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Musterstraße für urbane Innovationen

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Zwei Projekte der TU Berlin gewinnen beim Wettbewerb „100 Meter Zukunft“
der Industrie- und Handelskammer Berlin (IHK)
HydroTower, ein Startup der Technischen Universität Berlin, und Culinary
Kiosk ein Projekt der Vimonda GmbH in Kooperation mit Wissenschaftlerinnen
der TU Berlin gehören zu den insgesamt drei ausgezeichneten Lösungen im
Rahmen des Wettbewerbs „100 Meter Zukunft“ der Industrie- und
Handelskammer Berlin (IHK).



Gesucht waren praxisnahe Ideen für urbane Herausforderungen – von smarter
Mobilität über Kreislaufwirtschaft bis hin zu gesunder Stadtgestaltung und
nachhaltigen Ernährungssystemen. Teilnehmen konnten Startups, Unternehmen
aber auch Vereine oder andere Organisationen. Insgesamt sind 72
Lösungsvorschläge eingereicht worden. Der Bezirk Charlottenburg-
Wilmersdorf unterstützt den Wettbewerb und stellt öffentliche Flächen auf
der Fasanenstraße zwischen Hardenberg- und Kantstraße zur Verfügung. Je
drei Gewinner-Konzepte pro Themenfeld werden als Prototypen auf der
Testfläche in der Fasanenstraße umgesetzt und unter realen Bedingungen
erprobt. Geplant ist die Umsetzung für Juli 2026. Die Projekte erhalten im
ersten Schritt pauschal jeweils 1.500 Euro. Für die anschließende
Umsetzung stehen projektübergreifend insgesamt 180.000 Euro bereit.

Der Culinary Kiosk ist ein innovatives Bildungs- und Beteiligungsprojekt,
das nachhaltigen Konsum und öko-soziale Transformation direkt in den
urbanen Raum bringt. Er fungiert als mobiler „dritter Ort“: ausgestattet
mit Küche, begrünten Stadtmöbeln und essbaren Pflanzen wird er flexibel
auf Parkplätzen, in Parks oder bei Veranstaltungen einsetzbar sein. Ziel
ist es, öffentliche Räume in lebendige, inklusive und nachhaltige
Aufenthaltsorte zu verwandeln. Der Kiosk soll Schatten spenden, Stadtnatur
erlebbar machen und urbane Lebensmittelproduktion mit Bildungs- und
Begegnungsangeboten verbinden. In Workshops, Kochaktionen und
gemeinschaftlichem Gärtnern werden Themen wie Ernährung, Klima,
Biodiversität sowie nachhaltiger Konsum praxisnah vermittelt. Gleichzeitig
wird das gemeinsame Tun den sozialen Zusammenhalt und die lokale
Wertschöpfung stärken.

Entwickelt wurde das Kiosk-Konzept für die Fasanenstraße von der Vimonda
GmbH in Kooperation mit dem Fachgebiet Bildung für Nachhaltige Ernährung
und Lebensmittelwissenschaft des Instituts für Berufliche Bildung und
Arbeitslehre der Fakultät I Geistes- und Bildungswissenschaften der
Technischen Universität Berlin und Greens Unlimited. Die TU Berlin
begleitet den Culinary Kiosk wissenschaftlich und entwickelt fundierte
Bildungskonzepte.

Langfristig ist der Culinary Kiosk als skalierbares Modell gedacht: Vom
Pilotstandort in der Fasanenstraße aus soll ein Netzwerk weiterer Kioske
entstehen – als sichtbare Leuchttürme für nachhaltige Stadtentwicklung und
konkrete Beiträge zur Agenda 2030.

Weiterführende Informationen: Lösung Culinary Kiosk
<https://app.koinnovationsplatz.de/loesungen/694283eda4cee4b32641f5ec>

Die HydroTower GbR ist eine Ausgründung aus der TU Berlin, die zeigt, wie
urbane Landwirtschaft effizient, sichtbar und gesellschaftlich wirksam
gestaltet werden kann. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung,
Produktion und den Betrieb innovativer, ressourcenschonender Anbausysteme
für frisches Gemüse, Kräuter und Salate spezialisiert – und das auf
minimaler Fläche. In den Hydroponik-Systemen wachsen die Pflanzen in
senkrechten Säulen, deren Wurzeln kontinuierlich mit einer zirkulierenden
Nährlösung versorgt werden. Auf kleinster Fläche entsteht so eine
beeindruckende Erntemenge – ob Zuhause, im öffentlichen Raum oder
integriert in der Gastronomie. Die Vertikalfarmen liefern frische
Lebensmittel für den direkten Gebrauch und fungieren zugleich als
lebendige Landmarken – ein sichtbarer Beitrag zu nachhaltiger,
zukunftsorientierter Stadtentwicklung.

Die vertikalen Hydroponik-Systeme benötigen bis zu 90 Prozent weniger
Wasser als konventionelle Anbaumethoden, verbrauchen weniger Nährstoffe
und ermöglichen eine ganzjährige, kontinuierliche Ernte. Gleichzeitig
machen sie Lebensmittelproduktion dort erlebbar, wo Menschen leben,
arbeiten, sich begegnen und aufhalten. HydroTower versteht urbane
Hydroponik nicht allein als technische Lösung, sondern als Verbindung von
Wissenschaft, Praxis und gesellschaftlicher Teilhabe. Die Anlagen dienen
ebenso als Lern- und Begegnungsorte: Mitarbeitende, Anwohner*innen und
Besucher*innen werden über Workshops, Führungen und gemeinsame
Ernteaktionen aktiv eingebunden. So werden lokale Ernährungssysteme
greifbar und nachhaltige Ernährung im Alltag verankert.

Weiterführende Informationen: Lösung HydroTower
<https://app.koinnovationsplatz.de/loesungen/6942719fa4cee4b32641e6b4>