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Schweiz: Lucerne Festival am Piano: Klavier-Konzert 2 , 26.11.2014, Mahler Chamber Orchestra | Leif Ove Andsnes, besucht von Léonard Wüst


Mahler Chambre Orchestra

 

Besetzung:

Mahler Chamber Orchestra

Leif Ove Andsnes Klavier und Musikalische Leitung

Programm:

Ludwig van Beethoven (1770-1827)

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 C-Dur op. 15

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 Es-Dur op. 73

 

Vorabinformation:

Bis Ende 2015 ist Leif Ove Andsnes noch auf Beethovens Spuren unterwegs und führt alle fünf Klavierkonzerte des Komponisten in zehn verschiedenen Ländern auf. Für den norwegischen Pianisten bringt diese «Beethoven Journey» manch neue Erkenntnis mit sich. «Ich empfinde Beethovens Musik als zutiefst menschlich und durchgeistigt zugleich», schildert Andsnes seine Eindrücke. «Als ich noch ein Student war, hat mich vor allem die Energie und die revolutionäre Kraft dieser Werke beeindruckt. Aber inzwischen habe ich noch viel mehr entdeckt: ihren Humor, ihre Lebendigkeit, ihre Vielseitigkeit. Man weiss nie, was einen an der nächsten Ecke erwartet.» Einen Glücksfall stellt dabei die Zusammenarbeit mit dem Mahler Chamber Orchestra dar, wie das Magazin Gramophone erkannt hat: «Das ist eine Partnerschaft, die sich durch sehr viel mehr auszeichnet als nur durch hervorragendes Spiel. Man spürt, wie hier Musik gemeinsam entdeckt und gelebt wird.» Andsnes und das Mahler Chamber Orchestra boten vorab in Luzern ein Seminar für schwerhörige/gehörlose Kinder und Jugendliche, dabei konnten die Teilnehmer die Instrumente ertasten, intensiv anschauen und berühren, also Musik, in diesem Falle Beethoven ertasten, erahnen, Schwingungen hautnah erspüren, mit den Orchestermitgliedern kommunizieren und sogar dirigieren. Ein kurzer Trailer des Schweizer Fernsehens über dieses ungewöhnliche Projekt am Ende des Artikels.

Renzension:

Leif Ove Andsnes (Leitung & Klavier)

 

Festivalintendant Michael Häfliger persönlich begrüsste die Besucher und hiess im Besonderen die ebenfalls anwesenden Teilnehmer des Schwerhörigenprojektes, also die mitwirkenden Kinder und Jugendlichen willkommen. Dazu erläuterte und demonstrierte Häfliger wie Hörbehinderte „applaudieren“, nämlich indem sie ihre erhobenen Hände heftig schütteln, ein Ritual, das alle andern an diesem Konzert im Laufe des Abends des Öfteren spontan ebenfalls übernahmen. Derart gut eingestimmt und informiert, wurden das Orchester und der Solist, der in diesem besonderen Fall gleichzeitig auch als Dirigent/Leiter agierte, mit grossem Applaus, respektive kräftigem Händeschütteln empfangen.

Mit kurzen präzisen, schnörkellosen Gesten, vor dem Flügel stehend, führte Andsnes das Orchester in Beethovens Klavierkonzert Nr. 1, setzte sich dann für seinen Einsatz hin und fügte sich fast unauffällig in das musikalische Gebilde, setzte die Harmonien, absolvierte die spannenden Läufe irgendwie losgelöst schwerelos, setzte den oft grimmigen, bärbeissigen Beethoven liebevoll, ja fast zärtlich in Szene, akzentuierte dessen Spott und Ironie auf charmante, neckische Art und liess ihn dadurch auch menschlicher erscheinen, als er oft wahrgenommen wird aufgrund seiner pompösen, manchmal düsteren und mächtigen Sinfonien. Das Publikum überhäufte die Künstler mit stürmischem Applaus und begab sich gutgelaunt in die Pause.

Danach wurde das Klavierkonzert Nr. 5, allein schon von der Tonart her interessanter, dargeboten. Hier betonte Andsnes seinen Solistenpart etwas deutlicher als im ersten Konzertteil ohne aber deshalb dominant zu wirken, er war bloss ein bisschen weniger unauffällig. Das Konzert war eine „Ode an die Freude“, geschrieben vom überzeugenden norwegischen Protagonisten unterstützt vom gewohnt souveränen Orchester. Das sahen auch die Anwesenden, ob hörbehindert oder nicht so und handschüttelten/applaudierten die Künstler noch zu ein paar kleinen Zugaben.

Orchester spielt Beethoven für gehörlose Kinder (Trailer über das Projekt: Quelle SRF)

Der norwegische Star-Pianist Leif Ove Andsnes hatte die Idee, musik zu machen für hörbehinderte Kinder. Diese dirigieren das Orchester, sie fühlen die Musik, nehmen sie über ganz verschiedene Kanäle wahr.

http://www.srf.ch/player/tv/-/video/orchester-spielt-beethoven-fuer-gehoerlose-kinder?id=d02a6682-08d4-4779-b993-3cc8d5bd1164

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.lucernefestival.ch

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Mode: Dessoustrends im Herbst und Winter

Der Body feiert ein ComebackGrauer Himmel, kühle Temperaturen: Im Herbst und Winter tut es einfach gut, sich etwas Schönes zu gönnen. Zum Beispiel Dessous aus der aktuellen Herbst- und Winterkollektion. Die Wäschedesigner haben einiges getan, um der trüben Jahreszeit ein paar Farbtupfer zu verpassen. Höschen und BHs aus edler Spitze oder glatter Seide zeigen sich in sanft schimmerndem Gold, aufregendem Rot und edlem Saphirblau. Die Kollektionen sind vielseitig wie immer und halten für alle Gelegenheiten das Passende bereit - ob glamourös, rockig, exotisch, verspielt, klassisch oder elegant.

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Schweiz:Lucerne Festival am Piano, Rezital 2: Pierre-Laurent Aimard, 23. November, besucht von Léonard Wüst

Konzertsaal des KKL Luzern

 

Programm:

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Das Wohltemperierte Klavier BWV 846-869 (Band I)

 

Rezension:

Offizielle Konzertankündigung: Der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard liebt Herausforderungen – und stellt sich bei LUCERNE FESTIVAL am Piano einem gewaltigen Projekt.


 

Ob Aimard das Luzerner Konzertpublikum schlicht überschätzt hat, oder bewusst etwas experimentieren wollte, vermag ich nicht zu beurteilen, dass aber ungefähr ein Viertel der Plätze nicht besetzt waren, erstaunte mich nicht wirklich.

Pierre-Laurent AimardEine gewagte Programmation mit: Das wohltemperierte Klavier BWV 846-869 (Band I, auch betitelt als: das Alte Testament der Klaviermusik)), von Johannes Sebastian Bach (1685-1750), also nacheinander 24 Präluden und Fugen, zwar jede in einer andern Tonart geschrieben, beginnend mit C Dur, endend mit H Moll. Es ist dies eine eigentliche Abfolge von Übungsstücken, nichts Konzertantes. Jedes Stück dauert zwischen drei bis fünf Minuten. Natürlich interpretierte Aimard alles gekonnt, engagiert, virtuos, intensiv und persönlich, der Funke sprang aber nicht auf die Zuhörer über, die zwar alles angespannt und konzentriert verfolgten, aber offensichtlich weniger empfänglich für das Gebotene waren, als sich das der Künstler wohl gewünscht hatte. Es war zwar eine eindrückliche Darbietung des Bach`schen Meisterwerkes die Aimard inszenierte, aber doch eher für absolute Musikkenner geeignet, denn für ein breites Publikum. Je eine Stunde Präluden und Fugen vor und nach der Pause ist keine einfache Kost und wahrscheinlich zu viel für die meisten Anwesenden.

Am Schluss schienen fast alle etwas irritiert, gar konsterniert inklusive der Protagonist auf der Bühne selbst.

Mir persönlich eröffnete sich der Zugang zu Bach eigentlich auch erst richtig durch die Interpretationen von Jacques Loussier mit seinem legendären „Play Bach“, davor war das irgendwie in der Schublade Kirchenmusik eingeordnet.

 So tönt das Original
 Mit Jacques Loussiers`s Version könnte man sich der schwierigen Thematik der Fugen, oder Bach allgemein leichter annähern
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Schweiz: Lucerne Festival am Piano, Rezital 1: Maurizio Pollini, 22. November 2014, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Konzersaal des KKL

 

Programm:

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviersonate d-Moll op. 31 Nr. 2 Der Sturm
Klaviersonate f-Moll op. 57 Appassionata

Frédéric Chopin (1810-1849)
Mazurka gis-Moll op. 33 Nr. 1
Mazurka D-Dur op. 33 Nr. 2
Mazurka C-Dur op. 33 Nr. 3
Mazurka h-Moll op. 33 Nr. 4
Barcarolle Fis-Dur op. 60
Berceuse Des-Dur op. 57
Polonaise As-Dur op. 53

 

 

Rezension:

 

Den Auftakt des diesjährigen Festivals am Piano machte der Altmeister Maurizio Pollini mit Werken von Beethoven und Chopin.

Altmeister Maurizio Pollini

 

Es ist immer wieder beeindruckend, wie majestätisch ein Konzertflügel auf der Bühne im grossen KKL-Konzertsaal wirkt. Genau so beeindruckend aber der Auftritt Pollinis: Mit hocherhabenem Haupt und zielstrebigen Schritten betritt er die Bühne und setzt so bereits einen ersten Akzent.

Im ersten Werk, der Klaviersonate d-Moll op. 31, der «Sturm»-Sonate von Ludwig van Beethoven, lässt Pollini sich und Beethoven viel Zeit, setzt die einzelnen Töne in den Saal, haucht sie hin und lässt sie bis ins Letzte ausklingen. In den schnellen Passagen zieht er die Emotionen hoch, drängt vorwärts, bleibt dabei aber tänzerisch und schafft so trotz der Dramatik eine gewisse Leichtigkeit. Anders im zweiten Werk, der Klaviersonate f-Moll op. 57, der «Appassionata». Dort lässt er den Emotionen freien Lauf, holt sie zurück, setzt ganz eigene Akzente und Rhythmen und begeistert mit einer unglaublichen Virtuosität. Das Publikum bedankt sich bereits in der Pause mit grossem Applaus und Bravo-Rufen.

Frederic Chopin

 

Der zweite Teil des Rezitals war ganz Chopin gewidmet. Die 4 Mazurken op. 33 interpretiert Pollini ohne Schmelz. Schnörkellos und doch voller Emotionen schält er die Themen heraus, nüchtern, beinahe reduziert und doch von grosser Intensität und Leidenschaft. Auch die berühmte Polonaise in As-Dur op. 53, Chopin schlechthin, spielt er ohne Pathos und Effekthascherei aber mit glasklaren Passagen. Der Höhepunkt des Abends war die Berceuse in Des-Dur op. 57 mit elfenzarten Läufen, perlend, fliessend, beinahe sphärisch und von einer unglaublichen Transparenz. Mit den beiden Zugaben, einer Nocturne und eines Scherzos ebenfalls von Chopin bedankte sich Pollini beim Publikum, welches ihn mit einer Standing Ovation feierte.

Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: www.lucernefestival.ch

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