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Lungenkrebs: „Es ist nie zu spät, das eigene Risiko zu senken“

Professor Christian Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Universitätsmedizin Essen und Vorstandsmitglied der Deutschen Atemwegsliga (DAL)  Quelle: Universitätsklinikum Essen
Professor Christian Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Universitätsmedizin Essen und Vorstandsmitglied der Deutschen Atemwegsliga (DAL) Quelle: Universitätsklinikum Essen
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Die gute Nachricht zum Welt-Lungenkrebstag: Früh entdeckt ist Lungenkrebs
heute oft gut behandelbar. Auch für Menschen mit einer fortgeschrittenen
Erkrankung stehen immer bessere Therapien zur Verfügung. Rund 60.000
Menschen erhalten in Deutschland jedes Jahr die Diagnose Lungenkrebs.
Damit gehört die Erkrankung zu den drei häufigsten Krebsdiagnosen. Ziel
für die kommenden Jahre ist es, die Zahl der Neuerkrankungen deutlich zu
senken und Tumore früher zu entdecken. Professor Christian Taube, Direktor
der Klinik für Pneumologie an der Universitätsmedizin Essen und
Vorstandsmitglied der Deutschen Atemwegsliga (DAL), über Früherkennung,
Rauchstopp und den Faktor Zeit.



Herr Professor Taube, was bedeutet es konkret, wenn Sie sagen: Früh
entdeckt ist Lungenkrebs heute oft gut behandelbar?
Ganz einfach: Je früher wir die Erkrankung erkennen, desto größer sind die
Behandlungsmöglichkeiten. Kleine, begrenzte Gewebeveränderungen können
häufig operiert oder gezielt bestrahlt werden – und dann ist die
Überlebenschance wirklich sehr gut. Aber auch bei fortgeschrittenem
Lungenkrebs hat sich viel getan. Moderne Medikamente lassen sich immer
genauer auf die Eigenschaften eines Tumors abstimmen.

Am liebsten wäre es Ihnen als Arzt aber, wenn jemand gar nicht erst
Patient wird?
Natürlich. Unser großes Ziel für die nächsten Jahre und Jahrzehnte ist,
dass deutlich weniger Menschen an Lungenkrebs erkranken. Dafür ist es vor
allem entscheidend, gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen – oder aber
aufzuhören. Und wenn dennoch Lungenkrebs entsteht, möchten wir ihn eben
sehr früh entdecken.

Lohnt sich ein Rauchstopp auch noch nach vielen Jahren?
Unbedingt. Dafür ist es nie zu spät. Der Körper beginnt schon kurz nach
der letzten Zigarette, sich ein bisschen zu erholen. Generell: Je mehr und
je länger man raucht, desto höher ist das Risiko für Lungenkrebs.

Warum wird Lungenkrebs noch so häufig spät entdeckt?
Weil ein Tumor in der Lunge lange wachsen kann, ohne Beschwerden zu
verursachen. Viele Betroffene fühlen sich weiterhin völlig gesund.

Auf welche Warnzeichen sollte man achten?
Auf einen neu auftretenden oder veränderten Husten, blutigen Auswurf,
anhaltende Heiserkeit, Luftnot, Schmerzen im Brustkorb oder einen
unerklärlichen Gewichtsverlust.

Dahinter steckt aber nicht immer gleich Lungenkrebs?
Natürlich nicht. Husten und Heiserkeit haben sehr häufig andere Ursachen.
Wenn solche Beschwerden jedoch anhalten oder sich deutlich verändern,
sollte man sie ärztlich abklären lassen.

Hier kommt auch die neue Lungenkrebs-Früherkennung ins Spiel?
Genau. Eine CT-Untersuchung kann kleinste Veränderungen und sogenannte
Rundherde in der Lunge sichtbar machen, lange bevor Beschwerden auftreten.
Die meisten dieser Rundherde sind harmlos. Manche können sich jedoch als
sehr früher Tumor oder als Vorstufe erweisen. Auffällige Befunde werden
deshalb genau beobachtet oder weiter untersucht.

Wer kann die Früherkennung nutzen?
Das Angebot richtet sich an aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher
zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre geraucht und dabei
mindestens 15 Packungsjahre erreicht haben. Das entspricht beispielsweise
zwölf Zigaretten täglich über 25 Jahre. Wer aufgehört hat, kann
teilnehmen, wenn die letzte Zigarette höchstens zehn Jahre zurückliegt.

Wer möglicherweise dazugehört, wartet auf eine Einladung?
Nein, man muss selbst aktiv werden und seinen Hausarzt oder Internisten
ansprechen. Dort wird zunächst geprüft, ob die Voraussetzungen erfüllt
sind. Nach einer qualifizierten Beratung kann die Überweisung zur
Radiologie erfolgen. Die Untersuchung ist schmerzfrei, die eigentliche
Aufnahme dauert weniger als eine Minute.

Ist ein unauffälliger Befund dann ein Freibrief zum Weiterrauchen?
Nein. Ein CT kann Lungenkrebs früh erkennen, aber nicht verhindern. Und es
zeigt immer nur eine Momentaufnahme. Wer für die Früherkennung infrage
kommt, sollte deshalb beides nutzen: die Chance auf eine frühe Diagnose
und Unterstützung beim Rauchstopp.

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Service:
Die Deutsche Atemwegsliga bietet kostenlose und medizinisch validierte
Informationsmaterialen, wie ein Rauchstopp gelingen kann:
https://www.atemwegsliga.de/tabakentwoehnung.html