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Reise/Travel

Prag Abend Impression

Kulinarisch- kultureller Pragbesuch von Herbert Huber

Prag Abend Impression
Prag Abend Impression

Es dauert jeweils nicht lange, bis Prag seine Besucher voll im Griff hat. Denn die Goldene Stadt hat viel zu bieten: eine beeindruckende Kultur, architektonische Zeitzeugen einer bewegten Geschichte, atemberaubende Ausblicke und natürlich kulinarische Genüsse.

Beeindruckende Altstadt
Beeindruckende Altstadt

Gut vorbereitet erlebten wir Prag in vier Tagen. Vom Flughafen reist man am besten mit einem Taxi ins Zentrum. Hier gibt es Hotels verschiedener Preisklassen mit den entsprechenden Annehmlichkeiten. Der September ist eine gute Zeit für eine Reise in die Stadt mit den vielen Kosenamen: Die hunderttürmige Stadt, die Goldene Stadt, die Mutter der Städte.

Sauber auch unterirdisch
Sauber auch unterirdisch

Trotz der unzähligen Touristen – gegen vier Millionen pro Jahr – ist Prag eine äusserst saubere Stadt, ob unterirdisch in der Metro oder oberirdisch auf den Plätzen und in den Gassen. Die Polizei ist omnipräsent. Abfall sieht man selten – Putzequipen hingegen schon.

Wundervolle Parks
Wundervolle Parks

Prag mit seinen rund 1,2 Millionen Einwohnern hat eine bewegte Geschichte. Deren Zeitzeugen sind die wuchtigen Kirchen, erbaut in epochalen Stilen, die  berühmte Karlsbrücke und natürlich die Prager Burg auf dem Hügel Hradschin, mit dem alles überragenden St. -Veits – Dom. Dazu die vielen imposanten Paläste und prachtvollen Parkanlagen – es war Flieder-Blütezeit. Eine Augenweide. Vom Hradschin aus zeigt sich die Stadt mit den ziegelroten Dächern in ihrer immensen Grösse.

Kulinarik von elegant bis burschikos

Zubereitung a la minute
Zubereitung a la minute

In Prag gibt es nicht nur unzählige Restaurants, sondern auch viele Imbissbuden. Mit Spanferkel frisch ab Spiess, würzigen Würsten, Eintopfgerichten, über dem offenen Feuer gebackenen Brotrollen oder mit einer frittierten rohen Rösti. Die Imbissstände sind bis in die Nacht hinein geöffnet. Der Unterschied zur Beiz: Man verpflegt sich stehend. Ist Vorschrift. Für eine kulinarische Entdeckungsreise gilt es, sich gut vorzubereiten. Das Hotel Paris mit dem wundervollen Jugendstil-Restaurant „Sarah Bernhard“ begeisterte. Der Service war relativ locker für dieses Niveau, die Küche sehr französisch geprägt. Es gab gratinierte Champignons gefüllt mit Schnecken, eine kräftige hausgemachte Consommé mit Knödeln und gebratene Forellenfilets mit Kümmelbutter, dem typischen Gewürz der tschechischen Küche. Zur Einstimmung passte der Bohemian Sekt Prestige und der Rotwein Frankovia waren hervorragende Begleiter.

Beiz im Glockenturm
Beiz im Glockenturm

Ein absoluter Volltreffer war das Turmrestaurant Zvonice. Im siebten Stock eines Glockenturms – im achten Stock sind Raucher willkommen – werden böhmische Spezialitäten neuzeitlich interpretiert: frisch geräucherte Kalbszunge mit Erbsenpüree auf Schalotten und Meerrettich – Nockerl sowie Ziegenkäse mit gebratenen Aprikosen, Zitrusfrüchten und Honignüssen. Und der Klassiker: Lendenbraten vom Wildschwein auf Koriander-Steinpilzen und Karlsbader Knödel. Auch die böhmischen Liwanzen (Sconesteig) mit Sauerrahmsauce und Waldfrüchten waren ein gaumenerfreuendes kulinarisches Erlebnis.

Etwas Vorsicht ist geboten

Knödel - Knödel
Knödel - Knödel

Wer es deftig mit schlitzohrigen Kellnern und burschikoser Küche mag, ist im  Uzlate Konvice am richtigen Ort. Mitsamt schlitzäugigen Touristen. Tief unten im Keller gibt es gebratene Knackwurst auf schwarzer Biersauce mit reichlich Zwiebeln, sehr intensive Knoblauchsuppe, pikantes Rindsgulasch mit Knödelvariationen, geschmorte Lammkeule und Spanferkel mit Kraut. Dazu die lauten Rhythmen des landesüblichen Musikrepertoires. Chteli bychom platit – wir möchten bezahlen bitte. Die Rechnung kam handgeschrieben – und mit etwas mehr drauf als bestellt. Will heissen: immer gut kontrollieren.

Würste und Spiesse
Würste und Spiesse

Normalerweise trinkt man Bier in Prag. So sollen die Tschechen bis zu 160 Liter Bier pro Kopf und Jahr trinken. Das Pilsner Urquell ist der Spitzenreiter. Vom hellen 7-prozentigen bis zum würzig dunklen 14-prozentigen reicht die Palette. Je alkoholreicher das Bier ist, desto fester muss die «Krone» sein. Na zdravi – prost – gilt für Schwerarbeiter oft schon zum Frühstück.

Kultur in Prag

Autor im Grünen
Autor im Grünen

Der Besuch des jüdischen Viertels mit dem Museum, der spanischen Synagoge und dem geschichtsträchtigen Friedhof stimmen nachdenklich. Die Weltgeschichte passiert vor dem geistigen Auge. Unter die Haut ging auch das kulturelle Erlebnis der Oper «Orpheus und Eurydike» von Christoph Willibald Gluck: eine Inszenierung der Superlative, das Bühnenbild in ständiger Bewegung von Unterwelt zur Oberwelt. Noch hallt der verzweifelte Liebeshilferuf des Orpheus in den Ohren: «Eurydike, Eurydike – warum nur hast Du mich verlassen?» Das Theatre of the Estate, ein Theater im Barockstil bot uns Kunst auf höchstem Niveau.

Auf der Moldau

Die Moldau

Die Moldau

Prag kann man auch vom Wasser aus erleben Eine Moldauschifffahrt bietet atemberaubende Weitblicke links und rechts des Ufers und führt unter der Karlsbrücke hindurch, statt darüber, wo Massen von Menschen am Staunen sind.

Malerische Gassen
Malerische Gassen

Überall begegnet man der Gotik oder Renaissance, dem Barock, dem Jugendstil und neugeistigem Bürgertum. Literarisch bewegt Prag mit Franz Kafka, künstlerisch mit Alfons Mucha und vielen anderen. Heute geben Strassenmusikanten für die Touristen auf den grossen Plätzen ihr Bestes. Akrobaten und Zauberer buhlen um Applaus. Wer singen oder Feuer speien will, tut dies öffentlich. Freundlich sind die Menschen alleweil. Das ist Prag, eine lebendige Stadt, die uns voll im Griff hatte. Na shledanou – auf Wiedersehen.

Kleine Fotodiashow der Reise von Herbert Huber:

fotodiashows.wordpress.com/2020/05/28/kulinarisch-kultureller-pragbesuch-von-herbert-huber/

Text und Fotos: www.herberthuber.ch

Homepages der andern Kolumnisten: annarybinski.ch  www.noemiefelber.ch

www.gabrielabucher.ch    www.leonardwuest.ch  http://paul-lascaux.ch/

Autoren- und Journalisten-Siegel von European News Agency - Nachrichten- und Pressedienst

 
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Harte Arbeit in den steilen Weinbergen

Genussreise entlang der Mosel von Herbert Huber

Harte Arbeit in den steilen Weinbergen
Harte Arbeit in den steilen Weinbergen

Sie kennen die Mosel nicht? Die malerische Landschaft entlang ihrer Ufer, die schmucken Dörfchen und die historischen Städte Bernkastel-Kues und Trier, die beeindruckenden Schifffahrten mit waghalsigen Schleusenpassagen und, nicht zuletzt, die Weinvielfalt einer Traubensorte namens Riesling? Wir haben das Bijou Mosel entdeckt, wo Harmonie und Lebensfreude beheimatet sind.

Weinberge  an der Mosel
Weinberge an der Mosel

Die Mosel ist der grösste Nebenfluss des Rheins. Französisch heisst sie Moselle und luxemburgisch Musel. Sie fliesst durch Frankreich, Luxemburg und die Bundesländer Saarland und Rheinland- Pfalz. Der Fluss wurde von den Moselanliegerstaaten ab 1958 kanalisiert und damit zur Grossschifffahrtsstrasse ausgebaut. Sie ist nach dem Rhein die zweitwichtigste Schifffahrtsstrasse Deutschlands und zählt zu den meistbefahrenen Wasserstrassen Europas.

Familie Hoffranzen fotografiert von Willi Speicher
Familie Hoffranzen fotografiert von Willi Speicher

Touristen finden nebst dem Flussweg eine reiche Palette an sportlichen oder weinseligen Ausflügen, etwa auf der Moselweinstrasse oder den Moselradwegen, welche von Metz in Frankreich bis nach Koblenz am Rhein auf 311 Kilometern befahrbar sind. Eine Reihe imposanter Burgen und Ruinen zieren die Höhen über dem Moseltal. So lohnt sich auch eine gemütliche Besichtigungstour per Schiff. Wer wandern möchte, begeht den Moselhöhen - Wanderweg von Edinger-Eller aus, über den Klettersteig Calmont nach Bremm durch den steilsten Weinberg Europas.

Unzertrennliche Liebe zum Wein

Prallvolle Riesling Traube
Prallvolle Riesling Traube

Der eigentliche Grund unserer Moselreise galt dem Besuch einer traditionellen Winzerfamilie. Die Reise führte nach Mehring, einem typischen malerischen Dörfchen zwischen Bernkastel-Kues und Trier. Dieses Gebiet ist besonders geprägt von den Weinbergen mit unendlicher Weitsicht, von seinen steilen Schieferhängen, wo vor allem Riesling angebaut wird. Lange galt in der Schweiz der Mosel-Riesling als Massenproduktionswein mit dem Prädikat honigsüss oder sauer. Doch seit die Dachmarke Mosel nach dem Vorbild der Dachmarke Eifel gegründet wurde, gehören die Moselweine zu den besten Europas. Eine unzertrennliche Liebe zu den Reben und den Weinen pflegt seit Generationen eine Familie.

Classisches Weingut Hoffranzen, Weingut, Gästehaus

Gutsweinschenke-muellers.de
Gutsweinschenke-muellers.de

Die Familie Hoffranzen pflegt das «classische» Weingut seit 1601 und hat sich der unzertrennlichen Liebe zum Wein verschrieben. Spürbar ist die Balance vonTradition und Innovation, hörbar fast das Herzblut, das bei Vater Hans pulsiert. Seine Augen leuchten, wenn er mit seinen Reben spricht bei der täglichen strengen Arbeit in den Rebbergen. Lohn der Arbeit ist dann, wenn er mit den Gästen genüsslich seine herrlichen Provenienzen verkostet. Derweil Mutter Gertrud fast rund um die Uhr für das Wohl der Gäste im hauseigenen, idyllischen Gästehaus besorgt ist für die Kulinarik (mit dem landestypischen Frühstück) oder für die Weinverkostungen am Abend. Tochter Carolin, Mehringer Weinkönigin 2006/07,  lebt die Tradition der Familie mit Begeisterung weiter, ehrt das Werk der Eltern und überzeugt mit neuen Ideen für die Vermarktung von Hoffranzen-Weinen.

Die Moselweine

Carolin die Weinkönigin fotografiert von WilliSpeicher
Carolin die Weinkönigin fotografiert von Willi Speicher

Riesling, der Inbegriff der Moselweine, gedeiht an den steilen Uferhängen. Denn hier finden die Reben ideale Lebensbedingungen und ein ausgeglichenes Mikroklima. So ist das Moseltal Bestandteil des rheinischen Schiefergebirges, was besonders vorteilhaft für die Qualität der Weine ist. Durch die Wasser speichernde Kraft des Tonminerals, die Wärme speichernde Energie der Quarzreste im Schiefer und nicht zuletzt durch die Verwitterung des Schiefers werden viele Mineralstoffe frei, welche die Rebe für ihr Wachstum benötigt. Oft sind die Wurzeln bei den alten Reben bis 15 Meter lang. Und wer nun glaubt, es gäbe nur einen einzigen Wein (es ist ja immer die Traubensorte Riesling), irrt gewaltig.

Teerdisch - kochbar.de
Teerdisch - kochbar.de

Bei Hoffranzen verkosteten wir Guts-Riesling zu Fisch, Schalentieren, Kalb, Geflügel, Spargel und Frischkäse. Oder den Layterrassen (Lay = Schiefer) zu einem Zander aus der Mosel, zu Pasta oder einfach bei unserer gemütlichen Plauderrunde. Klassiker von trocken bis süss, von feinherb bis fruchtig, von Auslese bis hin zum Eiswein – eine beeindruckende Palette. Nicht zu vergessen der «feinperlige» Winzersekt „Cuvée Carolin“. Und nach einem deftigen, für die Gegend typischen Mahl einen hauseigenen Edelbrand als «Verdauerli».

Wiedergeburt der Moselküche

Impression vom Weingebiet an der Mosel
Impression vom Weingebiet an der Mosel

Gertrud Hoffranzen erklärt: «Eigentlich ist die ursprüngliche Moselküche sehr anspruchslos. Die Menschen waren genügsam und arbeiteten hart. Da die Moselaner lange unter der Herrschaft der Klöster standen und hohe Abgaben bezahlen mussten, waren die Menschen arm und die Küche dementsprechend.»

Impression vom Weingebiet an der Mosel
Aufgedeckt, Impression vom Weingebiet an der Mosel

Heute erlebt die Moselküche eine Art Wiedergeburt, ist aber keineswegs eine Schickimicki-Küche. Also lässt man sich am besten von den Einheimischen Geheimtipps geben. Fragt man die unter 40-Jährigen nach einem typischen Gericht der Region, erwidern die meisten: «Flieten»! Das sind würzig marinierte frische Hähnchenflügel.

Probierraum bei Familie Hoffranzen Foto Lars Marmann
Probierraum bei Familie Hoffranzen Foto Lars Marmann

Trotz ihrer mundartlichen Bezeichnung sind diese so «trierisch» wie das Wiener Schnitzel. Wirklich traditionelles Essen findet man noch in alteingesessenen Gasthäusern, Rezepte meist nur in alten und in Sütterlin verfassten Kladden (Kochbuch) der Grosseltern.

Zum Trinken parat
Zum Trinken parat

Gertrud Hoffranzen selbst bekochte uns mit einem samtigen Riesling-Süppchen, darin Zanderfilet mit Panade. Anschliessend mit einem im Riesling geschmorten Rindsfilet mit moselländischen Schales (fein geschnittener Kartoffel-Speck-Lauch-Gratin) und frischen Pfifferlingen. Zum Nachtisch eine Rieslingcreme mit gezuckerten Trauben.

Impression vom Weingebiet an der Mosel
Impression vom Weingebiet an der Mosel

Wenn das kein (Schlemmer) Paradies ist! Auf denn an die Mosel, wo sich Harmonie und Lebensfreude ein wohltuendes Stelldichein geben.

Kleine Fotodiashow der Reise von Herbert Huber:

fotodiashows.wordpress.com/2020/05/23/genussreise-entlang-der-mosel-von-herbert-huber/

Text und Fotos: www.herberthuber.ch

Fotos auch  www.weingut-hoffranzen.com

Homepages der andern Kolumnisten: annarybinski.ch  www.noemiefelber.ch

www.gabrielabucher.ch    www.leonardwuest.ch  http://paul-lascaux.ch/

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Die Welt nach Corona – Herausforderungen und neue Perspektiven für Touristik und Verkehr

Eine Kooperationsinitiative des Fachbereichs Touristik/Verkehrswesen und
der Gleichstellungsinitiative FocusFrauen

Der Fachbereich Touristik/Verkehrswesen hat in Kooperation mit der
Gleichstellungsstelle der Hochschule Worms eine Initiative für ihre
Studierenden entwickelt, die den Herausforderungen der Krise proaktiv
begegnet.

Praxispartner sprechen lassen

Der Fachbereich Touristik/Verkehrswesen, will in dieser herausfordernden
Zeit nicht nur seinem Anspruch an Forschung und Lehre gerecht werden,
sondern auch die Vielzahl der engen Kontakte zur Praxis nutzen, um so
gemeinsam einen aktuellen Einblick in die Unternehmen dieser Branche zu
ermöglichen.

Mit profilierten Managerinnen, aus führenden Unternehmen im Luftverkehr,
Schienenverkehr und Reisevertrieb, wird in einer Kurzreihe von Live
Streaming Diskussionen hautnah über die derzeitige Geschäftslage,
persönliche Erfahrungen und neue Zukunftsperspektiven für die Branche
gesprochen.
Im Anschluss an die jeweiligen Gespräche besteht die Möglichkeit, sich
persönlich an die Managerinnen mit offenen Fragen zu wenden.

Studierende mit den Partnern ins Gespräch bringen

Gabriela Ahrens, Senior Director Leisure Sales Home Markets von der
Lufthansa Group, Stefanie Berk, Executive Board Member, Deutsche Bahn
Fernverkehr AG und Eva Riegerm Bereichsleitung, Marketing, Lufthansa City
Center sind die drei Expertinnen, die spannende Einblicke und Impulse
geben werden und aufzeigen können, was Krisenmanagement bedeutet.
Teilnahmeberechtigt sind alle Studierende der Hochschule Worms.
Weitere Informationen und Anmeldung für die Studierenden der Hochschule
Worms unter: https://www.hs-worms.de/focusfrauen/
Ansprechpartnerin für weitere Fragen: mirjam.kronschnabel@hs-worms.de

FocusFrauen ist ein ganzheitliches Förderkonzept für Studentinnen der
Hochschule Worms zur engeren Verzahnung von Studium und beruflicher
Karriere. Wichtig ist es, rechtzeitig die eigene Karriereplanung ins Auge
zu fassen.
FocusFrauen ermöglicht, sich schon während des Studiums mit der konkreten
Zukunftsplanung zu befassen. Oft helfen ganz konkrete Beispiele, das
Gespräch und die individuelle Begegnung. Erst so lassen sich Ausgangslagen
vergleichen, Persönlichkeitsstrukturen erkennen. So lassen sich die
individuellen Stärken durch den neutralen aber erfahrenen Blick von außen
ausbauen.
FocusFrauen hilft die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und
unterstützt die ersten Schritte der Karrieregestaltung.

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Wie kann die globale Luftfahrtindustrie ihren Weg aus COVID-19 herausfinden?

Linus Bauer, ein leitender Berater in der Luftfahrtindustrie und Gastdozent des City's Air Transport Management MSc-Programms, City, University of London, befasst sich mit der Zukunft des Luftverkehrs.

 

Die Reise- und Geschäftsflugbranche hat durch die COVID-19-Pandemie erheblichen Schaden erlitten.

Nach den kürzlich veröffentlichten Zahlen des Internationalen Luftverkehrsverbandes (IATA) wird die weltweite Luftfahrtindustrie im Jahr 2020 252 Milliarden US-Dollar verlieren, wobei viele Fluggesellschaften Insolvenz anmelden und bis zu 90 Prozent ihrer Flugkapazitäten abbauen werden.

Linus Bauer ist ein herausragender Absolvent der City, University of London, Managing Consultant bei Bauer Aviation Advisory und Gastdozent des MSc Air Transport Management-Programms.

City News (CN) fragte nach seinen Einschätzungen über die Zukunft der Geschäftsluftfahrt.

CN: Die Fluggäste haben immer noch ein bedeutendes Maß an Flugangst, selbst wenn sie während der Reise in Flugzeugen Masken tragen und vor dem Einsteigen Temperaturkontrollen durchlaufen hätten. Welche weiteren Maßnahmen können die Fluggesellschaften ergreifen, um ihre Bedenken abzubauen?

LB: Gesundheit und Sicherheit werden zu einem allgegenwärtigen Faktor werden, denn Angst und Vertrauen werden die beiden Emotionen sein, die bei der Planung einer Reise im Vordergrund stehen. In den letzten zwei Wochen haben wir neue Luftwutauslöser erlebt: Fluggesellschaften brechen ihr Versprechen, die mittleren Sitze frei zu halten, und Passagiere treffen keine Vorkehrungen, indem sie nicht auf soziale Distanzierung achtenDie Fluggesellschaften müssen transparenter und selbstbewusster bei der Kommunikation des Protokolls zur sozialen Distanzierung sein, insbesondere im Zeitalter der sozialen Medien. Die Passagiere verlangen, per Videobotschaften darüber informiert zu werden, was die Fluggesellschaften tun, um das Reisen für alle sicher zu machen - von präventiven Maßnahmen an Bord und speziellen Reinigungsprozessen bis hin zu minutengenauen Änderungen der Flugpläne usw. Solche Maßnahmen würden sicherlich die Ängste von gesundheitsbewussten Passagieren und Fluggästen über 50 Jahren verringern. Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass eine Fluggesellschaft ihre Gesundheit und Sicherheit nicht ausreichend respektiert, werden sie schnell eine finden, die dies tut!

CN: Ist angesichts der immer tiefer werdenden Krise in der globalen Luftfahrt und der großen Fluggesellschaften, die Insolvenz anmelden, staatliche Hilfe die einzige Option?

LB: Für eine große Gruppe großer Fluggesellschaften auf der ganzen Welt ist die staatliche Unterstützung die einzige Option für ihr Überleben. In Deutschland zum Beispiel bietet die Wiederanlage von Stabilisierungsfonds mit Sonderkrediten aus der vorangegangenen globalen Finanzkrise die beste Lösung für deutsche Aktiengesellschaften wie die Lufthansa.

CN: Werden Flugpreise bei den derzeit niedrigen Ölpreisen und der entsprechend geringen Nachfrage nach Reisen für Reisende erschwinglicher werden?

LB: Aufgrund der Treibstoff-Hedging-Aktivitäten Ende 2019 wird die Mehrheit der Fluggesellschaften leider derzeit nicht von den niedrigen Ölpreisen profitieren. Die Fluggesellschaften berichten von massiven Verlusten beim Treibstoff-Hedging, da die Treibstoffpreise stark gefallen sind. Die Markt-zu-Markt-Verluste aus den Überschussabsicherungsgeschäften sind auch deshalb entstanden, weil Kapazitätskürzungen aufgrund von COVID-19 dazu geführt haben, dass der Treibstoffverbrauch der Fluggesellschaften in den nächsten Geschäftsjahren niedriger sein wird als bisher angenommen. Was die Nachfrageseite betrifft, so wird die Luftfahrtindustrie in den nächsten drei Jahren unter einer geringeren Nachfrage leiden.

Aufgrund technologischer Vorteile (z.B. Videokonferenzen) und der wirtschaftlichen Rezession (Insolvenzen von Unternehmen) werden Geschäftsreisen auf die Befriedigung der Grundbedürfnisse beschränkt sein, und ein Teil der Geschäftsreisen wird möglicherweise nie wieder zurückkehren (mittelfristig 5-8% Rückgang). Diese Ereignisse (Kapazitätskürzungen, Nachfragerückgang und höhere Treibstoffkosten als erwartet) werden mittelfristig zu einer Erhöhung der Flugpreise beitragen. Wir können jedoch zu Beginn für einen begrenzten Zeitraum günstigere Flugpreise erwarten, und es werden Methoden entwickelt, um den Verkehr und die Nachfrage während der Erholungsphase anzukurbeln.

CN: Gibt es bestimmte geographische Gebiete oder Reisemärkte in der Welt, die besser darauf vorbereitet sind, zur Normalität zurückzukehren?

LB: Eine Rückkehr zur Normalität ist vor 2023 unwahrscheinlich. Abgesehen davon glaube ich, dass Länder wie Australien und Neuseeland einen geografischen Vorteil haben und während dieser Pandemie eine große Arbeit geleistet haben, um die Verbindungen untereinander zu festigen. Eine Trans-Tasman-Reiseblase wird entstehen, sobald es sicher ist, Flüge zwischen beiden Ländern zu ermöglichen. Wenn es gut funktioniert, könnten sie erwägen, die pazifischen Inseln und Singapur einzuladen, sich dieser Blase anzuschließen. Dieses Modell könnte sich als gutes Beispiel für den Rest der Welt erweisen, um die Reisen zwischen den Ländern Schritt für Schritt in Gang zu bringen.

CN: Wird sich die Luftfahrtindustrie zum Besseren verändern? Könnte COVID-19 angesichts der Rolle, die die staatliche und private Finanzierung bei der Umstrukturierung von Fluggesellschaften spielen kann, die bereits schlecht verwalteten Fluggesellschaften zwingen, effizienter zu werden?

LB: Jede einzelne Krise führt zu neuen Möglichkeiten, die Dinge zu verbessern. Was in der Vergangenheit als Fehler angesehen wurde, kann jetzt korrigiert werden. Nach einem Weckruf aus dieser Krise wird Themen wie Nachhaltigkeit und Umwelt viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt, was zu einer höheren betrieblichen Effizienz für die Zukunft führt.

CN: Wie wird sich die Pandemie auf die Ausbildungspipeline der Piloten auswirken?

LB: Piloten, Flugbegleiter und Flugsteigbedienstete sind die Gruppen, die am unmittelbarsten von dem starken Rückgang der Passagiernachfrage betroffen sind, seit die Pandemie weltweit ausgebrochen ist und den Flugverkehr für Millionen von Menschen im Wesentlichen zum Erliegen gebracht hat. Die COVID-19-Krise hat den weltweiten Mangel an Piloten in einen Überschuss verwandelt. Die gegenwärtige Krise hat alles verändert, einschließlich der Fluggesellschaften, die aufgrund des starken Kapazitätsabbaus für die nächsten drei Jahre Tausende von Piloten entlassen.

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