Zum Hauptinhalt springen

GREIX-Mietpreisindex Q4 2025: So viele befristete und möblierte Angebote wie noch nie

Pin It

Die Angebotsmieten in deutschen Städten stiegen zum Jahresende 2025
schneller als die allgemeine Teuerung. Im Quartalsvergleich legten die
Mieten im bundesweiten Durchschnitt um 1,0 Prozent zu, im Jahresvergleich
sogar um 4,5 Prozent. Die Teuerung war spürbar niedriger. Die Anzahl der
Wohnungsinserate ging deutlich zurück. Der Anteil befristeter und
möblierter Mietangebote erreichte ein Rekordniveau.



Das zeigt das jüngste Update des vom Kiel Institut für Weltwirtschaft
veröffentlichten GREIX-Mietpreisindex
(https://www.kielinstitut.de/de/institut/forschungszentren/makrooekonomie/makrofinanzen/mietpreisindex/).
Dabei werden die Angebotsmietpreise für Wohnungen auf Basis der VALUE
Marktdatenbank (https://www.value-
marktdaten.de/portfolio/immobilienmarktdaten/) in 37 deutschen Städten und
Regionen ausgewertet.

Im vierten Quartal 2025 erhöhten sich die Angebotsmieten für Wohnungen
gegenüber dem Vorquartal (Q3 2025) um 1,0 Prozent. Bereinigt um die
Inflation entspricht das einem realen Anstieg von 0,7 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal (Q4 2024) zeigt sich ein deutliches
Plus: Nominal lagen die Mieten um 4,5 Prozent höher, inflationsbereinigt
um 2,3 Prozent.

Seit 2015 sind Angebotsmieten damit um 14 Prozent stärker gestiegen als
die allgemeine Teuerung.

„Wohnungssuchende haben es aktuell schwer“, sagt Jonas Zdrzalek
(https://www.kielinstitut.de/de/expertinnen-und-experten/jonas-zdrzalek/),
Projektleiter des GREIX am Kiel Institut für Weltwirtschaft. „Das
klassische Angebot geht zurück, die Preise steigen und die Konditionen
werden über immer mehr befristete Verträge oder möblierte Angebote
härter.“

Große Spannweite in den acht größten Städten

In sieben der acht größten deutschen Städte stiegen die Angebotsmieten im
Quartalsvergleich. Besonders kräftige Zuwächse verzeichneten Köln mit plus
3,4 Prozent und München mit plus 1,9 Prozent. In Hamburg und Frankfurt am
Main entsprachen die Anstiege in etwa dem bundesweiten Durchschnitt von 1
Prozent. Düsseldorf verzeichnete eine rote Null (minus 0,1 Prozent).

Am höchsten lag die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter in
München mit 23,35 Euro, gefolgt von Frankfurt am Main mit 17,36 Euro.
Leipzig war mit 10,22 Euro pro Quadratmeter die günstigste Top8-Stadt.
Über alle 37 erfassten Städte und Regionen hinweg ergibt sich ein
gewichteter Durchschnitt von 14,41 Euro pro Quadratmeter.

Weniger Inserate, mehr Wohnen auf Zeit

Die Zahl der Wohnungsinserate sank gegenüber dem Vorquartal (Q3 2025)
spürbar um mehr als 10 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresquartal (Q4 2024)
betrug der Rückgang 7 Prozent. Im langfristigen Vergleich liegt die Anzahl
der Wohnungsinserate zur Miete gegenwärtig etwa 20 Prozent unter dem
Niveau von 2015.

Zugleich erreichte der Anteil befristeter Verträge und möblierter
Wohnungen ein Rekordhoch. Bundesweit entfielen im Jahr 2025 inzwischen
über 17 Prozent aller Inserate auf dieses Segment, also mehr als jedes
sechste Inserat. In den acht größten Städten lag der Anteil sogar bei
nahezu einem Viertel, in München sogar bei rund einem Drittel.

„Bei Neuvermietungen in Großstädten dürften gerade Geringverdiener bzw.
Menschen in Ausbildung und Studium zunehmend an ihre Belastungsgrenze
stoßen. Auch Fachkräfte aus dem In- und Ausland tun sich mit einem Umzug
vermutlich oft schwer“, so Zdrzalek. „Das weiter sinkende Mietangebot
dürfte auch ein Zeichen dafür sein, dass Menschen mit Altverträgen ihre
Wohnung nach Möglichkeit halten, oder viele Objekte mittlerweile ohne
Inserat vergeben werden.“

Alle Auswertungsdaten des GREIX-Mietpreisindex sind unter
https://www.kielinstitut.de/de/institut/forschungszentren/makrooekonomie/makrofinanzen/mietpreisindex/
frei verfügbar. Neu hinzugekommen seit heute sind weitere Informationen
zur Preisverteilung, wie etwa der Median.

Methodischer Hinweis

Die Preisentwicklung des GREIX wird als Index berechnet. Nur so können
mittels statistischer Verfahren (hedonische Methode) Verzerrungen
eliminiert werden, die ansonsten bei durchschnittlichen
Quadratmeterpreisen auftreten. Beispielsweise führt ein Verkauf besonders
vieler hochpreisiger Immobilien, etwa aufgrund hoher Quadratmeterzahlen,
guter Lage oder einem guten Zustand, zu steigenden Durchschnittspreisen
pro Quadratmeter, einem solchen Anstieg liegt aber keine generelle
Wertsteigerung für Immobilien zugrunde. Durch die Indexbildung gibt es
keine Verzerrung in der Preisentwicklung nach oben oder unten aufgrund
spezifischer Eigenschaften der verkauften Immobilien.

Über den GREIX-Mietpreisindex

Was ist der GREIX-Mietpreisindex?
Es ist ein Mietpreisindex für Deutschland auf Basis von Angebotsmieten für
Wohnungen aus mehreren Plattformen. Er bildet die Mietpreisentwicklung
einzelner Städte seit 2012 ab und basiert auf mehreren Millionen
Inseratsdaten. Mit Hilfe des Datensatzes können Trends am Mietmarkt
analysiert und der Preisentwicklung des GREIX-Kaufpreisindexes
gegenübergestellt werden.

Welche Daten und Methoden werden zur Erstellung der Indizes verwendet?
Die Auswertung findet auf Basis der VALUE Marktdatenbank (https://www
.value-marktdaten.de/portfolio/immobilienmarktdaten/) statt. Sie basiert
auf einer umfangreichen Sammlung sorgfältig aufbereiteter
Immobilienmarktdaten aus mehr als 100 Quellen. Die Preise werden mit
neuesten wissenschaftlichen Methoden und statistischen Verfahren
(hedonische Regressionsmethode) ausgewertet. Der GREIX steht somit für
höchste wissenschaftliche Datenqualität.

Wer finanziert den GREIX-Mietpreisindex?
Der GREIX-Mietpreisindex ist ein Projekt des Kiel Instituts für
Weltwirtschaft (Kiel Institut). Ziel ist es, die Transparenz auf dem
Mietmarkt zu erhöhen. Unterschiedliche Mietpreisindizes für 37 Städte und
Regionen sind unter
https://www.kielinstitut.de/de/institut/forschungszentren/makrooekonomie/makrofinanzen/mietpreisindex/
frei zugänglich. Nach und nach wird der Datensatz um weitere Städte
erweitert werden.