Bochum, Drei Großprojekte erhalten grünes Licht
Bochum-Fonds fördert digitales Campusradio, einen neuen
Kulturraum und mehr Barrierefreiheit.
Mehr Reichweite für Bochums Campusradio, zusätzlicher Raum für Kultur und
Bildung sowie bessere Teilhabe im Bochumer Osten: Drei neue Großprojekte
können 2027 mithilfe des Bochum-Fonds umgesetzt werden. Das zuständige
Entscheidungsgremium bewilligte in seiner Sitzung im Oktober alle vorgestellten
Anträge. Bochum Marketing führt den Bochum-Fonds im Auftrag der Stadt Bochum
durch und begleitet die Initiativen nun auf dem Weg zur Umsetzung.
Mit CT das
radio auf DAB+, dem Cute Community Space 2.0 und neuen inklusiven
Sanitäranlagen am LutherLAB erhalten drei ganz unterschiedliche Ideen
Unterstützung, die Bochums Stadtgesellschaft nachhaltig bereichern sollen.
Für die neue Projektleiterin des Bochum-Fonds, Margarita Koumoutsi, und den
städtischen Studenten Berkay Bicer war es zugleich die erste Sitzung des
Entscheidungsgremiums. „Die drei bewilligten Vorhaben zeigen sehr schön, wie
vielfältig die Ideen aus der Bochumer Stadtgesellschaft sind“, sagt Koumoutsi: „Sie
schaffen neue Zugänge zu lokalen Themen und Kultur, stärken das Miteinander
und bauen ganz konkrete Barrieren ab. Wir freuen uns darauf, die Projektteams
bei den nächsten Schritten zu begleiten.“
Campusradio nimmt Kurs auf DAB+
CT das radio, möchte sein Programm künftig über DAB+ ausstrahlen und damit
über die bisherigen Grenzen seiner UKW-Reichweite hinaus hörbar werden. Durch
den neuen digitalen Verbreitungsweg erscheint das gemeinsame Campusradio
aller Bochumer Hochschulen unmittelbar in der Senderliste der Empfangsgeräte
und kann so leichter entdeckt werden. Neben dem Tonsignal lassen sich über
DAB+ auch ergänzende Informationen und Bilder übertragen, darunter Namen von
Künstler*innen, Albumcover und Hinweise zu einzelnen Sendungen. Davon sollen
besonders Bochumer Themen sowie lokale Künstler*innen und Kulturschaffende
profitieren.
Zugleich entsteht im bislang stark kommerziell geprägten DAB+-Angebot Raum für
nichtkommerziellen Hochschulfunk und ehrenamtliches Engagement. Bochum soll
dadurch zu einem der ersten Standorte in Deutschland mit einem solchen
studentischen Medienangebot über DAB+ werden. Dafür hat sich CT das radio mit
dem Campusradios NRW e. V. zusammengetan. Die Förderung durch den
Bochum-Fonds dient der Anschaffung und Installation der erforderlichen
Sendeanlage. Das Angebot soll zunächst drei Jahre erprobt werden und langfristig
weiteren Campusradios durch eine gemeinsame digitale Struktur zugutekommen..
Mehr Platz für die Cute Community
Der Cute Community Space an der Herner Straße 9 hat sich seit 2023 als inklusiver
und transkultureller Treffpunkt für Musik, Kultur und gesellschaftlichen Austausch
etabliert. Inzwischen stoßen die Räume aufgrund des wachsenden Zuspruchs und
zahlreicher Kooperationen an ihre Grenzen. Mit dem „Cute Community Space 2.0“
erweitert die Cute Community den bestehenden Standort deshalb um ein weiteres
Ladenlokal auf der Herner Straße. Während die bisherige Fläche weiterhin für
Veranstaltungen und Livemusik genutzt wird, entstehen im neuen Ladenlokal neue
Möglichkeiten für kulturelle Bildung, Co-Working, kreative Nutzung, Ausstellungen,
Musik- und Medienproduktion.
Mit der „Cute Community Bar“ ist außerdem ein reizärmeres Angebot geplant, das
Menschen ansprechen soll, für die laute Musik oder intensive Lichteffekte eine
Barriere darstellen. Im „Cute Community Lab“ können Menschen aus der
Nachbarschaft sowie junge Kulturschaffende ohne eigene Räume die neue Fläche
mietfrei für ihre Ideen nutzen. Die Förderung durch den Bochum-Fonds dient vor
allem der Herrichtung und technischen Ausstattung des Ladenlokals. Langfristig
soll daraus ein dauerhaft tragfähiger Kultur-, Bildungs- und Begegnungsort
entstehen, der zugleich zur Belebung der Herner Straße beiträgt.
Weniger Barrieren im LutherLAB
Das LutherLAB an der Alten Bahnhofstraße 166 wird als inklusives und
generationsübergreifendes Begegnungszentrum im Bochumer Osten genutzt.
Rund 270 regelmäßige Veranstaltungen und Angebotstermine finden dort pro Jahr
statt. Die bisherige Sanitärsituation schränkt die Nutzung jedoch ein: Es steht
lediglich eine Toilettenkabine zur Verfügung, die nicht barrierefrei ist. Der
LutherLAB e. V. möchte deshalb eine behindertengerechte mobile WC-Anlage
anschaffen und barrierefrei an das Gebäude anbinden. Hinzu kommt ein WC-
Container, den die Stadt Bochum vorübergehend zur Verfügung stellt.
Der Bochum-Fonds unterstützt die dafür erforderlichen Erdarbeiten sowie die
Anschlüsse an Kanalisation, Wasser und Elektrik. So sollen Menschen mit
Behinderung oder Mobilitätseinschränkungen, ältere Menschen und Familien die
Kultur-, Bildungs- und Begegnungsangebote künftig selbstbestimmter nutzen
können. Langfristig ist ein fester Sanitäranbau vorgesehen. Wird dieser umgesetzt,
soll die geförderte barrierefreie Anlage an einen anderen gemeinnützigen Träger
weitergegeben und dort weitergenutzt werden.
Förderung durch den Bochum-Fonds
Der Bochum-Fonds ist eine der Kernaktivitäten der Bochum Strategie und wird seit
2021 von Bochum Marketing im Auftrag der Stadt Bochum durchgeführt. Alle, die
volljährig sind, können gemeinwohlorientierte Ideen für ihre Stadtteile einbringen,
ob Privatperson, Initiative, gemeinnützige Organisation oder Verein. Die
Bürger*innenprojekte werden mit einer Summe von bis zu 25.000 Euro gefördert.
Voraussetzung dafür ist eine Eigenbeteiligung in Höhe von 20 Prozent der
Gesamtkosten, die auch in Form von Sach- und Arbeitsleistungen erbracht werden
kann. Ideen können weiterhin über die Mailadresse
eingereicht werden. Bochum Marketing unterstützt anschließend bei der
Umsetzung. Kleinere Projekte können bei der Erfüllung aller Voraussetzungen
schnell realisiert werden. Für Pläne ab 7.501 Euro ist ein Gremium zuständig, das
sich aus Mitgliedern der Bezirksvertretungen sowie des Haupt-, Wirtschafts- und
Finanzausschusses zusammensetzt.
Kontakt:
Website: www.bochum-fonds.de
