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Reise/Travel

Nur wenige lassen unter Corona-Bedingungen den Blick in die Ferne schweifen. Wenn es wieder so weit ist, hilft ein GNF-Guide, ökologische Reiseentscheidungen zu treffen. Foto © Jan Vašek / Pixabay

All Inclusive? Neuer Verbraucherguide zu den wahren Kosten des Reisens

Nur wenige lassen unter Corona-Bedingungen den Blick in die Ferne schweifen. Wenn es wieder so weit ist, hilft ein GNF-Guide, ökologische Reiseentscheidungen zu treffen. Foto © Jan Vašek / Pixabay
Nur wenige lassen unter Corona-Bedingungen den Blick in die Ferne schweifen. Wenn es wieder so weit ist, hilft ein GNF-Guide, ökologische Reiseentscheidungen zu treffen. Foto © Jan Vašek / Pixabay

In Zeiten von Pandemieschutz und Teil-Lockdown bleiben die meisten von uns zu Hause. Dabei sind die Deutschen ein reiselustiges Volk: Ob privat oder geschäftlich, die Hoffnung auf eine allmähliche Rückkehr unserer gewohnten Mobilität in 2021 ist da – und der Global Nature Fund gibt in einem neuen Leitfaden Tipps, wie wir nachhaltig unterwegs sein können.Mit einem neuen Leitfaden ermöglicht es der Global Nature Fund (GNF) Reisenden, die Umweltkosten von Bahnfahrt, Flug, Hotelübernachtung, Restaurantbesuch und Co. nachzuvollziehen. So lassen sich ökologisch sinnvolle Entscheidungen für die eigene Reise treffen.

Bonn, 27.11.2020: Wie unter der Woche bekannt wurde, erwartet die Deutsche Bahn mit 5,6 Milliarden Euro einen Rekordverlust für 2020. Skipisten bleiben diesen Winter voraussichtlich geschlossen und wie wir seit gestern wissen, wird der „Lockdown light“, der u.a. eine weitgehende Schließung der Gastronomie bedeutet, verlängert und teils verschärft. Keine guten Zeiten also für Menschen auf Reisen.

Konkrete Zahlen, konkrete Chancen: Belastungen erkennen und reduzieren

Die Erwartung eines wirksamen Impfstoffeinsatzes gegen das Coronavirus schürt die Hoffnung, im kommenden Jahr wieder uneingeschränkter mobil sein zu können. Für jene, die sich trotz Pandemieschutz schon jetzt in die Ferne wagen dürfen oder müssen, v.a. aber für die Zeit „danach“ präsentiert der Global Nature Fund ein neues Werkzeug, das den Einfluss des Reisens auf die Natur nachvollziehbar macht: den Verbraucherleitfaden „All Inclusive: Die wahren Kosten einer Reise“. Der Guide gibt detailliert und anschaulich Auskunft über ökologische Belastungen, die mit dem Unterwegssein verbunden sind, beziffert sie mit konkreten Kosten und gibt Tipps, wie wir uns als mobile Menschen umweltfreundlicher verhalten können.

Ob bei der An- und Abreise, im Hotel oder Restaurant: Die Zahlen zeigen mitunter die Drastik des Unterschieds, der auf Reisen mit einer Entscheidung verbunden sein kann. So würden für die Flugreise von München nach Berlin 26 € fällig, wären wir bereit, für unseren ökologischen Fußabdruck finanziell aufzukommen. Und mit dem Zug? Unter 2 Cent. 53 Cent an Umweltkosten spart übrigens, wer im Hotel darauf verzichtet, täglich seine Handtücher waschen zu lassen. Und wer sich beim Restaurantbesuch für einen Griechischen Salat (44 Cent) und eine Pizza Salami-Schinken (87 Cent) entscheidet, verursacht trotz seines Fleischverzehrs weniger Umweltbelastungen als mit einem Steak mit Kartoffeln, Gemüse und Dip: 3,32 €.

Verantwortungsvoll unterwegs für Mensch und Natur

„Wer darauf verzichtet, sich über den eigenen ökologischen Fußabdruck Gedanken zu machen, überträgt die Folgen seines Handelns auf andere Generationen oder auch auf Menschen in anderen Ländern, die zum Beispiel vom Klimawandel oder schwindenden Ökosystemen viel stärker betroffen sind als wir in Deutschland“, erklärt Martin Haustermann, der beim GNF für das Thema Naturkapital und Umweltkostenberechnung verantwortlich ist. „Wir bezahlen Preisen für Produkte und Dienstleistungen, bei denen Umweltkosten nicht berücksichtigt und meist auch nicht ausgewiesen sind. Dabei gibt es umweltbewusste Konsumenten, die sich für diese versteckten Kosten interessieren und gerne wüssten, in welchen Fällen das vermeintliche Schnäppchen bedeutet, dass jemand anderes für die Kosten aufkommen muss. Wir möchten mit unserem Leitfaden informieren und Reisenden eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlage bieten.“

Der GNF-Leitfaden „All Inclusive: Die wahren Kosten einer Reise“ ist im Rahmen des vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt geförderten Projekts „Naturkapital im Hotel und Gastgewerbe“ entstanden. Darin erarbeitet der Global Nature Fund seit 2018 eine umfangreiche Datenbasis, auf Grundlage derer Manager*innen von Hotels und Restaurants Umweltkosten berechnen können. Auch die für den aktuellen Verbraucherguide verwendeten Zahlen basieren auf Erkenntnissen aus diesem Projekt.

Link zum Leitfaden

Weitere Informationen zum Projekt

Über den Global Nature Fund

Der Global Nature Fund (GNF) wurde 1998 in Radolfzell am Bodensee als gemeinnützige Stiftung gegründet und engagiert sich gemeinsam mit seinen Partnern weltweit im Natur- und Umweltschutz. Besonderes Augenmerk gilt der Förderung ökologisch bewussten Wirtschaftens und der Erhaltung von Biodiversität in Lieferketten, für die der GNF im Dialog mit Unternehmen bereits diverse innovative Maßnahmen entwickelt hat.

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Luftfahrt und Tourismus aus der Krise helfen

Frankfurt UAS gründet „Institute for Aviation and Tourism“/Institut soll
einer gebeutelten Branche Auftrieb geben

Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) hat zum
Wintersemester 2020/21 das „Institute for Aviation and Tourism“ (IAT)
gegründet. „Wir möchten die im Bereich Luftverkehrs- und
Tourismusmanagement über viele Jahre gesammelte Expertise der Frankfurt
UAS sowie unsere Leidenschaft für beide Branchen in die Gründung eines
praxisorientierten, wissenschaftlichen Instituts einfließen lassen. In der
Krise wachsen oft auch beste Ideen, frei nach diesem Motto soll der Fokus
zunächst auf die strategische Neuausrichtung der Luftverkehrs- und
Tourismusbranche mit Blick auf die Corona-Pandemie gerichtet werden“,
erklärt Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Professorin für Betriebswirtschaft mit
besonderem Schwerpunkt Internationales Luftverkehrsmanagement und
stellvertretende Vorsitzende Direktorin des IAT.  Am 20. November 2020
fand die konstituierende Mitgliederversammlung statt.

Die Arbeit des IAT basiert auf fünf Aktivitätsschwerpunkten: Forschung,
Weiterbildung, Implementation Management, interdisziplinäre Netzwerke
sowie Öffentlichkeitsarbeit und Transfer. Die fünf inhaltlichen Säulen
lauten Customer Journey, Sustainability, Digitalization, Trends & Market
Research und Air Cargo. Die Vision des IAT ist es, die erste
wissenschaftliche Adresse in Deutschland für Analysen zur aktuellen
strategischen Neuausrichtung von Luftverkehr und Tourismus zu werden. Neue
Geschäftsmodelle, ein neues Branchen-Bewusstsein sowie optimierte Prozesse
und Technologien werden hierfür untersucht.

„Unsere Hochschule wendet mit der Gründung des Instituts den Blick nach
vorn und gibt einer der am stärksten von der Corona-Krise betroffenen
Branchen Rückenwind“, betont der Präsident der Frankfurt UAS, Prof. Dr.
Frank E.P. Dievernich, und prognostiziert: „Es wird eine Zeit nach Corona
geben, in der wir das Reisen wieder aufnehmen können. Jedoch wird und muss
es anders sein als in den Jahren zuvor. Jenseits der Pandemie ist das viel
größere Problem nämlich der Klimawandel. Das darf nicht in Vergessenheit
geraten. Unser Ziel ist es, mit dem neuen, praxisorientierten
Forschungsinstitut IAT eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von
nachhaltigen, umweltfreundlichen und zugleich zukunftsweisenden, digitalen
Ansätzen einzunehmen.“

Die Frankfurt UAS hat bereits über 100 Praxisprojekte mit mehr als 40
Partnerunternehmen der Luftverkehrs- und Tourismusbranche durchgeführt.
Die Hochschule bietet folgende Studiengänge in diesem Bereich an:
Luftverkehrsmanagement (B.A.), Tourismusmanagement (B.A.), Aviation and
Tourism Management (MBA) sowie Global Logistics (M.Sc.). Das Kernteam des
IAT verfügt über weitreichende Expertise aus langjährigen Tätigkeiten in
führenden Unternehmen der Luftverkehrs- und Tourismusbranche. Zum
Gründungsteam gehören: Prof. Dr. Karsten Benz, Studiengangsleiter
Luftverkehrsmanagement; Prof. Dr. Karl-Rudolf Rupprecht, Vorsitzender
Direktor des IAT und Studiengangsleiter Aviation and Tourism Management;
Prof. Dr. Kerstin Wegener, stellv. Studiengangsleiterin
Tourismusmanagement; Manuel Wehner, M.Sc., Projektleiter IAT-Gründung;
Prof. Dr. Yvonne Ziegler, Professorin für Internationales
Luftverkehrsmanagement und Prof. Dr. Kirstin Zimmer, stellv.
Studiengangsleiterin Luftverkehrsmanagement.

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Kreuzfahrten in Corona-Zeiten: Neue Website des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland

Zahlreiche Kreuzfahrtveranstalter in ganz Europa sehen sich aufgrund der Corona-Krise gezwungen, ihre Reisen abzusagen oder zu verschieben. Landausflüge werden  geändert oder gestrichen. Bleibt die Frage: Welche Rechte haben die Passagiere? Die neue Internetseite des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland gibt darüber Aufschluss.

Absage abwarten oder selbst stornieren?
Wurde die bereits zu Jahresbeginn gebuchte Kreuzfahrt aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt, muss der Reiseveranstalter den kompletten Reisepreis erstatten.  Für Kreuzfahrten, die vor dem 8. März 2020 gebucht wurden, darf er einen Gutschein anbieten. Allerdings entscheidet der Passagier, ob er den Gutschein annimmt oder nicht. Lehnt er ab, steht ihm der komplette Reisepreis zu. Möchte der Veranstalter den Termin auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, gilt das Gleiche. Wer hingegen selbst storniert, weil er zum Beispiel zu einer Risikogruppe gehört, kann dies bis zum Abreisetag tun, muss aber meist mit hohen Stornogebühren rechnen.


Allgemeine Tipps für Kreuzfahrer
Neben konkreten Antworten auf rechtliche Fragestellungen enthält die Internetseite auch allgemeine Tipps für Kreuzfahrer: welche neuen Regeln in Corona-Zeiten an Bord gelten, welche Einrichtungen und Dienstleistungen an Bord eventuell nicht genutzt werden können und ob man einen COVID-19-Test braucht. Zudem wird erklärt, worauf Passagiere achten müssen, wenn sie von Bord aus nach Hause telefonieren möchten. Das kann über das Schiffsnetz nämlich ziemlich teuer werden.


Nachhaltig reisen
Wer sich rund ums Thema Nachhaltigkeit informieren möchte, kann dies auf der neuen Webseite ebenfalls tun. Hier wird beispielsweise erläutert, wie Passagiere ihre CO2-Bilanz mit Hilfe des Rechners des Umweltbundesamtes berechnen und anschließend ausgleichen können, damit die Klimabilanz besser ausfällt.

 

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Reisen nachhaltiger gestalten

Die Junge Akademie veröffentlicht Stellungnahme „Vorschläge für einen
nachhaltigeren Wissenschaftsbetrieb durch Reduzierung der Reisetätigkeit“

Die Mitglieder der Jungen Akademie plädieren für mehr Nachhaltigkeit im
Wissenschaftsbetrieb und fordern zum Umdenken beim Thema Reisen auf. In
ihrer Stellungnahme geben sie konkrete Beispiele und Ausblicke, um im
Bereich der Reisetätigkeiten CO2-Emissionen zu reduzieren und ermuntern
zur Ausweitung und Verbesserung der Online-Kommunikation. Praktische
Anwendungstipps ergänzen die Stellungnahme.

Reisen im Rahmen des Wissenschaftsbetriebs verursachen einen
verhältnismäßig großen CO2-Ausstoß. So führt ein Hin- und Rückflug von
Frankfurt nach New York zu bis zu 2,5 Tonnen emittiertem CO2. Im Vergleich
dazu beträgt die Gesamtmenge an CO2, die laut Schätzungen des IPCC
(Intergovernmental Panel on Climate Change - Weltklimarat) noch emittiert
werden darf, bevor irreversible Folgen auftreten, circa 500 Gigatonnen.
Dies entspricht etwa 1,8 Tonnen CO2 pro Person und Jahr bis 2050. Diese
Rechnung verdeutlicht, dass ein Umdenken im Reiseverhalten notwendig ist.

„Die Zeit wird sehr knapp, um die notwendige Trendwende in der
Klimaentwicklung zu erreichen. Das Ausmaß der Herausforderung kann auf
Einzelne sehr überfordernd wirken. Hier ist zentral, sich daran zu
erinnern, dass eine kleine Verhaltensänderung besser ist als keine
Verhaltensänderung“, so Astrid Eichhorn, Physikerin und Sprecherin der AG
Nachhaltigkeit an der Jungen Akademie. „Wir möchten mit unserer
Stellungnahme einen Katalog von Möglichkeiten aufzeigen und auf der
Website praktische Tipps zur Umsetzung bieten.“

Die Vorschläge der Jungen Akademie richten sich an einzelne
Wissenschaftler*innen, Geldgeber*innen, Konferenzorganisator*innen,
Universitäten und Forschungseinrichtungen. Dies sind kleinere Maßnahmen
wie die Wahl der Reisemittel oder die Verringerung der Konferenzbeiträge,
aber auch der Ausbau der Finanzierung und die Schaffung geeigneter
Voraussetzungen für Online-Formate. Im Wandel der Reisekultur sehen die
Mitglieder zudem eine gute Möglichkeit, mehr Diversität der Teilnehmenden
zu erreichen. Vorbehalten gegenüber Online-Konferenzen, -Workshops und
-Seminaren möchten sie entgegentreten und bieten auf der Internetseite der
Jungen Akademie konkrete Anwendungsbeispiele und Erfahrungsberichte für
Online-Formate. Die Sammlung der Beispiele soll in unregelmäßigen
Abständen erweitert werden. Interessierte sind eingeladen, dort ihre
Erfahrungen einzubringen.

Originalpublikation:
https://www.diejungeakademie.de/fileadmin/user_upload/Bilder/publikationen/20201028_Stellungnahme_Nachhaltigkeit_DE.pdf
Stellungnahme deutsche Fassung als PDF-Datei zum Download
https://www.diejungeakademie.de/fileadmin/user_upload/Bilder/publikationen/20201028_Stellungnahme_Nachhaltigkeit_EN.pdf
Stellungnahme englische Fassung als PDF-Datei zum Download

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