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Gesundheit

Nierenkrankheit rechtfertig per se keine „Austriagierung“ der Betroffenen!

In einer aktuellen Stellungnahme [1] kritisieren DGfN und der BN
e.V. die S1-Leitlinie „Entscheidungen über die Zuteilung
intensivmedizinscher Ressourcen im Kontext der COVID-19-Pandemie“ vom
14.12.2021 [2]. Darin wird u.a. eine „fortgeschrittene Nierenerkrankung“
pauschal als ein Kriterium für die Triage angeführt – doch eine solche ist
nicht immer prognoselimitierend. Menschen wie Frank-Walter Steinmeier,
SPD, beispielsweise, die eine Niere gespendet haben, leben mit einer
eingeschränkten Nierenfunktion und haben rein formal eine
„fortgeschrittene Nierenerkrankung“. Gemäß der aktuellen Leitlinie würden
sie nun im Fall der Fälle einer Triage zum Opfer fallen.

Am 14.12.2022 hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv-
und Notfallmedizin (DIVI) zusammen mit anderen medizinischen
Fachgesellschaften die AWMF-S1-Leitlinie „Entscheidungen über die
Zuteilung intensivmedizinscher Ressourcen im Kontext der COVID-19-Pandemie
- Klinisch-ethische Empfehlungen“ publiziert.

Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) und der Bundesverband
Niere e.V. (BN e.V.) sprechen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme
gegen die pauschale Nennung einer „fortgeschrittenen Nierenerkrankung“ als
Indikator für eine schlechte Erfolgsaussicht intensivmedizinischer
Maßnahmen aus. „Der Terminus ‚fortgeschrittenen Nierenerkrankung‘ ist
medizinisch ungenau und selbst bei Menschen mit weit fortgeschrittener,
dialysepflichtiger Erkrankung ist die Nierenerkrankung im Einzelfall nicht
ausschlaggebend für das Überleben, sondern in erster Linie die
Komorbiditäten. Junge Menschen z.B. mit erblichen Nierenerkrankungen, die
ansonsten aber gesund sind, können an der Dialyse alt werden, werden aber
durch die Leitlinie diskriminiert und u.U. im Fall der Fälle
‚austriagiert‘“, erklärt Professor Dr. Julia Weinmann-Menke, Mainz,
Pressesprecherin der DGfN.

Ein plakatives Beispiel führt Isabelle Jordans, Vorsitzende des
Patientenverbands, Bundesverband Niere e.V., an. So liege auch bei allen
Lebendspendern per se eine „fortgeschrittene Nierenerkrankung“ vor, da sie
erstmal die Hälfte der Nierenfunktion durch die Spende einer ihrer beiden
Nieren verlieren. Diese Menschen werden aber vor der Spende medizinisch
sorgfältig untersucht, es handelt sich in der Regel um sehr gesunde, auch
sehr gesundheitsbewusste Menschen mit einer generell hohen
Lebenserwartung, die auch durch die Spende nur geringfügig gemindert wird,
wie Studien belegen. „Ein prominentes Beispiel ist Bundespräsident Dr.
Frank-Walter Steinmeier. Diese Menschen, die ihren Liebsten ein Organ
geschenkt haben und gesellschaftliche Anerkennung verdient hätten, könnten
nun Opfer der Triagierung werden – das ist auch ein unglückliches Signal
für die Wertschätzung der Lebendspender und für die Organspende ganz
allgemein.“

DGfN und BN fordern daher, dass Nierenkranken keinesfalls per se die
Zuteilung intensivmedizinischer Maßnahmen verwehrt werden darf.
Zusammenfassend sprechen sie sich dafür aus, die Triage bei nierenkranken
Menschen immer im Mehraugen-Prinzip unter Einbeziehung einer
Nephrologin/eines Nephrologen und ausschließlich anhand der individuellen
Anamnese und Prognose der Betroffenen vorzunehmen.



Quellen
[1] Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) e.V.
und des Bundesverbands Niere e.V.  zur Zuteilung intensivmedizinischer
Ressourcen bei COVID-19-Pandemie („Triage“) vom 06.01.2022.
https://www.dgfn.eu/stellungnahmen-details/20220106-stellungnahme-
triage.html

[2] AWMF-Registernummer 040-013 S1-Leitlinie „Entscheidungen über die
Zuteilung intensivmedizinscher Ressourcen im Kontext der COVID-19-Pandemie
- Klinisch-ethische Empfehlungen“ vom 14.12.2021, abrufbar unter
https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/040-013.html

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Menschen mit Prädiabetes und hohem Risiko profitieren von einer intensiven Lebensstil-Intervention

Menschen mit Hochrisiko-Prädiabetes profitieren von einer intensiven Lebensstilintervention - mehr Bewegung verbessert den Blutzucker und die kardiometabolischen Werte und verringert den Leberfettgehalt.  DZD
Menschen mit Hochrisiko-Prädiabetes profitieren von einer intensiven Lebensstilintervention - mehr Bewegung verbessert den Blutzucker und die kardiometabolischen Werte und verringert den Leberfettgehalt. DZD

Eine intensive Lebensstil-Intervention mit viel Bewegung hilft Menschen
mit einer Vorstufe des Diabetes (Prädiabetes), über Jahre ihre
Blutzuckerwerte zu verbessern und so Typ-2-Diabetes hinauszuzögern oder
gar zu vermeiden. Insbesondere die Prädiabetiker mit höchstem Risiko
profitierten von der intensiven Lebensstilintervention.  Das zeigt die
Auswertung der Prädiabetes-Lebensstil-Interventions-Studie (PLIS) des
Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD), die an 8 Standorten des
Zentrums in ganz Deutschland durchgeführt wurde. Die Ergebnisse sind in
der Fachzeitschrift „Diabetes“ erschienen.

Mehr Bewegung und gesundes Essen hilft vielen Menschen mit Prädiabetes,
ihre Blutzuckerwerte wieder zu normalisieren und eine Erkrankung an
Typ-2-Diabetes zu vermeiden. Aber nicht jeder profitiert von einer
herkömmlichen Lebensstil-Intervention (LI). Aktuelle Studien zeigen, dass
es bereits beim Prädiabetes verschiedene Subtypen mit unterschiedlichen
Risikoprofilen gibt. Forschende des Deutschen Zentrum für
Diabetesforschung (DZD) haben daher in einer multizentrischen
randomisierten kontrollierten Studie untersucht, ob Personen mit
Prädiabetes und einem hohen Risiko (HR) von einer Intensivierung der
Intervention profitieren und wie sich bei Menschen mit einem niedrigen
Risiko (LR) eine konventionelle LI im Vergleich zu keinen
Lebensstiländerungen auswirkt.

Die LI dauerte jeweils 12 Monate und die Nachbeobachtungszeit betrug
weitere zwei Jahre. Insgesamt wurden 1.105 Personen mit Prädiabetes an
verschiedenen Studienorten in Deutschland untersucht und anhand der
Insulinsekretion, Insulinsensitivität und des Leberfettgehalts in einen
HR- oder LR-Phänotyp eingeteilt. 82 % der Teilnehmenden beendeten die
Studie.

Viel hilft viel – mehr Bewegung verbessert Blutzucker und
kardiometabolische Werte

Menschen mit einem hohen Risiko – diese Personen produzieren zu wenig
Insulin oder leiden an einer Fettleber mit Insulinresistenz – erhielten
nach dem Zufallsprinzip eine konventionelle LI gemäß dem Diabetes-
Präventionsprogramm (DPP) oder eine intensivierte Intervention mit
Verdoppelung der erforderlichen Bewegung. Dabei zeigte sich, dass mehr
Bewegung Menschen (Intensive LI) mit hohem Risiko hilft, ihre Blutzucker-
und kardiometabolischen Werte zu verbessern und das Fett in der Leber bis
in den Normalbereich zu reduzieren. Eine konventionelle LI wirkt weniger
gut.

Personen mit einem niedrigen Risiko absolvierten eine herkömmliche LI oder
nahmen an einer Kontrollgruppe teil, die nur eine einmalige kurze Beratung
erhielt. „Nach drei Jahren normalisierte sich bei Probanden mit der
konventionellen LI die Glukosetoleranz eher bei als Personen der
Kontrollgruppe“, so Prof. Hans-Ulrich Häring vom Deutschen Zentrum für
Diabetesforschung und Letztautor der Studie. Bei der
Insulinempfindlichkeit und -Sekretion, dem Leberfettgehalt und dem
kardiometabolischen Risiko zeigten sich kaum Unterschiede.

Eine auf den dem Risikophänotyp basierende Lebensstil-Intervention
verbessert die Diabetesprävention

„Unsere Studienergebnisse zeigen, dass eine individualisierte, auf dem
Risikophänotyp basierende LI für die Diabetesprävention vorteilhaft ist“,
fasst Studienleiter Prof. Andreas Fritsche vom Institut für
Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen bei Helmholtz Munich an
der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Medizinischen Klinik,
Abteilung für Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie (Direktor:
Prof. Dr. med. Andreas Birkenfeld) am Universitätsklinikum Tübingen, die
Ergebnisse zusammen. „Für eine erfolgreiche Prävention müssen wir
zukünftig die Hochrisikopatienten identifizieren und eine intensivierte
Lebensstilintervention auf diese konzentrieren.“

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Neues E-Learning-Angebot für Praxisanleiter:innen im Rettungsdienst

Prof. Dr. Sebastian Koch etabliert als Chefredakteur des multimedialen
Magazins „Praxisanleiter Akademie (Rettungsdienst)“ ein neues
Fortbildungsangebot für Studierende.

„Rettungskräften kommt in unserer Gesellschaft eine besondere Bedeutung
zu. Das hat sich in der Corona-Pandemie sehr deutlich gezeigt. Im
Bachelor- und Master-Studiengang Medizinpädagogik an der SRH Hochschule
für Gesundheit lernen unsere Studierenden, zu denen häufig auch
Notfallsanitäter gehören, wie sie ihr Wissen als Lehrkräfte im
Gesundheitswesen weitergeben. Dafür geben wir mit dem Magazin
„Praxisanleiter Akademie (Rettungsdienst)“ erstmals eine pädagogische
Fachzeitschrift mit integriertem E-Learning-Angebot heraus, das sowohl
Studierende als auch bereits im Rettungsdienst tätige Praxisanleiter:innen
zur Fort- und Weiterbildung nutzen können“, erklärt Prof. Dr. Sebastian
Koch, Professor im Bachelor- und Masterstudiengang Medizinpädagogik am
Campus Gera.

Das multimediale Fortbildungsmagazin erscheint viermal im Jahr mit
insgesamt 36 Lerneinheiten. Chefredakteur Prof. Dr. Sebastian Koch sagt
zur Entstehung des Magazins: „In den letzten 2 Jahren haben wir gelernt,
wie wichtig digitale Bildungsangebote sind, Fort- und Weiterbildungen
eingeschlossen. Speziell für den Rettungsdienst haben wir daher das
Magazin „Praxisanleiter Akademie“ entwickelt. Dieses ermöglicht, die 24
Stunden umfassende berufspädagogische Pflichtfortbildung abzulegen. Dabei
ist man zeitlich und örtlich vollkommen unabhängig.“

Das Magazin bietet zu jeder Fortbildungseinheit kurze und interessante E
-Learning-Einheiten. Am Ende einer jeden Einheit erhalten die
Praxisanleiter:innen ein Zertifikat, mit dem eine Stunde anerkannte
Fortbildung nachgewiesen werden kann. Selbständig und eigenverantwortlich
wird auf diese Weise das vorhandene berufspädagogische Wissen im
Rettungsdienst erneuert und erweitert. Die Testergebnisse zu den E
-Learning-Einheiten werden sofort ausgewertet, wobei auch erläutert wird,
warum Antworten richtig oder falsch sind.

Die Themen werden von anerkannten Expert:innen praxisnah, verständlich und
komprimiert aufbereitet. Damit wird nicht nur ein übersichtlicher Einblick
in die Theorie gegeben, sondern auch mit hervorragenden Tipps auf die
Umsetzung des Fachwissens in der Praxis vorbereitet. So können Studierende
aus dem Studiengang Medizin- und Gesundheitspädagogik das Magazin zur
Fort- und Weiterbildung nutzen, aber auch ihre eigenen Publikationen
einreichen.

Prof. Dr. Sebastian Koch ist selbst staatlich geprüfter Rettungsassistent.
Im Anschluss an seine Qualifizierung graduierte er an der SRH Hochschule
für Gesundheit zum Medizinpädagogen (B.A.) sowie an der Medizinischen
Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Gesundheits-
und Pflegewissenschaftler (M.Sc.). Dort erfolgte auch seine Promotion.
Neben seiner Tätigkeit als Professor für Medizinpädagogik am Campus Gera
ist er Herausgeber verschiedener Fachzeitschriften.

Kostenfreie Einblicke in das Magazin „Praxisanleiter Akademie
(Rettungsdienst)“ erhalten Studierende unter www.praxisanleiter-akademie-
rettungsdienst.de

Mehr zur Medizinpädagogik erfahren
Interessierte können sich für den kostenfreien Online-Infonachmittag am
12.01.2022 um 16:00 Uhr ab sofort unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/sebastian-koch/

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MedpädCast – Der Podcast von und für Medizinpädagog:innen Studierende starten Podcastserie.

MedpädCast – Der Podcast von und für Medizinpädagog:innen - Unter diesem
Motto stand in den letzten zwei Semestern die Projektarbeit im Modul M9
des Master-Studiengangs Medizinpädagogik. Unter der Leitung von Robert
Leschowski, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bachelor- und Master-
Studiengang Medizinpädagogik, setzten sich die Studierenden des
Sommersemesters 2020 zum Ziel, drei Folgen eines Podcasts zu Themen der
Medizinpädagogik zu erstellen.

Die erste Folge mit dem Titel „Wir l(i)eben Lehre“ ist am 04.01.2022
veröffentlicht worden. Die Folge richtet sich vorrangig an Auszubildende
und Angehörige der Gesundheitsfachberufe, die sich für ein
Medizinpädagogikstudium interessieren. Im Gespräch mit der
Studiengangsleitung Prof. Dr. Hiltraut Paridon werden erste Einblicke in
die Inhalte des Studiums gewährt sowie Themen wie Lehrer:innen-Mangel und
Anerkennung von Studienabschlüssen angesprochen.

Die zweite Folge erscheint am 18.01.2022 mit dem Titel „Möhrchen fürs
Hirn“. Hier werden Tipps und Tricks erläutert, die während eines
berufsbegleitenden Medizinpädagogikstudiums helfen sollen, alle
anfallenden Aufgaben des Berufs, des Studiums und auch der Familie zu
organisieren und zu bewältigen. Zwei Studierende geben im Dialog Hinweise,
wie man trotz hoher Anforderungen einen privaten Ausgleich schafft, um
selbst gesund zu bleiben.

Am 01.02.2022 folgt dann Folge 3 mit dem Titel „Lassen Sie mich durch –
ich bin studiert!“. Im Interview mit Prof. Dr. Sebastian Koch, Professor
im Bachelor- und Masterstudiengang Medizinpädagogik, und Markus Herwig,
Studierender im Master-Studiengang Medizinpädagogik, werden mögliche
Perspektiven und Karrierechancen nach dem Medizinpädagogik-Studium bis hin
zur Promotion aufgezeigt.

Projektleiterin Katrin Bufe berichtet rückblickend auf den Arbeitsprozess:
„Ich bin sehr positiv beeindruckt, was wir da als Semestergruppe geleistet
haben. Während der Projektarbeit haben wir vor allem kreative Seiten
unserer Kommilitonen kennengelernt, aber auch Organisationstalente und
Technik-Freaks entdeckt. Wir haben uns gegenseitig sehr gut unterstützt
und im Namen unserer gesamten Gruppe kann ich sagen, dass wir wahnsinnig
stolz auf unser gemeinsames Ergebnis sind. Ein kleines Bonbon gibt es dann
auch noch nach der Veröffentlichung der Folgen – voraussichtlich im März.
Wir werden eine Video-Präsentation über unseren Youtube-Kanal erstellen,
die unsere Projektarbeit über die letzten beiden Semester zusammenfasst
und mit Kommentaren, Fotos und dem ein oder anderen Outtake zeigt, wie
viel Freude uns dieses Modul gemacht hat.“

Die Podcasts sind sowohl auf Spotify als auch auf YouTube zu hören.

Wir haben Ihr Interesse an der Medizinpädagogik geweckt?
Interessierte können sich für den kostenfreien Online Infonachmittag am
12.01.2022 um 16:00 Uhr ab sofort unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. anmelden.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.srh-gesundheitshochschule.de/unsere-hochschule/hochschulteam
/robert-leschowski/


Originalpublikation:
Spotify: https://open.spotify.com/show/7dlUCADHVzEzMWJ9WJa0sq
YouTube: https://youtu.be/XZcA2FSOIxk

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