Zum Hauptinhalt springen

Festival Strings Lucerne, «Drama, Tanz & Aufbruch» – Emanuel Ax spielt Mozart, 3. November 2026, KKL Luzern, besucht von Léonard Wüst

Emanuel Ax spielt Mozart Foto festival Strings Lucerne
Emanuel Ax spielt Mozart Foto Festival Strings Lucerne
Pin It

Das KKL in Luzern bei Nacht

Emanuel Ax spielt Mozart Foto festival Strings Lucerne

Die Strings im KKL Konzertsaal

Die Festival Strings Lucerne bereit zum Spiel in der Salle blanche des KKL Luzern

 

Besetzung und Programm
Emanuel Ax, Klavier
Festival Strings Lucerne
Daniel Dodds, Leitung & Violine
Wolfgang Amadé Mozart
Pas seul de M. Le Grand aus der Ballettmusik zu Idomeneo KV 366
Wolfgang Amadé Mozart
Klavierkonzert Nr. 25 C-Dur KV 503
Vincenzo Righini
Ballettsuite aus der Oper Gerusalemme liberata (1803)
Schweizer Erstaufführung
Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21

Ein festlicher Auftritt

Mit dem Pas seul de M. Le Grand aus der Ballettmusik zu Idomeneo KV 366 präsentierten die Festival Strings Lucerne unter der Leitung ihres Konzertmeisters Daniel Dodds eine reizvolle Rarität aus Wolfgang Amadé Mozarts Bühnenschaffen. Das kurze Stück wirkte wie ein konzentrierter Auftritt innerhalb eines grösseren dramatischen Geschehens: elegant, beweglich und von jener natürlichen Leichtigkeit geprägt, die bei Mozart selbst anspruchsvolle musikalische Abläufe selbstverständlich erscheinen lässt.

Musik für Bewegung

Bereits der Titel verweist auf den französischen Tänzer und Choreografen Antoine Le Grand. Mozart komponierte das Stück als Teil der Ballettmusik zu seiner Oper Idomeneo, die 1781 in München uraufgeführt wurde. Seine Herkunft aus dem Tanz blieb in der Aufführung deutlich spürbar. Prägnante rhythmische Impulse und federnde Bewegungen verliehen der Musik eine beinahe körperliche Präsenz. Man konnte sich die tänzerische Aktion vorstellen, obwohl auf der Bühne allein das Orchester zu erleben war.

Eleganz ohne Oberflächlichkeit

Konzertfoto von Angela Henzi
Konzertfoto von Angela Henzi

Die Festival Strings Lucerne arbeiteten den höfischen Glanz des Stücks heraus, ohne es in unverbindliche Gefälligkeit abgleiten zu lassen. Die eleganten Wendungen erhielten Kontur, die Akzente besassen Biss und die melodischen Linien wurden mit feiner Artikulation geformt. Unter der Leitung von Daniel Dodds entstand ein Klangbild, das Leichtigkeit nicht mit Belanglosigkeit verwechselte. Hinter der anmutigen Oberfläche waren Spannung, Präzision und ein ausgeprägter Sinn für dramatische Wirkung hörbar.

 

 

Daniel Dodds als Impulsgeber

Daniel Dodds
Daniel Dodds Leitung und Solovioline

Dodds leitete das Ensemble wie meistens, im sitzen. Seine Führung wirkte unmittelbar und kam ohne demonstrative Gesten aus. Kleine Bewegungen genügten, um Einsätze, Tempowechsel und dynamische Abstufungen zu koordinieren. Besonders überzeugend war die Geschlossenheit der Streicher: Die Musikerinnen und Musiker reagierten aufmerksam aufeinander und gestalteten die rhythmischen Figuren mit grosser Genauigkeit. Dadurch blieb die Aufführung lebendig, ohne je unruhig oder überzeichnet zu erscheinen.

Fein abgestufte Klangfarben

Das Ensemble setzte nicht auf massiven Orchesterklang, sondern auf Transparenz und Beweglichkeit. Leichte Striche, klar gesetzte Akzente und sorgfältig ausgehörte Übergänge liessen die musikalischen Einzelheiten hervortreten. Wo die Musik tänzerisch vorwärtsdrängte, entwickelte sie Schwung; in den lyrischeren Momenten öffnete sich der Klang und gewann an Wärme. Gerade dieser Wechsel zwischen Energie und Anmut machte deutlich, wie wirkungsvoll Mozart auf kleinem Raum unterschiedliche Charaktere entwerfen konnte.

Mozarts dramatischer Instinkt

Obwohl der Pas seul ausserhalb des Opernzusammenhangs erklang, war Mozarts ausgeprägter Theaterinstinkt jederzeit spürbar. Die Musik schien nicht bloss einer festgelegten Form zu folgen, sondern eine Szene zu erzählen. Motive traten auf, wurden weitergeführt und von neuen Gedanken abgelöst. Jede Wendung wirkte wie eine Veränderung der Bewegung oder des Ausdrucks. So entstand ein kleines instrumentales Drama, das weder Gesang noch Bühnenbild benötigte, um Fantasie und Aufmerksamkeit anzuregen.

Eine kostbare Miniatur

Konzertfoto Angela Henzi
Konzertfoto von Angela Henzi

Die Festival Strings Lucerne und Daniel Dodds machten aus dem Pas seul de M. Le Grand mehr als ein hübsches musikalisches Amuse geule. Ihre präzise und zugleich spielfreudige Interpretation zeigte Mozart als erfahrenen Theaterkomponisten, der tänzerische Eleganz mit dramatischer Spannung verbinden konnte. Die Aufführung überzeugte durch Klarheit, stilistische Sicherheit und einen fein dosierten Schwung. Zurück blieb der Eindruck einer kostbaren Miniatur: kurz, pointiert und voller musikalischer Bewegung.

Wolfgang Amadé Mozart Klavierkonzert Nr. 25 C-Dur KV 503

Ein Werk von symphonischer Grösse

Wolfgang Amadé Mozarts Klavierkonzert Nr. 25 C-Dur zählt zu seinen grosszügigsten und anspruchsvollsten Beiträgen zu dieser Gattung. Bei der Aufführung mit den Festival Strings Lucerne und Emanuel Ax am Klavier entfaltete das Werk seine monumentale Wirkung, ohne schwerfällig zu erscheinen. Das Orchester eröffnete den ersten Satz mit festlicher Entschlossenheit. Hinter dem strahlenden C-Dur waren jedoch auch dunklere Farben und eine feine dramatische Unruhe zu spüren.

Emanuel Ax als aufmerksamer Partner

Solist am Klavier Emanuel Ax
Solist am Klavier Emanuel Ax

Emanuel Ax trat nicht als virtuoser Selbstdarsteller auf, sondern als erfahrener musikalischer Gesprächspartner. Sein Anschlag war klar, rund und sorgfältig abgestuft. Selbst in den technisch anspruchsvollen Passagen blieb sein Spiel kontrolliert und durchsichtig. Ax suchte nicht den spektakulären Effekt, sondern den inneren Zusammenhang der Musik. Er griff die Motive des Orchesters auf, führte sie weiter und beantwortete sie mit einer Natürlichkeit, die das enge Zusammenspiel mit den Festival Strings besonders deutlich machte.

Spannung zwischen Klavier und Orchester

Im umfangreichen Kopfsatz zeigte sich, wie weit Mozart das Klavierkonzert über ein blosses Wechselspiel zwischen Solist und Begleitung hinausentwickelt hatte. Das Orchester stellte selbstbewusst eigene

Gedanken vor, während das Klavier diese kommentierte, veränderte oder in neue Richtungen lenkte. Die Festival Strings Lucerne musizierten präzise und beweglich. Kräftige Akzente verliehen dem Satz Kontur, während Emanuel Ax auch in dichten Passagen für Klarheit sorgte und jede virtuose Wendung in den musikalischen Verlauf einordnete.

Ruhe und Gesang im Andante

Das Andante brachte eine deutliche Veränderung der Atmosphäre. Ax gestaltete die weit gespannten Melodien mit stiller Konzentration und warmem Ton. Nichts wirkte übertrieben sentimental; die Ausdruckskraft entstand aus der Schlichtheit der Linien und den behutsam gesetzten Pausen. Das Orchester antwortete mit feinen Klangfarben und grosser Zurückhaltung. Zwischen Solist und Ensemble entwickelte sich ein inniges Gespräch, in dem auch unscheinbare Übergänge und Nebenstimmen aufmerksam ausgeleuchtet wurden.

Ein Finale voller Beweglichkeit

Im Schlusssatz verband Mozart tänzerische Leichtigkeit mit hoher kompositorischer Kunst. Der Klaviersolist spielte die schnellen Figuren mit Eleganz, Präzision und einem dezenten Sinn für Humor. Die Festival Strings Lucerne hielten den musikalischen Fluss federnd und reagierten wach auf die Impulse des Solisten. Dabei blieb der Satz trotz seiner zahlreichen Wendungen übersichtlich. Heitere Episoden wechselten mit energischeren Passagen, ohne dass der grosse Spannungsbogen verloren ging. Das Finale wirkte beschwingt, aber nie oberflächlich.

Virtuosität im Dienst Mozarts

Emanuel Ax spielt Mozart Foto Festival Strings Lucerne
Emanuel Ax spielt Mozart Foto Festival Strings Lucerne

Die besondere Qualität der Interpretation lag in ihrer Ausgewogenheit. Emanuel Ax verfügte selbstverständlich über alle technischen Mittel, stellte sie jedoch konsequent in den Dienst des Werkes. Auch das Orchester vermied übertriebene Effekte und vertraute auf Mozarts musikalische Architektur. So entstand eine Aufführung, die zugleich kraftvoll, transparent und kammermusikalisch aufmerksam wirkte. Das Werk erschien nicht als glanzvolles Schaustück, sondern als vielschichtiges Drama zwischen Individuum und Gemeinschaft.

Festlichkeit mit Tiefgang

Am Ende blieb der Eindruck einer Interpretation von grosser Reife. Emanuel Ax und die Festival Strings Lucerne verbanden festlichen Glanz mit Nachdenklichkeit, virtuose Brillanz mit musikalischer Disziplin. Gerade weil keiner der Beteiligten sich in den Vordergrund drängte, konnte Mozarts Werk seine ganze Grösse entfalten. Das Konzert leuchtete in hellem C-Dur, liess aber auch Schatten, Zweifel und überraschende Wendungen erkennen – eine eindrucksvolle Begegnung mit Mozart jenseits gefälliger Klassikroutine. Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen aussergewöhnlich begeisternden Dialoge zwischen Klavier und Querflöte, ohne damit die Leistungen (Qualität) der andern Instrumente zu schmälern.

Emanuel Ax bedankt sich für die Ovationen Foto Angela Henzi
Emanuel Ax bedankt sich für die Ovationen Foto Angela Henzi

Das Publikum im praktisch vollbesetzten Konzertsaal bedachte die Künstler*innen mit stürmischem Applaus, beorderte so den Solisten dreimal auf die Bühne zurück, schlussendlich mit einer stehenden Ovation.

Solist Emanuel Ax belohnte uns dafür mit dem „Ständchen“ Serenade von Schubert, überarbeitet von Franz Liszt

https://youtu.be/WNT0ogF8F7s?t=23 als Zugabe, bevor man sich in die Foyers zur Pause begab.

 

Daniel Dodds bei seiner Ansprache Foto Angela Henzi
Daniel Dodds bei seiner Ansprache Foto Angela Henzi

Nach der Pause hielt der künstlerische Leiter der „Strings“, Daniel Dodds, eine kurze Ansprache zum Start in die neue Konzertsaison, leider mit schlecht getuntem Mikrofon, daher sehr schwer verständlich.

Vincenzo Righini Ballettsuite aus der Oper Gerusalemme liberata (1803) Schweizer Erstaufführung

Eine bemerkenswerte Wiederentdeckung

Mit der Ballettsuite aus Vincenzo Righinis Oper Gerusalemme liberata von 1803 präsentierten die Festival Strings Lucerne eine weitgehend vergessene Kostbarkeit. Die Schweizer Erstaufführung machte deutlich, dass Righinis Musik mehr als historische Neugier verdient. Schon die ersten Takte verbanden festlichen Glanz mit einer ausgeprägten dramatischen Bewegung. Unter der Leitung von Daniel Dodds entstand ein lebendiges Klangbild, das zwischen höfischer Eleganz und energischem Bühnentemperament wechselte.

Musik mit tänzerischem Puls

Konzertfoto von Angela Henzi
Konzertfoto von Angela Henzi

Die Herkunft aus dem Ballett war in den klaren Rhythmen und prägnanten musikalischen Gesten jederzeit spürbar. Unterschiedliche Charaktere folgten aufeinander: schwungvolle Passagen, anmutige Episoden und feierliche Momente. Das Orchester spielte mit federnder Leichtigkeit, ohne die Musik ins unverbindlich Dekorative abgleiten zu lassen. Markante Akzente und sorgfältig geformte Übergänge verliehen der Suite Kontur und liessen auch ohne Tänzerinnen und Tänzer eine imaginäre Bühnenszene entstehen.

Daniel Dodds als Impulsgeber

Daniel Dodds leitete das Ensemble mit sichtbarer Aufmerksamkeit für Tempo, Artikulation und dynamische Abstufungen. Die Musikerinnen und Musiker reagierten präzise auf seine Impulse und bewahrten selbst in raschen Abschnitten grosse klangliche Transparenz. Besonders überzeugend geriet das Wechselspiel zwischen geschlossenen Ensemblepassagen und feiner ausgearbeiteten Stimmen. Dodds vermied romantische Schwere und setzte stattdessen auf Beweglichkeit, deutliche Kontraste und einen schlanken, zugleich farbenreichen Orchesterklang.

Zwischen Klassik und Romantik

Righinis Musik steht an einer interessanten historischen Schwelle. Noch sind die ausgewogenen Formen und die elegante Ausdrucksweise der Klassik gegenwärtig, doch bereits kündigen sich dramatischere Farben und stärkere emotionale Gegensätze an. Die Festival Strings Lucerne machten diese Übergangsposition gut hörbar. Sanfte, beinahe kammermusikalische Abschnitte standen neben kraftvollen Ausbrüchen. Dadurch wirkte die Suite nicht wie ein blasses Nebenwerk ihrer Epoche, sondern wie Musik mit eigener Sprache und unverkennbarer Theaterwirkung.

Ein überzeugendes Plädoyer

Diese Schweizer Erstaufführung erwies sich als überzeugendes Plädoyer für einen Komponisten, dessen Werke heute kaum noch auf den Konzertprogrammen erscheinen. Die Festival Strings Lucerne und Daniel Dodds begegneten der Partitur nicht mit musealer Vorsicht, sondern mit Spielfreude, Präzision und musikalischer Neugier. So wurde aus der Ausgrabung ein unmittelbar ansprechendes Konzerterlebnis. Righinis Ballettsuite überraschte mit Eleganz, rhythmischer Energie, dramatischer Fantasie und besonders auffälligem Wechselspiel von Oboe und Fagott. Dies alles weckte den Wunsch, mehr von diesem zu Unrecht vernachlässigten Komponisten zu hören.

Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21

Ein selbstbewusster Auftakt

Mit Beethovens Sinfonie Nr. 1 C-Dur präsentierten die Festival Strings Lucerne ein Werk, das noch deutlich in der Tradition Haydns und Mozarts steht, zugleich aber bereits den unverwechselbaren Ton seines Schöpfers erkennen lässt. Schon die langsame Einleitung beginnt mit einer harmonischen Überraschung und scheint die eigentliche Grundtonart zunächst bewusst zu umgehen. Das Ensemble machte diesen kunstvollen Auftakt mit klaren Akzenten und gespannter Aufmerksamkeit hörbar.

Tradition mit Widerhaken

Im anschliessenden Allegro con brio trat Beethoven entschieden aus dem Schatten seiner Vorbilder. Die Ausführenden spielten den Kopfsatz mit schlankem Klang, federnder Artikulation und markantem rhythmischem Profil. Kraftvolle Orchesterschläge standen neben elegant geführten Linien, ohne dass die Musik unnötig schwer wirkte. Besonders überzeugend war, wie das Ensemble Beethovens überraschende Akzente herausarbeitete: Der höfische Ton blieb erkennbar, wurde jedoch immer wieder von Energie und Eigensinn aufgebrochen.

Ein Andante in Bewegung

Das Andante cantabile con moto gestalteten die Festival Strings nicht als verträumten Ruhepunkt, sondern als lebendigen musikalischen Dialog. Die einzelnen Stimmen griffen aufmerksam ineinander, während das schreitende Thema seine ruhige Eleganz entfaltete. Leicht gesetzte Akzente und eine transparente Begleitung bewahrten den Satz vor jeder Sentimentalität. Auch die rhythmische Spannung blieb stets präsent. Gerade diese Verbindung von Gesanglichkeit und innerer Bewegung verlieh der Interpretation Wärme, Klarheit und kammermusikalische Feinheit.

Mehr Scherzo als Menuett

Konzertfoto von Angela Henzi
Konzertfoto von Angela Henzi

Obwohl Beethoven den dritten Satz noch als Menuett bezeichnete, ist von höfischer Gemessenheit kaum etwas zu spüren. Die Festival Strings Lucerne verstanden ihn folgerichtig als stürmisches Scherzo. Das rasche Tempo, die abrupten dynamischen Wechsel und die energischen Aufwärtsbewegungen erhielten scharfe Konturen. Dennoch blieb das Zusammenspiel präzise und durchsichtig. Im Trio nahm sich das Ensemble etwas zurück, bevor die ungestüme Hauptidee erneut hervorbrach und Beethovens Sinn für Kontrast und Überraschung eindrucksvoll bestätigte.

Humorvoller Start ins Finale

Das Finale begann mit einem der wirkungsvollsten Scherze der Sinfonie. Aus vorsichtig hervor getasteten Tonleiterausschnitten entwickelte sich nach und nach das rasante Allegro molto e vivace. Die Festival Strings kosteten diese Einleitung aus, ohne den Effekt zu überzeichnen. Danach setzte sich die Musik mit grosser Beweglichkeit in Gang. Rasche Läufe, abrupte Akzente und überraschende Wendungen wurden präzise artikuliert. Der Humor entstand nicht durch äusserliche Zuspitzung, sondern unmittelbar aus Beethovens Partitur.

Geschlossenheit und Spielfreude

Die Stärke der Aufführung lag im ausgewogenen Verhältnis von orchestraler Kraft und kammermusikalischer Wachheit. Das Luzerner Renommierorchester musizierte als geschlossenes Ensemble, liess aber zugleich die individuellen Stimmen und motivischen Dialoge hervortreten. Der kompakte Klang passte gut zu Beethovens früher Sinfonik: transparent genug für die klassischen Strukturen, energisch genug für die bereits zukunftsweisenden Ausbrüche. Präzision und Spielfreude ergänzten sich, ohne dass technische Perfektion zum Selbstzweck wurde.

Der junge Beethoven kündigt sich an

Diese Interpretation zeigte die Erste Sinfonie nicht bloss als Vorstufe zu den späteren Meisterwerken. Vielmehr erschien sie als eigenständige, geistvolle und überraschend kühne Komposition. Die Festival Strings Lucerne machten hörbar, wie Beethoven vertraute Formen übernimmt, sie mit Widerhaken versieht und von innen heraus verändert. So entstand ein lebendiger Abschluss voller Witz, Temperament und kontrollierter Kraft – und zugleich das Porträt eines jungen Komponisten, der die musikalische Tradition bereits selbstbewusst herausforderte.

Das Auditorium belohnte die Ausführenden mit einem langanhaltenden Schlussapplaus für diesen gelungenen Start in die neue Konzertsaison 2026/27.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos:  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.Fabrice Umiglia www.fsl.swiss

Homepages der andern Kolumnisten:  www.gabrielabucher.ch  www.herberthuber.ch  www.maxthuerig.ch  www.marinellapolli.ch

KKL Luzern aussen nachts Foto Ivan Suta

Daniel Dodds bei der kurzen Ansprache Foto Angela Henzi

Emanuel Ax bedankt sich für die Ovationen Foto Angela Henzi