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Prävention wirkt: Neue Kampagne zeigt, wie wir unser Gehirn länger gesund halten können

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Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und die Deutsche Hirnstiftung
haben heute auf dem Neurologiekongress den Startschuss für eine gemeinsame
Aufklärungskampagne zu Demenz, Parkinson und Schlaganfall gegeben. Unter
www.praevention-wirkt.de finden Interessierte wissenschaftlich fundierte
Informationen, bewegende Geschichten von Betroffenen und alltagstaugliche
Empfehlungen. Die zentrale Botschaft lautet: Für Prävention ist es nie zu
früh und nie zu spät.



Viele Menschen glauben, neurologischen Erkrankungen wie Demenz, Parkinson
oder Schlaganfall weitgehend ausgeliefert zu sein. Doch es gibt zahlreiche
Möglichkeiten, die Gesundheit des Gehirns positiv zu beeinflussen – und
das in jedem Lebensalter. Mit der neuen Aufklärungskampagne „Prävention
wirkt“ zeigen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die
Deutsche Hirnstiftung, was jeder Einzelne für seine Gehirngesundheit tun
kann.

„Neurologie ist mehr als Reparaturmedizin: Wir müssen stärker darauf
setzen, die Gesundheit des Gehirns zu bewahren, Erkrankungen zu verhindern
und ihren Verlauf frühzeitig günstig zu beeinflussen. Dafür tragen auch
wir Neurologinnen und Neurologen Verantwortung“, erklärt DGN-Präsidentin
Prof. Dr. Daniela Berg das Engagement ihrer Fachgesellschaft.

Neurologische Erkrankungen betreffen Millionen Menschen

Neurologische Erkrankungen gehören zu den größten gesundheitlichen
Herausforderungen unserer Gesellschaft. Allein in Deutschland leben rund
1,8 Millionen Menschen mit Demenz und etwa 400.000 Menschen mit Parkinson.
Hinzu kommen rund 1,8 Millionen Menschen, die mit den Folgen eines
Schlaganfalls leben. Jedes Jahr erleiden etwa 270.000 Menschen in
Deutschland einen Schlaganfall. Hinter diesen Zahlen stehen persönliche
Schicksale: Neurologische Erkrankungen können die Lebensqualität und
Selbstständigkeit erheblich einschränken und stellen häufig auch
Angehörige vor große Herausforderungen. Dabei können vorbeugende Maßnahmen
viel bewirken. Sie können helfen, das Erkrankungsrisiko zu reduzieren, den
Beginn bestimmter Erkrankungen hinauszuzögern oder die Lebensqualität nach
einer Diagnose zu verbessern. Prävention eröffnet damit konkrete
Möglichkeiten, länger gesund und selbstbestimmt zu leben.

Demenz, Parkinson, Schlaganfall: Was Prävention bewirken kann

Die Kampagne konzentriert sich auf drei neurologische Erkrankungen und
zeigt, wie unterschiedlich Prävention aussehen kann.

Demenz: Nach Einschätzung einer internationalen Expertenkommission, der
Lancet Commission, könnten bis zu 45 % der Demenzfälle durch die
Beeinflussung bekannter Risikofaktoren verhindert oder verzögert werden.
Dazu gehören beispielsweise regelmäßige Bewegung, die Behandlung von
Bluthochdruck, die Versorgung von Hör- und Sehbeeinträchtigungen sowie
geistige und soziale Aktivität.

Parkinson:  Auch nach der Diagnose kann Prävention viel bewirken.
Frühzeitige Maßnahmenkönnen helfen, Fähigkeiten zu erhalten und
Beschwerden zu lindern. Regelmäßige Bewegung und eine aktive
Alltagsgestaltung können dazu beitragen, Selbstständigkeit und
Lebensqualität möglichst lange zu bewahren.

Schlaganfall: Viele Schlaganfälle, die Schätzungen reichen von 70 % bis 90
%, lassen sich durch die Behandlung beeinflussbarer Risikofaktoren
vermeiden. Besonders wichtig sind die Kontrolle des Blutdrucks,
ausreichend Bewegung und die Behandlung weiterer Gefäßrisiken wie
Herzrhythmusstörungen. Wer die Warnzeichen eines Schlaganfalls kennt und
im Notfall sofort die 112 wählt, kann zudem entscheidend dazu beitragen,
schwere Folgen zu begrenzen. Und nach einem Schlaganfall kann eine
konsequente Sekundärprävention das Risiko für einen erneuten Schlaganfall
signifikant senken.

Persönliche Geschichten, die Mut machen

Im Mittelpunkt der Kampagne stehen Menschen, die selbst von neurologischen
Erkrankungen betroffen sind. In drei eigens produzierten Filmen berichten
sie offen über ihre Erfahrungen mit Demenz, Parkinson und den Folgen eines
Schlaganfalls. Sie erzählen von Herausforderungen, ihrem Umgang mit der
Erkrankung und davon, was ihnen hilft, ihren Alltag zu gestalten und wie
sie den Erkrankungsfolgen aktiv entgegenwirken.

Die Kampagne möchte damit vor allem eines vermitteln: Auch kleine
Veränderungen im Alltag können einen Unterschied machen. Zwar lässt sich
nicht jede neurologische Erkrankung verhindern. Aber es lohnt sich, die
vorhandenen Möglichkeiten zu kennen und zu nutzen, um das
Erkrankungsrisiko zu senken oder das Fortschreiten der Krankheit zu
verlangsamen. Ob mehr Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, die Kontrolle
von Risikofaktoren oder soziale Aktivitäten: Die Kampagne macht Mut,
motiviert und zeigt ganz praxisnah, dass neurologische Prävention nicht
kompliziert sein muss und sich in vielen Bereichen des täglichen Lebens
umsetzen lässt.

Von Expertenvideos bis zum „Gehirn-Glücksrad“

Ergänzt werden die persönlichen Geschichten durch neurologische
Fachinformationen. DGN-Präsidentin Prof. Dr. Daniela Berg erläutert die
grundsätzliche Bedeutung der Prävention für die Gehirngesundheit. PD Dr.
Christiana Franke informiert über Demenzprävention, PD Dr. Eva Schäffer
über präventive Maßnahmen bei Parkinson und Prof. Dr. Götz Thomalla über
die Vorbeugung von Schlaganfällen. Die zentrale Plattform www.praevention-
wirkt.de bietet darüber hinaus leicht verständliche
Hintergrundinformationen, Antworten auf häufige Fragen und praktische
Anregungen für den Alltag. Dazu gehören Checklisten, eine Sammlung
gesunder Rezepte und ein interaktives „Gehirn-Glücksrad“, das mit kleinen
Tipps dazu motiviert, etwas für die eigene Gehirngesundheit zu tun. Wer
weiterführende Unterstützung sucht, findet zudem Zugang zu den
unabhängigen Informationsangeboten der Deutschen Hirnstiftung.

„Gerade bei neurologischen Erkrankungen brauchen Menschen verlässliche
Informationen auf dem neuesten medizinischen Stand ohne jegliche
Interessenskonflikte. Dafür steht die Deutsche Hirnstiftung, und diesem
Anspruch folgt auch unsere gemeinsame Kampagne. Dass sie vollständig aus
Eigenmitteln und ohne Zuwendungen der Pharmaindustrie finanziert wurde,
ist für uns eine Frage der Glaubwürdigkeit“, erklärt Prof. Frank Erbguth,
Präsident der Deutschen Hirnstiftung.

Weitere Informationen und Kampagnenmaterialien:
www.praevention-wirkt.de