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Reise/Travel

leibniz: Reisen

„Reisen“ ist das Thema des neuen Schwerpunkts des Onlinemagazins der
Leibniz-Gemeinschaft.

Reisen heißt zunächst, sich von einem Ort weg zu einem anderen Ort zu
bewegen. Wir alle halten akut inne. Denn „Reisen“ als Fortgehen von einem
Ort ist in diesen Wochen vor allem ein Synonym für Flucht und Vertreibung.
Von dieser Aktualität war nichts zu ahnen, als die Arbeit an diesem
Schwerpunkt begonnen hatte, längst bevor Russland die Ukraine Ende Februar
angriff und die Flucht von Millionen von Menschen auslöste.
Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist oft ihre Forschung Anlass
zum Reisen. Die Suche nach Wirkstoffen und neuen Erkenntnissen oder
Recherchen in den Archiven anderer Länder ziehen sie in die Ferne. Andere
rekonstruieren die Anfänge des Reisens in archäologischen Grabungen oder
tüfteln im Labor an neuen Technologien, die unser Reisefieber klima- und
umweltfreundlicher machen sollen – damit wir auch die irdischen und
galaktischen Reiseziele der Zukunft besenrein hinterlassen.
Begleiten Sie uns durch den Schwerpunkt „Reisen“. In den kommenden Wochen
baut er sich unter www.leibniz-magazin.de/schwerpunkte/reisen Beitrag für
Beitrag auf.

Unter anderem lesen Sie darin:
•       Tournee der Hoffnung: Mitten im Krieg reisen Solomon Mikhoels und
Itzik Fefer 1943 monatelang um die Welt. Das Ziel der sowjetischen Juden:
Ost und West im Kampf gegen Hitler vereinen. Der Osteuropa-Historiker
Jakob Stürmann vom Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur –
Simon Dubnow hat ihre Tournee rekonstruiert.
•       Der Wirkstoffforscher: Die Suche nach neuen Wirkstoffen führt
Ludger Wessjohann vom Leibniz-Institut für Pflanzen- und Biochemie in die
entlegensten Winkel der Erde. Doch die eigentliche Reise beginnt erst im
Labor.
•       Postkartenfieber: Mit der Erfindung der Postkarte begann Ende des
19. Jahrhunderts der Siegeszug eines visuellen Massenmediums. Welche
Bilder und Klischees transportierten die handgeschriebenen Kurznachrichten
und Urlaubsgrüße, und wie beeinflussten sie das Denken der Zeit? Maren
Röger, Direktorin des Leibniz-Instituts für Geschichte und Kultur des
östlichen Europa, im Gespräch.
•       Fortbewegungsmittel: Auf Reisen zieht es uns immer wieder in weit
entfernte Gebiete der Erde – und bald vielleicht sogar darüber hinaus. In
der Regel hinterlassen wir dabei Spuren: Stichwort CO2-Fußabdruck. Mehrere
Leibniz-Institute arbeiten daran, das Reisen sauberer und sicherer zu
machen. Ein Blick in die Zukunft.
•       Ausbeutung unter Deck: Während die einen sich auf dem Sonnendeck
vergnügen, spülen die anderen in den Küchen von Kreuzfahrtschiffen für
wenige Euro ihre Gläser. Am Deutschen Schifffahrtsmuseum – Leibniz-
Institut für Maritime Geschichte untersucht Katharina Bothe die
Arbeitsbedingungen auf den schwimmenden Städten.
•       Die Geschichte des Schiffbruchs: Der Schiffbruch nimmt unter den
Unfällen auf Reisen historisch eine Sonderstellung ein. Angesichts der
Fluchtbewegungen nach Europa ist er ein aktuelles Thema und stellt
europäische Werte auf die Probe. Henning Trüper vom Leibniz-Zentrum für
Literatur- und Kulturwissenschaften schreibt: „Teile der politischen
Öffentlichkeiten in Europa erkennen das moralische Gebot der Lebensrettung
zur See nicht mehr uneingeschränkt an.“
•       Von wandernden Tieren und Menschen: In der Mongolei durchtrennen
immer mehr Zäune, Bahntrassen und Industrieanlagen die Steppe – und
schneiden Wildtieren den Weg ab. Thomas Müller vom Senckenberg
Biodiversität und Klima-Forschungszentrum reist seit Jahrzehnten in das
von Nomadentum geprägte Land. Wie kann das Zusammenleben von Mensch und
Tier so gestaltet werden, dass beide eine Zukunft haben?
•       Zwei Reisen, zwei Zeiten: Vor über 100 Jahren schaffte eine
Expedition mehr als 200 Tonnen Saurierknochen aus Tansania nach Berlin in
das heutige Museum für Naturkunde – Leibniz-Institut für Evolutions- und
Biodiversitätsforschung. Nun ist ein Team des Leibniz-Forschungsmuseums
erneut in die ehemalige Kolonie gereist, unter neuen Vorzeichen: Gemeinsam
mit lokalen Kolleginnen und Kollegen machten sie spektakuläre Funde – die
dieses Mal im Land verbleiben.
•       Frühes Reisen: Schon im 2. Jahrhundert legten Gläubige weite
Strecken zurück. Orte wie Pergamon waren dabei nicht nur Pilgerstätten,
sondern auch Kurorte und Besuchermagneten, in denen eine emsige
Tourismusindustrie Souvenirs wie Ampullen fertigte. Das Römisch-
Germanische Zentralmuseum – Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie
untersucht dieses frühe touristische Spektakel.

leibniz ist das Magazin der Leibniz-Gemeinschaft. In drei Schwerpunkten im
Jahr, von denen einer auch in gedruckter Form erscheint, erzählt es aus
Wissenschaft und Gesellschaft und stellt die Menschen hinter der Leibniz-
Forschung vor. Alle Schwerpunkte und weitere Beiträge finden Sie unter www
.leibniz-magazin.de. Die Printausgabe können Sie kostenlos abonnieren mit
einer Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. und online unter www.leibniz-
gemeinschaft.de/magazin lesen.

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Expertenblick: Silvain Michel und Erwin Hack (rechts) untersuchen das Rumpfpaneel eines Airbus A350.  Empa

Flugsicherheit: Diagnose im Flug

Expertenblick: Silvain Michel und Erwin Hack (rechts) untersuchen das Rumpfpaneel eines Airbus A350.  Empa
Expertenblick: Silvain Michel und Erwin Hack (rechts) untersuchen das Rumpfpaneel eines Airbus A350. Empa

Gemeinsam mit Teams aus England und Deutschland entwickelten Empa-Forscher
ein Überwachungssystem für Flugzeug-Bauteile. In Zukunft könnten kleine
Beschädigungen schon während des Fluges aufgespürt und überwacht werden,
ohne dass das Flugzeug zur Wartung in den Hangar muss. Das senkt die
Betriebskosten und erhöht zugleich die Sicherheit.

Die Druckkabinen von Verkehrsflugzeugen, ebenso wie deren Flügel und
Leitwerke, werden in regelmässigen Abständen auf Risse und Schäden
untersucht. Alle sechs bis zehn Jahre muss jeder Jet zum sogenannten
D-Check für ein bis zwei Monate in einen Hangar. Dort wird er weitgehend
auseinandergebaut, selbst die Lackierung wird entfernt. Zusammen mit dem
Ausfall an Flugzeit kann ein solcher D-Check leicht mehrere Millionen
Franken kosten.

Geht es nicht auch einfacher? Könnte man nicht die belasteten Teile der
Flugzeugstruktur auch permanent, also während des Fluges, überwachen und
entstehende Schäden gezielt im Auge behalten? Im Rahmen eines EU-Projekts
namens DIMES («Development of Integrated Measurement Systems») ist ein
internationales Forschungskonsortium dieser Frage nachgegangen.
Projektpartner sind neben der Empa Airbus, die University of Liverpool,
die Firmen «Strain Solutions Limited» aus Grossbritannien und «Dantec
Dynamics GmbH» aus Deutschland.

Ist da was? Wie schlimm ist es?

«Wir haben uns im Februar 2018 auf das Projekt beworben, das im Rahmen des
«Clean Sky 2»-Programms der EU ausgeschrieben war», erklärt Erwin Hack,
der Projektleiter an der Empa. Die Fragestellung war spannend: Mit
möglichst robusten und preisgünstigen Komponenten sollten die Forscher den
metallischen Flügel eines Airbus A320 und Kohlefaser-Verbundwerkstoffe im
Kabinenpaneel eines Airbus A350 beobachten. «Die Sensoren sollten am Ende
mehrere Fragen beantworten: Ist da ein Schaden? Wo ist der Schaden?
Welcher Art ist der Schaden? Wie ernst ist die Beschädigung, und wie lange
hält das Bauteil noch?»

Das Konsortium erhielt den Zuschlag, und die Empa spielte dabei keine
unwesentliche Rolle: Einerseits ist Hack Spezialist für die optische
Überwachung von Bauteilen, für Wärmebildmessungen und für die Überwachung
mittels Dehnungsmessstreifen und Bragg-Gittern. All diese Methoden sollten
zugleich an den Flugzeugteilen eingesetzt werden. Und zum anderen verfügt
die Empa über Maschinen, in denen die Teile eingespannt und tausende Male
hintereinander gezielt durchgebogen werden konnten. Zusammen mit Silvain
Michel von der Empa-Abteilung «Mechanical Systems Engineering» entwickelte
Hack seine Teststrategie. Airbus lieferte aus Filton/UK das rund sieben
Meter lange Flügelsegment eines Airbus A320-111, der 1988 bei einem
Absturz beschädigt worden war.


Schadensbetrachtung mit vier Methoden

Im November 2019 war das Flügelteil an der Empa eingespannt, die
Untersuchungen konnten beginnen. Mit hydraulischen Pressen wurde der
Flügel 70'000 Mal durchgebogen, während die Forscherinnen und Forscher
Daten sammelten und die Ergebnisse analysierten. Die Biegeversuche
vergrösserten – wie erwartet – die Bruchstellen, die der Flügel beim
Absturz erlitten hatte, und führten zu neuen Rissen.

Den Gesamtzustand des Flügels «fühlten» die Forscher mit
Dehnungsmessstreifen und faseroptischen Bragg-Sensoren. Die nähere
Umgebung des Schadens beobachteten sie mit Kameras und Infrarotkameras –
denn die Biegungstests erzeugen Wärme im geschädigten Flügelteil. Dort, wo
die Wärme entsteht, gilt es, besonders genau hinzuschauen.


Die Pandemie stellt Herausforderungen

In einem nächsten Schritt galt es, die Untersuchungsmethoden aus dem
Metall-Flügel auf Kohlefaser-Strukturen eines Flugzeugs anzupassen: Bei
Airbus in Toulouse stand das Cockpit eines Airbus bereit, und die Empa
erhielt Rumpfpanele eines Airbus A350 aus Hamburg. Beide Teile sind vor
allem durch den Kabinendruck belastet, der bei jedem Flug aufgebaut und
bei jeder Landung wieder entlastet wird.

Doch dann kam Corona. Nun konnten die Forscherteams aus Chesterfield und
Liverpool, in Ulm und Dübendorf sich nicht mehr treffen und auch nicht zu
ihren Versuchsobjekten reisen, die in Dübendorf, Toulouse und Filton in
den Labors standen. Die Forscher lösten das Problem, indem sie ein
spezielles Kommunikationssystem für Mechaniker entwickelten, bestehend aus
Helmkamera, Kopfhörern und Mikrofon. So ausgerüstet konnte ein Spezialist
in Toulouse das Modul in die Cockpitstruktur montieren – aus der Ferne
geführt von Experten in England, Deutschland und von der Empa. Die Methode
funktionierte so gut, dass schliesslich noch ein Luftfahrt-Forschungslabor
im kanadischen Ottawa ins Projekt aufgenommen wurde. Dort wurde ein
Flugzeugflügel mit dem Überwachungsmodul bestückt, ohne dass ein einziger
Langstreckenflug zum Forschungsobjekt nötig war.

Einsatz bei statischen Strukturtests

Ergebnis des Projekts ist ein kleines Modul aus handelsüblichen,
preisgünstigen Komponenten, das zugleich vier Überwachungsmethoden
beherrscht: Dehnungsmessungen mit Messstreifen und Bragg-Sensoren,
optische Überwachung und thermoelastische Stress-Analyse. Die Daten aus
den Sensoren werden in einem Minicomputer gesammelt und können von Ferne
ausgelesen werden.

Zunächst darf das Modul noch nicht in Flugzeugen mitfliegen, sondern soll
bei Strukturtests in Airbus-Entwicklungslabors beweisen, was es kann. Wenn
die Technik weiter ausgereift ist, könnte sie entscheidend dabei helfen,
die Sicherheit von Flugzeugen zu erhöhen und zugleich die Wartungskosten
zu senken. Die nächste Generation von Airlinern könnte dank solcher
Strukturüberwachung auch etwas leichter und damit Treibstoff-sparender
gebaut werden als heute.

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Kroatien Symbolfoto

Kroatien während Covid-19: Was Sie vor Ihrer Reise wissen müssen

Kroatien Symbolfoto
Kroatien Symbolfoto

Covid-19 hat die Welt auf den Kopf gestellt und das gilt insbesondere für alle die gerne reisen. Wenn Sie eine Reise nach Kroatien planen, sollten Sie derzeit Folgendes wissen und beachten.

 

 

Die Grundlagen

Kroatien hat eine der höchsten Todesraten in Europa aufgrund von Covid-19. Während das Land für die Sommersaison 2021 wieder für Touristen geöffnet wurde, kam es bald zu einem erneuten Anstieg der Coronavirus-Fälle. Die neue Omicron-Variante, die erstmals im November 2021 auftrat, hat zu einem weiteren Anstieg der Infektionen geführt, wobei Kroatien im Januar 2022 seine bisher höchste Zahl an Fällen verzeichnete. 

 

Wer kann einreisen? 

Die Grenzen sind jetzt offen, allerdings benötigen Reisende entweder ein digitales EU-Covid-Zertifikat oder einen Nachweis der Impfung, der Genesung von Covid-19 oder einen negativen Test. Für Einreisende aus einigen Ländern gelten Quarantänebestimmungen (siehe unten), und wer aus einem außereuropäischen Land anreist, benötigt eine bestätigte Unterkunftsbuchung. Sie sollten sich also unbedingt vor der Einreise um ein Hotel kümmern oder bei einer Villa-Vermietung melden.

 

Welche Einschränkungen gibt es? 

Passagiere aus EU- und Schengen-Staaten dürfen unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit nach Kroatien einreisen, wenn sie eine digitale EU-Bescheinigung vorlegen. Wenn Sie keine solche Bescheinigung haben, müssen Sie entweder eine Impfbescheinigung (über eine in der EU zugelassene Impfung) vorlegen, wobei die Impfung innerhalb der letzten 270 Tage erfolgt sein muss; eine Bescheinigung über die Genesung von Covid-19, zusammen mit dem Nachweis von mindestens einer Impfdosis innerhalb von acht Monaten nach der Ansteckung; oder einen negativen PCR-Test oder einen von der EU anerkannten Antigen-Schnelltest, der innerhalb von 72 bzw. 48 Stunden durchgeführt wurde. 

Andernfalls können Sie sich bei Ihrer Ankunft testen lassen und sich dann selbst isolieren, bis Sie ein negatives Ergebnis erhalten, oder Sie können sich 10 Tage lang selbst isolieren. Die gleichen Regeln gelten für Drittstaatsangehörige mit Wohnsitz in der EU oder für EU-Bürger mit Wohnsitz im Ausland. Wenn das Land oder die Region, aus dem/der Sie einreisen, vom Europäischen Zentrum für Seuchenkontrolle als "rot" oder "dunkelrot" eingestuft wurde, gelten jedoch zusätzliche Einschränkungen - siehe unten.

Die Grenzen sind offiziell für Drittstaatsangehörige geschlossen, aber der Tourismus ist eine gültige Ausnahme. Sie müssen zusätzlich zu den oben genannten Papieren eine Bescheinigung über eine bezahlte Unterkunft (in einem Hotel, einer Privatunterkunft, einem Campingplatz oder einem gemieteten Boot) vorlegen. Für Einreisende aus den Ländern, die vom kroatischen Institut für öffentliche Gesundheit als Hochrisikoländer eingestuft werden, gelten zusätzliche Maßnahmen, unabhängig vom Impfstatus. 

Reisende, die aus Südafrika, Brasilien, Indien oder Sansibar einreisen, müssen einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht länger als 48 Stunden vor der Ankunft durchgeführt wurde, und sich einer obligatorischen 14-tägigen Selbstisolierung unterziehen. Diese kann auf sieben Tage verkürzt werden, wenn ein zweiter PCR-Test ebenfalls ein negatives Ergebnis bestätigt. 

Personen, die aus dem Vereinigten Königreich einreisen, müssen nun entweder einen Nachweis über eine Impfung, ein negatives Covid-19-Antigen-Testergebnis, das nicht älter als 48 Stunden ist, oder ein negatives PCR-Testergebnis, das nicht länger als 72 Stunden zurückliegt, oder eine ärztliche Bescheinigung über die Genesung vom Virus vorlegen.  Länder oder Regionen, die auf der "roten" oder "dunkelroten" Liste des Europäischen Zentrums für Seuchenkontrolle stehen, müssen sich ebenfalls an diese Bestimmungen halten. 

 

Wie ist derzeit die Covid Lage im Land? 

Kroatien hat die achthöchste Pro-Kopf-Sterberate in Europa, knapp hinter Italien. Das Land hat sein Ziel verfehlt, bis zum 1. Juli die Hälfte aller Erwachsenen mit einer einzigen Dosis zu impfen - bis zum 21. Januar waren über 53 % geimpft. Aufgrund der Ausbreitung der Omicron-Variante beginnen die Infektionen im Land wieder anzusteigen; am 20. Januar wurde eine Rekordzahl von 11.343 Fällen gemeldet. Bis zum 21. Januar gab es knapp über 848.000 Fälle und 13.300 Todesfälle. 

 

Was erwartet die Besucher bei ihrem Aufenthalt? 

Auch wenn Kroatien wieder geöffnet ist, gelten weiterhin zahlreiche Einschränkungen. In Innenräumen und in allen geschlossenen Räumen sowie im Freien, wo ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, besteht Maskenpflicht. 

Cafés, Clubs und Restaurants sind zwar geöffnet, unterliegen aber Ausgangssperren und Kapazitätsbeschränkungen, und nur Personen mit einem digitalem Covid EU-Zertifikat dürfen an Versammlungen mit mehr als 50 Personen teilnehmen.

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INRIX Traffic Scorecard: Innenstadtverkehr nimmt zu und erreicht Vorkrisenniveau

München bleibt die staureichste Stadt (79 Stunden), gefolgt von Berlin (65 Stunden), Hamburg (47 Stunden) und Potsdam (46 Stunden)

  • Der Verkehr nimmt in Deutschland wesentlich schneller wieder zu als beispielsweise in Großbritannien oder den USA.
  • Deutsche Autofahrer*innen verlieren im Schnitt deutlich mehr Zeit im Stau als letztes Jahr (40 Stunden in 2021 vs. 26 Stunden in 2020), aber immer noch weniger als 2019 (46 Stunden).
  • Der staureichste Straßenabschnitt Deutschlands findet sich am Mittleren Ring in München.
  • Mit 148 Stunden jährlich stehen Londoner Autofahrer*innen weltweit am längsten.
Download Pressemitteilung (pdf) und vollständiger Report

Kirkland, 7. Dezember, 2021 - INRIX, Inc., ein weltweit führender Anbieter von Verkehrsanalysen und Connected-Car-Services, hat heute die Global Traffic Scorecard 2021 veröffentlicht. Die Staustudie identifiziert und bewertet Stau- und Mobilitätstrends in mehr als 1.000 Städten in 50 Ländern im Jahr 2021. Auch dieses Jahr hielt die Pandemie die Welt weiter in Atem, allerdings stieg mit dem Start der Impfkampagne die Mobilität zuletzt wieder stark an.

Besonders deutlich wird der Umschwung im Vergleich zum letzten Jahr, als der Verkehr in den Innenstädten auf das ganze Land gerechnet um 40 Prozent zurückging. In Städten wie Nürnberg (+ 29%), München (+ 15%) und Düsseldorf (+ 16%) nahmen die Fahrten in die Innenstädte über das Jahr 2021 gerechnet, verglichen mit Februar 2020, sogar zu (s. Tabelle 2). Mit Blick auf den Jahresverlauf zeigt sich, dass die weitreichenden Lockerungen der Corona-Beschränkungen seit Juni zu einem deutlichen Anstieg und manchmal sogar zu einer Zunahme des Innenstadtverkehrs im Vergleich zum Vorkrisenniveau führten. 

Tabelle 1: Fahrten in die Innenstadt verglichen mit dem Vorkrisenniveau (Februar 2020)

Interessanterweise fiel das Verkehrsaufkommen in den Innenstädten zu keinem Zeitpunkt unter das Niveau der ersten Welle. Nach diesem Einschnitt im Monat April 2020 variierte die Verkehrsdichte zwar je nach den geltenden Mobilitätsrestriktionen stark, die durchschnittlich 40% Rückgang aus dem Vorjahr blieben allerdings unerreicht. So hat sich zum Beispiel der Innenstadtverkehr im April 2020 in München mehr als halbiert, um dann im September letzten Jahres wieder auf das Vorkrisenniveau zu steigen. In der zweiten Welle im Februar 2021 ging der Innenstadtverkehr dann wieder um 19 Prozent zurück, allerdings nicht so stark wie im April des Vorjahres. Über die Sommermonate 2021 verzeichnete INRIX dann wieder eine starke Zunahme der Verkehrsdichte. In München stieg das Verkehrsaufkommen im Juli 2021 sogar um 18 Prozent über das Vorkrisenniveau vom Februar 2020, während es in Berlin zur selben Zeit noch 20% darunterlag. Mit der ab 24. November geltenden Home-Office-Pflicht und weiteren Corona-Maßnahmen im Zuge der steigenden Infektionszahlen in Deutschland ist jedoch wahrscheinlich wieder mit einem leichten Rückgang des Verkehrsaufkommens zu rechnen.

Deutlich mehr Verkehr in Deutschland als im Vorjahr

Deutschlandweit gesehen verbrachten Pendler*innen im Durchschnitt eine komplette Arbeitswoche (40 Stunden) im Auto. Das sind 14 Stunden mehr als 2020, aber immer noch sechs Stunden weniger als 2019.

Tabelle 2: Die zehn staureichsten Städte in Deutschland 2021 nach Staustunden

Die Daten der Staustudie sind für eine Vielzahl weiterer deutscher Städte – unter folgendem Link verfügbar: https://inrix.com/scorecard/

In München verloren Autofahrer*innen mit 79 Stunden jährlich am meisten Zeit, gefolgt von Berlin (65 Stunden) und Hamburg (47 Stunden). Neu in der Top-Ten-Liste sind unter anderem das viertplatzierte Potsdam (46 Stunden), Pforzheim (44 Stunden) und Dresden mit 41 Stunden. In Potsdam sind die Verzögerungen voraussichtlich auf größere Baustellen und Vollsperrungen wie den Umbau des Leipziger Dreiecks zurückzuführen. Auch in Dresden haben wahrscheinlich mehrere Baustellen an verschiedenen Orten in der Stadt, wie der Bautzner Straße, erheblich zur Einschränkung des Verkehrsflusses beigetragen. Im Vergleich zu 2019 sparten sich die Autofahrer*innen allerdings in vielen Städten über das gesamte Jahr gesehen noch etwas Zeit. Zum Beispiel verloren Münchener (- 9%) und Düsseldorfer (- 15%) Autofahrer*innen weniger Zeit im Stau. In anderen Regionen nahm der Zeitverlust aber verglichen mit der Zeit vor der Pandemie sogar zu. So mussten Autofahrer*innen in Potsdam und Dresden bis zu einem Drittel mehr Zeit einplanen als 2019.

Das höhere Verkehrsaufkommen kostet aber nicht nur Zeit, sondern auch Geld: Der Zeitverlust summiert sich für jede*n Autofahrer*in in Deutschland durch Staus auf durchschnittlich 371€ im Jahr 2021, das sind 136€ mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der Unfälle nahm in diesem Jahr wieder um 4 Prozent zu. Eine Ausnahme vom Aufwärtstrend bildet der Bahn- und Busverkehr: In der ersten Jahreshälfte von 2021 beförderte die Deutsche Bahn (1) 57 Prozent weniger Passagiere als 2019 im gleichen Zeitraum.

Im Vergleich mit 2019 verbrachten deutsche Autofahrer*innen wieder verhältnismäßig viel Zeit im Stau im Gegensatz zu Pendler*innen in den USA oder Großbritannien. In den USA konnten sich Autofahrer*innen über verhältnismäßig flüssigen Verkehr im Vergleich zu 2019 freuen. In Washington D.C. benötigten Pendler*innen sogar 65 Prozent weniger Zeit als vor der Pandemie. Auch bei der durchschnittlichen täglichen Fahrleistung näherte sich Deutschland wieder den Werten vor der Pandemie an. Entsprechend war die Zeitersparnis im Vergleich zu anderen Ländern hierzulande geringer. Im internationalen Vergleich nach Zeitverlust belegte Deutschlands staureichste Stadt München 2021 den 26. Rang nach dem 20. Platz im Jahr 2020.

„Die Pandemie hat auch 2021 bestimmt, wann, wo und wieviel sich die Menschen bewegen. Allerdings hat der Verkehr im Vergleich zu 2020 wieder erheblich zugenommen: Die Zeit, die deutsche Autofahrer*innen 2021 im Stau verbracht haben, nahm wieder um 54 % zu,“ sagt Bob Pishue, Transportanalyst bei INRIX.

Auf dem Mittleren Ring in München dauert es 27 Stunden länger

Im Ranking der staureichsten Straßen Deutschlands schiebt sich München wieder nach vorn, hier lösten der Mittlere Ring (B2R) in München und die B76 in Kiel den Tempelhofer Damm (B96) in Berlin ab. Auf dem Abschnitt zwischen dem Petuelring und dem Heimeranplatz mussten Pendler*innen eine Zeiteinbuße von insgesamt 27 Stunden jährlich in Kauf nehmen, genauso wie Autofahrer in Kiel auf der B76 in südlicher Richtung zwischen der Bundestraße 503 und der Neuen Hamburger Straße. Viel Geduld mussten auch Hannoveraner Autofahrer*innen auf der B6 in nördlicher Richtung mitbringen, für sie ergab sich eine Verzögerung von 25 Stunden im Jahr. Der letztjährige Spitzenreiter unter den staureichsten Straßenabschnitten, die B96 aus Berlin, liegt dieses Jahr nur auf Platz vier. Dafür ist Berlin allerdings dieses Jahr gleich viermal unter den staureichsten Straßen vertreten.

Tabelle 3: Die zehn staureichsten Straßen in Deutschland 2021

Weltweit am meisten Zeit verlieren Autofahrer*innen in London, Paris und Brüssel

In vielen europäischen Städten hat sich das Verkehrsaufkommen schneller wieder erholt als in den Städten, die letztes Jahr noch das Ranking anführten, wie Bukarest, Bogotá oder New York. Mehr als sechs Tage stehen Pendler*innen in London (148 Stunden) im Stau. Auch in Paris (140 Stunden) und Brüssel (134 Stunden) müssen Autofahrer starke Nerven haben. Während Autofahrer*innen in Bogotá nur halb so viel Zeit verloren wie vor der Krise, liegt der Zeitverlust in London nur noch ein Prozent hinter 2019 zurück. Insgesamt sind dieses Jahr im Ranking der 10 staureichsten Städte weltweit acht europäische Vertreter zu finden.

Tabelle 4: Die zehn staureichsten Städte weltweit 2021 nach Staustunden

* Neu in der Scorecard 2020, keine Werte für 2019

Der Zugang zu verlässlichen Daten ist der erste Schritt, um die Überlastung von Verkehrsinfrastrukturen durch Staus in Angriff zu nehmen. Der Einsatz von Big Data für intelligente Verkehrssysteme ist der Schlüssel zur Lösung von städtischen Mobilitätsproblemen. INRIX-Daten und -Analysen zu Mobilität, Verkehr und Verkehrssignalen, Parken und Bevölkerungsbewegungen unterstützen Stadtplaner und Ingenieure bei datenbasierten Entscheidungen. Dadurch können die Entscheider Ausgaben priorisieren, Nutzen maximieren und Kosten jetzt und in Zukunft senken.

Die Ergebnisse der INRIX 2021 Global Traffic Scorecard bieten einen quantifizierbaren Maßstab für Regierungen und Städte auf der ganzen Welt, um den Fortschritt beim Ausbau der städtischen Mobilität zu messen und die Auswirkungen von Ausgaben für Smart-City-Initiativen zu verfolgen.

Folgende weiterführende Materialien finden Sie unter https://inrix.com/scorecard/:

  • Vollständiger Bericht der 2021 Global Traffic Scorecard, einschließlich der Rankings für die USA, Großbritannien und Deutschland gerankt nach Staufolgen („Impact Rank“)
  • Interaktive Webseite mit Daten und Informationen für mehr als 1000 Städte und 50 Länder
  • Vollständige Methodik

(1) Deutsche Bahn, (2021). Deutsche Bahn: Integrated Interim Report, January – June 2021. Verfügbar unter: https://ir.deutschebahn.com/fileadmin/Englisch/2021e/Berichte/DB_ZB21_e_Web_PDF_01.pdf

 

Hinweise für Redakteure:

Datenquellen

INRIX analysierte anonymisierte Daten aus verschiedensten Quellen wie zum Beispiel Datensätze aus Telefonen, Fahrzeugen und Städten, die diese präzisen Berechnungen ermöglichen. Die in der 2021 Global Scorecard verwendeten Daten zeigen das Verkehrsaufkommen der untersuchten Straßenabschnitte über den gesamten Tagesverlauf hinweg – Daten, auf die sich bereits Millionen Nutzer der INRIX-basierten Verkehrsdienste weltweit verlassen.

Forschungsmethodologie

Die INRIX 2021 Global Traffic Scorecard basiert auf der Methodologie der Traffic Scorecard von 2019 und 2020 und misst die Zeit, die ein Pendler durchschnittlich im Stau verbringt. Um noch genauere Ergebnisse zu erzielen, hat INRIX auch Pendlerstrecken über die Stadtzentren hinaus identifiziert und in den Berechnungen berücksichtigt, um das einzigartige Mobilitätsprofil jeder Stadt zu erfassen.

Die INRIX 2021 Global Traffic Scorecard berechnet den Zeitverlust bei Staus, indem sie die Haupt-, Neben- und Schwachverkehrszeiten berücksichtigt. Zusätzlich wurden die Gesamtkosten für den durchschnittlichen Fahrer und andere Indikatoren wie die Unfälle im Vergleich zum Vorjahr erhoben. Die Straßenabschnitte mit dem höchsten Verkehrsaufkommen sind nach den durchschnittlichen Verspätungsstunden pro Fahrer im Jahr 2021 geordnet. Mit diesem Ansatz ist ein ganzheitliches Verständnis in einer zunehmend komplexen Mobilitätslandschaft möglich. Weitere Kennzahlen sind online und im vollständigen Bericht verfügbar.

Über INRIX

INRIX ist ein weltweit führender Anbieter von dynamischen Services für das vernetzte Automobil und datenbasierte Verkehrsanalysen in Echtzeit. Das Unternehmen nutzt Daten aus verschiedenen Quellen um Mobilität intelligenter, sicherer und effizienter zu machen. Mit Mobilitätsinformationen zu allen Straßen weltweit sind wir bevorzugter Partner von führenden Automobilherstellern, Transportunternehmen und weiteren Unternehmen.

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