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Auto/Motor

Skalierbares Ladesystem für Elektrofahrzeuge

Konzept des skalierbaren Ladesystems: Netzanschluss an das Mittelspannungsnetz, Anbindung von verschiedenen Ladeplätzen, einer Photovoltaikanlage und stationärem Lithium-Ionen-Speicher über ein DC-Netz. (Grafik: Starosta, KIT)
Konzept des skalierbaren Ladesystems: Netzanschluss an das Mittelspannungsnetz, Anbindung von verschiedenen Ladeplätzen, einer Photovoltaikanlage und stationärem Lithium-Ionen-Speicher über ein DC-Netz. (Grafik: Starosta, KIT)

Mit der deutlich zunehmenden Zahl an Elektroautos steigt auch die
Bedeutung von Ladeinfrastruktur und Konzepten zur Netzsicherheit. Werden
Elektroautos vor allem nach Arbeitsbeginn oder Feierabend geladen, sorgen
sie zu diesen Zeiten für Lastspitzen im Stromnetz. Vermeiden ließen sich
diese, wenn die gesamte Standzeit zum Laden genutzt würde. Im Projekt
SKALE entwickelt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit den
Partnern Robert Bosch GmbH und Power Innovation Stromversorgungstechnik
GmbH deshalb ein skalierbares Ladesystem mit Photovoltaikanlage,
stationärem Lithium-Ionen Speicher und Mittelspannungs-Netzanschluss.

Diese Presseinformation finden Sie mit Foto zum Download unter:
<https://www.kit.edu/kit/pi_2021_013_skalierbares-ladesystem-fur-
elektrofahrzeuge.php
>

Das Projekt SKALE verbindet Elektromobilität und stationäre
Batteriespeicher im Aufbau einer Gleichspannungs-Ladeinfrastruktur für den
halb-öffentlichen bis privaten Raum. Durch intelligentes Lademanagement,
den Einsatz von dezentralen erneuerbaren Energieerzeugern und stationären
Batteriespeichern können Lastspitzen verhindert und ein Beitrag zur
Stabilität des Stromnetzes geleistet werden. Das Forschungsprojekt
betrachtet die gesamte Energieflusskette, um dabei Ladeleistung und
Wirkungsgrad zu steigern und Kosten zu senken. Alle Anforderungen von der
netzseitigen Bereitstellung der Energie über bedarfsgerechte
Zwischenspeicherung, Verteilung und Wandlung bis hin zur Fahrzeugbatterie
und Rückspeisung ins Netz finden dabei Berücksichtigung. „Der neue Ansatz
soll eine zukunftsweisende Infrastrukturlösung für beliebige Parkflächen
mit einer Vielzahl an Ladepunkten bieten und dezentrale Energiequellen
effizient einbinden“, so Professor Marc Hiller vom Elektrotechnischen
Institut (ETI) des KIT.

Örtliche Flexibilität und hohe Effizienz

Aktuell können Elektrofahrzeuge entweder über Wechselstrom (AC) oder
Gleichstrom (DC) geladen werden. Beim Laden mit Wechselstrom reduziert die
Wandlung in Gleichstrom im Fahrzeug die Ladeleistung und den Wirkungsgrad
des Ladevorgangs. Beim Laden mit Gleichstrom ist die Ladeelektronik in den
Ladesäulen verbaut. Dies ermöglicht eine Steigerung der Ladeleistung und
des Wirkungsgrads, doch auf Seiten der Infrastruktur entstehen erhebliche
Kosten. „Das Problem ist, dass sich beide Ladekonzepte entweder nur auf
das Fahrzeug oder nur auf einen Teil der Infrastruktur konzentrieren,
nicht aber die gesamte Energieflusskette betrachten“, erläutert Nina
Munzke, Gruppenleiterin am ETI. Im Unterschied zu herkömmlichen Ladearten
sollen die netzseitige Leistungselektronik teilweise zentralisiert, ein
Pufferspeicher eingesetzt, Lastflüsse zentralisiert und die Energie in
einem Gleichspannungsnetz verteilt werden. Dies soll zu
Kosteneinsparungen, hoher Skalierbarkeit, Flexibilität des Anwendungsortes
und einer hohen Effizienz führen.

Im Rahmen von SKALE soll ein Demonstrator der Ladeinfrastruktur aufgebaut
werden. Der geplante Aufbau umfasst rund zehn Ladeplätze, eine
Photovoltaikanlage mit einer Leistung von etwa 100 Kilowatt peak und einen
Batteriespeicher mit einer Kapazität von ca. 50 Kilowattstunden. Mit Hilfe
des Demonstrators sollen praktische Erfahrungen für Errichtung und Betrieb
der Ladeinfrastruktur gewonnen werden. Die gewonnenen Messdaten fließen in
die Energiesystemoptimierung und den Aufbau zukünftiger Anlagen ein.

Stabiler und sicherer Betrieb

Ladepunkte, Energiespeicher, dezentrale Energieerzeuger und
Netzanschlusspunkte: Im Projekt SKALE befasst sich das ETI mit dem
stabilen und sicheren Betrieb des DC-Netzes. Dazu geht es bei der
Anbindung der Ladeinfrastruktur auch um die Entwicklung eines geeigneten
Umrichterkonzepts für die Anbindung an das Mittelspannungsnetz, das einen
hohen Wirkungsgrad hat und möglichst kompakt aufgebaut werden kann,
gleichzeitig aber auch wirtschaftlich attraktiv ist. Anhand des Konzepts
wird am ETI ein Labordemonstrator aufgebaut, der in Strom und Spannung
skaliert ist, und Erkenntnisse über Betriebsführung und Einhaltung der
Netzanforderungen liefern soll.

Auf Basis von Simulationen erstellen die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler des KIT im Projekt eine Auslegungsempfehlung für das
Gesamtsystem und entwickeln ein Auslegungstool, das die Ladeinfrastruktur
inklusive ihrer Komponenten für einen spezifischen Standort auslegen und
optimieren kann. Mit den Messdaten aus dem Demonstrator lässt sich so die
Effizienz des Gesamtsystems bewerten, einschließlich der effizienten
Nutzung erneuerbarer Energien.

Das Forschungsprojekt SKALE mit einem Projektvolumen von etwa 4,3
Millionen Euro wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
gefördert und ist zum Jahreswechsel gestartet. (jwa)

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Roboterdichte in der US-Autoindustrie weltweit Platz 7

Die Roboterdichte in der US-Automobilindustrie hat mit 1.287 installierten Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter einen neuen Rekord erreicht. Damit rangieren die Vereinigten Staaten weltweit auf Platz sieben. Dieses Ergebnis ist vergleichbar mit der Roboterdichte in Deutschland      (1.311 Einheiten) und Japan (1.248 Einheiten). China liegt mit 938 Einheiten an zwölfter Stelle. Das berichtet die International Federation of Robotics (IFR) in der aktuellen World Robotics Statistik.

„Automation ist der Schlüssel zum Erfolg - nicht nur für eine Erholung von den Folgen der Pandemie, sondern auch für weiteres Wachstum in der Zeit nach Corona", sagt Milton Guerry, Präsident der International Federation of Robotics. „In der Aufschwungsphase nach der Finanzkrise 2008 investierten Unternehmen wie General Motors, Ford, Fiat-Chrysler und Tesla massiv in Robotik und Automation. Tausende neue Arbeitsplätze sind dadurch in der Automobilindustrie entstanden. Wir haben jetzt, viele Jahre und etliche technologische Fortschritte später, die Chance, aus dieser Erfolgsgeschichte zu lernen und deutlich gestärkt aus der Pandemie hervorzugehen."

Interesse für Roboter-Einsatz steigt in allen Industriezweigen  

Die Roboterdichte in den Industriezweigen jenseits der Automobilindustrie (allgemeine Industrie) fällt mit aktuell 139 Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter zwar noch vergleichsweise gering aus. Das Potenzial für die Installation von Robotern in diesen Wirtschaftszweigen ist jedoch für alle untersuchten Länder enorm. In den Vereinigten Staaten beispielsweise übertrafen die jährlichen Bestellungen von Robotern aus der allgemeinen Industrie erstmals die Bestellungen von Industrie-Robotern in der Automobilindustrie. Der Absatz stieg in den USA im Jahr 2020 insgesamt um 7 Prozent im Vergleich zu 2019. Im Jahresvergleich stiegen die Order im Bereich Life Sciences um 72 Prozent, in der Lebensmittel- und Konsumgüterindustrie um 60 Prozent und in der Kunststoff- und Gummibranche um 62 Prozent.  

Wie Robotik angewendet wird

“Um Unternehmen dabei zu helfen, Robotik, KI, industrielle Bildverarbeitung und verwandte Automatisierungstechnologien erfolgreich einzusetzen, haben wir die AUTOMATE FORWARD ins Leben gerufen - eine virtuelle Messe und Konferenz, die vom 22. bis 26. März stattfindet", sagt Jeff Burnstein, Präsident der Association for Advancing Automation (A3) aus den USA. „Hochkarätige Industrieexperten und mehr als 250 Automatisierungsanbieter berichten über aktuelle Anwendungsfälle für die Automation und was sie Unternehmen empfehlen, die gerade erst mit der Automatisierung beginnen oder diese erweitern wollen."

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Nachhaltige Mobilität fördern: TU Kaiserslautern (TUK) bietet 204 zusätzliche Fahrradabstellplätze

Das Nachhaltigkeitsbüro ist seit 2016 die zentrale Instanz für eine nachhaltige Entwicklung an der TU Kaiserslautern
Das Nachhaltigkeitsbüro ist seit 2016 die zentrale Instanz für eine nachhaltige Entwicklung an der TU Kaiserslautern

Die neuen Fahrradabstellanlagen erweitern die bestehenden Kapazitäten auf
dem TUK-Campus künftig um 204 Stellplätze. Finanziert hat die TUK die
neuen Vorrichtungen zum Teil aus Mitteln der Nationalen
Klimaschutzinitiative, mit der das Bundesumweltministerium
Klimaschutzmaßnahmen in Kommunen, Wirtschaft und Bildungseinrichtungen
vorantreibt.

„Nachhaltige Mobilität ist ein wichtiger Aspekt, wenn es darum geht,
Treibhausgasemissionen zu senken“, sagt Johanna von Oy, Referentin für
Nachhaltigkeit an der TUK. „Deswegen ist es uns wichtig, den
Fahrradverkehr auf dem Campus zu fördern. Insgesamt stehen nun 204 neue
Stellplätze an 14 Standorten zur Verfügung. Zeitgemäße
Abschließmöglichkeiten gewährleisten die nötige Sicherheit.“

Das Nachhaltigkeitsbüro der TUK hat die neuen Vorrichtungen auf dem Campus
zusammen mit dem Verkehrsmanager der TUK, Dr. Jürgen Brunsing, sowie der
Hauptabteilung Zentrale Dienste geplant und installiert. Damit ist ein
weiteres Nachhaltigkeitsvorhaben umgesetzt.

Über die Nationale Klimaschutzinitiative:
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das
Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag
zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und
Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der
Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen
und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen.
Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des
Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und
Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

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Feldversuch untersucht Potenzial von Elektrofahrzeugen für Bereitstellung von Regelreserve

Das Potenzial von Elektrofahrzeugen zur Bereitstellung von Regelreserve im
Stromnetz soll in einem groß angelegten Feldversuch untersucht werden.
Bereits im Herbst 2020 hatten zehn E-Auto-Fahrer einen ersten Labortest
unterstützt, der unter wissenschaftlicher Begleitung des Fraunhofer-
Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE bereits
vielversprechend verlaufen war. Nun soll sich ein Feldtest mit über 100
Elektrofahrzeugen in der TransnetBW-Regelzone Baden-Württemberg
anschließen.

Im Herbst 2020 hatten zehn E-Auto-Fahrer einen ersten Labortest
unterstützt, der unter wissenschaftlicher Begleitung des Fraunhofer-
Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) bereits
vielversprechend verlaufen war. Dabei demonstrierte das niederländische
Unternehmen Jedlix erfolgreich seine Smart-Charging-Plattform und steuerte
den Ladeprozess der Fahrzeuge. In kleinem Maßstab zeigte der Test, wie
Elektrofahrzeuge auf simulierte Regelreserveabrufe eines
Übertragungsnetzbetreibers reagieren. Auch unerwartete Ereignisse, etwa
die Unterbrechung des Ladevorganges eines Fahrzeuges, konnten durch
intelligente Steuerung und den Einsatz von Ersatz-Fahrzeugen in Echtzeit
ausgeglichen werden.

»Bereits im Kleinen konnten unsere gemeinsamen Untersuchungen der
Labortests die technischen Möglichkeiten und Potenziale der Elektromobile
für die Stabilisierung des Netzes zeigen«, so Alexander Dreher,
Produktmanager Energiemanagementsysteme am Fraunhofer IEE. »Der nächste
große Schritt, ist die Skalierung der durchgeführten Tests und Befähigung
vieler Elektromobile im Pool Regelreserve bereitzustellen«.

Fahrer von Elektrofahrzeugen in Baden-Württemberg, die ihre Fahrzeuge
zuhause laden, sind nun eingeladen, an einem Feldtest mit über 100
Elektrofahrzeugen in der TransnetBW-Regelzone Baden-Württemberg
teilzunehmen. Die E-Autos werden über einen Zeitraum von rund drei Monaten
als virtuelles Kraftwerk zusammengeschaltet. Dabei soll untersucht werden,
inwiefern sich verteilte und an variablen Standorten angeschlossene
Elektrofahrzeuge zur Bereitstellung von Regelreserve für das Stromnetz
eignen. Momentan werden diese Reserven in erster Linie von großen und
mittelgroßen Kraftwerken bereitgestellt.

»Wir analysieren sehr genau, wie sich Elektrofahrzeuge für die
Stabilisierung des Netzes nutzen lassen. Sie haben das Potential, in
Zukunft Regelreserveleistung zur Verfügung zu stellen und so einen Beitrag
zu einer sicheren Stromversorgung zu leisten«, erklärt Kay Wiedemann,
Projektleiter bei TransnetBW.

Der Feldversuch soll auch zeigen, wie die Integration von Elektroautos in
den deutschen Markt für Regelreserve möglich wäre. Darüber hinaus lassen
sich regulatorische und technische Herausforderungen identifizieren, die
einer Teilnahme von Elektrofahrzeugen am Regelreservemarkt derzeit
entgegenstehen und mögliche Lösungen entwickeln, damit diese einen Beitrag
zu einem ausgeglichenen Energiesystem leisten können.

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