Universitätsmedizin Mainz schafft bundesweit einheitlichen Qualifizierungsstandard zur „Zusatzqual
Das Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz hat ein
Curriculum für die Fachweiterbildung Pflegeexpert:in „Chest Pain Unit“
entwickelt. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) hat das
Weiterbildungscurriculum in der Fachzeitschrift „Die Kardiologie“
veröffentlicht. Für die multiprofessionellen Teams der
Gesundheitsfachberufe in Chest Pain Units (CPU) gibt es damit erstmals
einen bundesweit einheitlichen Qualifizierungsstandard, nach dem
verpflichtend geschult werden muss, um die „Zusatzqualifikation Chest Pain
Unit“. Das Curriculum definiert die Kenntnisse, Fähigkeiten und
Kompetenzen, die Angehörige der Gesundheitsfachberufe für diese
spezialisierte Tätigkeit benötigen.
Bei akuten Brustschmerzen zählt jede Minute, um einen möglichen
Herzinfarkt oder eine andere lebensbedrohliche Erkrankung festzustellen.
In Chest Pain Units (CPU) werden Patient:innen mit unklarem Thoraxschmerz
und möglichen kardiologischen Notfällen leitliniengerecht und zeitkritisch
versorgt.
Das Weiterbildungscurriculum „Zusatzqualifikation Chest Pain Unit“,
veröffentlicht von der DGK, bietet eine klare Definition der dafür
erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen in den
Gesundheitsfachberufen. Entwickelt hat diese mittlerweile bundesweit
einheitliche Weiterbildung Diplom Pflegewirtin (FH) Gabriele Maas,
Departmentleitung der Pflege- und Gesundheitsfachberufe im Department für
Herz-, Lungen- und Gefäßmedizin der Universitätsmedizin Mainz, zusammen
mit ihrem ehemaligen Kollegen Dr. Sebastian Sonnenschein.
„Die Versorgung von Patient:innen mit akutem Thoraxschmerz ist eine
anspruchsvolle interprofessionelle Aufgabe. Dafür braucht es nicht nur
hochqualifizierte Ärzt:innen, sondern ebenso Pflegefachpersonen mit
spezifischer Expertise und klar definierten Handlungskompetenzen“, sagt
Gabriele Maas. „Mit dem neuen DGK-Curriculum schaffen wir eine
verlässliche Grundlage für diese Zusatzqualifikation und stärken somit die
Qualität und Sicherheit der Versorgung in Chest Pain Units.“
Die berufsbegleitende Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte aus
Gesundheitsfachberufen, die in einer CPU arbeiten, und orientiert sich an
den dortigen Anforderungen des klinischen Alltags. Neben medizinischen
Grundlagen und Akutkardiologie sind beispielsweise die Diagnostik durch
Elektrokardiogramm (EKG) und Untersuchungen im Herzkatheterlabor, sowie
Komplikations- und Notfallmanagement Teil des Curriculums. Darüber hinaus
erlernen die Teilnehmenden unter anderem pflegewissenschaftliche, ethische
und kommunikative Kompetenzen. Praktische Übungen und ein zertifizierter
Reanimationskurs runden die Fachweiterbildung ab. Die Zusatzqualifikation
ist mit dem Gütesiegel der DGK verbunden und liefert damit ein sichtbares
Qualitätsmerkmal für Patient:innen.
Curriculum der Universitätsmedizin Mainz wird zum bundesweiten Standard
Initial haben Gabriele Maas und Dr. Sebastian Sonnenschein die
Weiterbildung „Pflegeexpert:in Chest Pain Unit“ für die
Gesundheitsfachberufe an der Universitätsmedizin Mainz konzipiert und hier
2006 das erste Mal unterrichtet. „Unser Konzept wurde aber sehr schnell
deutschlandweit nachgefragt, sodass wir die Türen für externe Teilnehmende
geöffnet haben“, sagt Gabriele Maas. Inzwischen bieten auch andere
Kliniken in Deutschland entsprechende Weiterbildungen nach dem Mainzer
Vorbild an. Mit dem Start des 17. Weiterbildungskurses setzt die
Universitätsmedizin Mainz ihr etabliertes Angebot jetzt weiter fort.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:
Gabriele Maas, Diplom Pflegewirtin (FH)
Departmentleitung für Pflege- und Gesundheitsfachberufe
Department für Herz-, Lungen- und Gefäßmedizin
Case Managerin DGCC
Universitätsmedizin Mainz
E-Mail <gabriele.maas@unimedizin-main
Originalpublikation:
Gabriele Maas, Sebastian Sonnenschein, Thomas Münzel, Evangelos
Giannitsis, Michael Jacobs, Ansgar Rotert.
Zusatzqualifikation Chest Pain Unit – DGK-Weiterbildungscurriculum. Die
Kardiologie (2026)
DOI: https://doi.org/10.1007/s12181
