Aida in der Schlussszene
„O terra addio“, singen Aida und Radames am Schluss, der ägyptische Feldherr und die äthiopische Königstochter, zwei unmöglich Liebende, leibhaftig Begrabene, deren Völker Krieg gegeneinander führen: „Leb wohl, du Welt, du Tal der Tränen.“ Hohe Bs, glitzernde Geigen, chorisches Raunen. Dazu schreitet, zur Verblüffung des Publikums, Amneris überraschend von hinten durch die Zuschauerreihen
Diese Liebe, sagt Verdi, der Bittere, kann nur im Tod enden, im gegenseitigen Ersticken.
Eine durchwegs gelungene Inszenierung in stilvollem Ambiente, die vom begeisterten Publikum mit einer „Standing Ovation“ honoriert wurde
Kleine Fotodiashow der Produktion von Daniel Pérez, Teatro Cervantes Malaga:
Die Ansteckungsgefahr mit Infektionskrankheiten auf Reisen ist nicht zu unterschätzen
· Bei Reisen in exotische Länder sollte sechs bis acht Wochen vorher unbedingt eine reisemedizinische Beratung stattfinden.
· Die KNAPPSCHAFT erstattet alle empfohlenen Schutzimpfungen
Kenia, Kuba oder Kambodscha. Wer die Welt bereist, macht viele neue Erfahrungen. Was nicht dabei sein sollte: eine Infektionskrankheit. Besonders bei Reisen in exotische Länder besteht erhöhte Ansteckungsgefahr. Das Risiko einer ernsthaften Erkrankung, wie Cholera, Hepatitis A und B, Malaria oder Japanische Enzephalitis ist bei bestimmten Reisezielen hoch. Die KNAPPSCHAFT als eine der großen gesetzlichen Krankenkassen erstattet ihren Versicherten die Kosten für alle Reiseschutzimpfungen, die das Auswärtige Amt für das jeweilige Reiseziel empfiehlt. Auf der Internationalen Tourismusbörse informieren Experten der KNAPPSCHAFT vom 06. Bis 10. März rund um das Thema Reiseschutz.
Das Deutsche Weininstitut (DWI) und die Hochschule Geisenheim haben erstmals mit Unterstützung aller 13 Gebietsweinwerbungen bundesweit die wirtschaftliche Bedeutung des Weintourismus wissenschaftlich untersucht. Danach reisen jährlich 50 Millionen Menschen primär wegen des Weines in die deutschen Weinregionen und sorgen dort mit Ausgaben von 5,5 Milliarden Euro für circa 75.000 Arbeitsplätze.
Insgesamt schafft der Tourismus hierzulande in den Weinbaugebieten schätzungsweise 412.900 Arbeitsplätze, bei einem Gesamtumsatz von 29,9 Milliarden Euro im Jahr. Rund 13 Prozent aller Touristen bereisen die Regionen gezielt wegen des Weines und besuchen während ihres Aufenthalts ein oder mehrere Weingüter. Mit einem Anteil von 18 Prozent am Gesamtumsatz, tragen sie dabei überdurchschnittlich stark zur Wertschöpfung bei.
Die Daten basieren auf einer zweijährigen Studie, in der 900 Weingüter und 4.500 Touristen in allen deutschen Weinbaugebieten befragt wurden. Die Unterschiede zwischen Weintouristen und Nicht-Weintouristen ergaben sich durch deren detaillierte Auskünfte darüber, wie viel Geld sie für welche Leistungen täglich im Urlaub ausgegeben haben. Aus den Gesamtausgaben und den Besucherzahlen haben die Experten die wirtschaftliche Bedeutung errechnet.
Initiiert wurde die Studie vor dem Hintergrund der Feststellung der Bundesregierung aus dem Jahr 2015, wonach sie den Weintourismus für ein wichtiges Marktsegment hält. DWI-Geschäftsführerin Monika Reule sieht in diesen Daten eine wichtige Entscheidungsbasis für weitere touristische Investitionen in den Anbaugebieten: „Viele Weinregionen haben ihr weintouristisches Potenzial noch nicht vollständig ausgeschöpft“, so Reules Einschätzung. Die beiden Wissenschaftler, Prof. Dr. Gergely Szolnoki und Maximilian Tafel der Hochschule Geisenheim betonen: „Der Weintourismus hat in Deutschland eine enorme wirtschaftliche Bedeutung und sollte daher auch weiterhin im Fokus der Politik stehen.“