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Herz aus dem Takt: Volkskrankheit Vorhofflimmern im Fokus der Herzwochen

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Unerkannt drohen bei Vorhofflimmern Schlaganfall und Herzschwäche.
Bundesweite Herzwochen der Deutschen Herzstiftung informieren über
Risikovorsorge und aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der
häufigsten Rhythmusstörung
Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung und
betrifft in Deutschland über 1,6 Millionen Menschen.

Mit rund 360.800
vollstationären Krankenhausaufnahmen und rund 29.800 Todesfällen pro Jahr
(2024) die achthäufigste Todesursache hat Vorhofflimmern eine enorme
Krankheitslast (Deutscher Herzbericht – Update 2026). Mindestens einer von
drei Menschen in Europa entwickelt im Laufe seines Lebens Vorhofflimmern.
Diese Herzkrankheit wird sich auch angesichts der alternden Bevölkerung zu
einer wachsenden Herausforderung für das Gesundheitssystem und für die
Gesellschaft entwickeln. „Je älter wir werden, desto häufiger tritt die
Erkrankung auf. Das Gros der behandlungsbedürftigen Patienten ist ab dem
65. Lebensjahr zu finden. In der Altersgruppe der über 70-Jährigen ist
etwa jeder Zehnte davon betroffen“, betont der Kardiologe Prof. Dr. Thomas
Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Für viele
Betroffene bedeutet die Erkrankung nicht nur körperliche Einschränkungen,
sondern auch große Verunsicherung. Denn bleibt Vorhofflimmern unerkannt,
kann es schwerwiegende Komplikationen wie Schlaganfall zur Folge haben. 20
bis 30 Prozent der ischämischen Schlaganfälle gehen auf Vorhofflimmern
zurück. Auch eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kann sich infolge dieser
Rhythmusstörung entwickeln. Außerdem geht die Rhythmusstörung mit einem
erhöhten Risiko einher, an Demenz zu erkranken. „Vorhofflimmern ist eine
ernstzunehmende Erkrankung – selbst dann, wenn sie zunächst kaum
Beschwerden verursacht“, betont Herzspezialist Voigtländer. „Die Gefahr
besteht darin, dass Warnzeichen für Komplikationen oft erst spät erkannt
werden.“
Das Tückische an Vorhofflimmern ist: Nur bei etwa zwei Dritteln der
Patienten macht es sich mit spürbaren Beschwerden wie Herzstolpern,
unregelmäßigem oder chaotischem Herzschlag bis zum Hals, Druckgefühl im
Brustkorb, Angst, Atemnot, Schwindelgefühl oder Leistungsschwäche
bemerkbar. Besonders beim erstmaligen Auftreten erleben viele Patienten
diese Symptome als beängstigend. Für die Betroffenen ist es daher wichtig
zu wissen, ob diese Rhythmusstörung behandelt werden muss und welche
Therapiemöglichkeiten bestehen.
Die Deutsche Herzstiftung informiert bundesweit in den Herzwochen 2026
(1.-30. November) „Herz aus dem Takt – Vorhofflimmern erkennen und
handeln“ in zahlreichen Veranstaltungen sowie mit Broschüren, Podcasts und
Video-Clips (<https://herzstiftung.de/herzwochen>) über Ursachen,
Risikovorsorge sowie aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten von
Vorhofflimmern. Darüber hinaus fördert die Herzstiftung mit einer Million
Euro aktuell elf Forschungsprojekte zu dieser bedeutenden
Herzrhythmusstörung. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu Vorhofflimmern zu
gewinnen, um Diagnose und Therapie dieser Volkskrankheit zu verbessern.
<https://herzstiftung.de/forschung-vorhofflimmern>

Schlaganfallgefahr durch Vorhofflimmern
Der Schlaganfall ist die größte Gefahr, die vom Vorhofflimmern ausgeht.
Das Schlaganfallrisiko hängt neben dem Alter von verschiedenen weiteren
Risikofaktoren ab wie einer begleitenden Herzschwäche, Diabetes
(Zuckerkrankheit), Bluthochdruck oder einem früheren Schlaganfall. Vor
allem ältere Patienten über 65 Jahre, bei denen bereits Herz-Kreislauf-
Erkrankungen auftreten, haben ein hohes Risiko, Vorhofflimmern zu bekommen
und sollten sich regelmäßig daraufhin untersuchen lassen.  „Fatalerweise
trifft der Schlaganfall oft Menschen, die von ihrer Herzrhythmusstörung
gar nichts wissen und somit auch nicht die schützende Therapie zur
Blutgerinnungshemmung erhalten haben. Für sie ist der Schlaganfall dann
das erste Symptom ihrer Erkrankung an Vorhofflimmern“, berichtet der
Herzstiftungs-Vorsitzende und Ärztliche Direktor der Agaplesion
Frankfurter Diakonie-Kliniken.

Früherkennung kann Leben retten
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um das Risiko für einen
Schlaganfall zu senken. Bereits einfache Maßnahmen wie regelmäßiges
Pulsmessen – beim Arzt, in der Apotheke oder zu Hause – können Hinweise
auf Vorhofflimmern liefern. Hierbei können digitale Helfer wie moderne
Smartwatches mit Pulsmess- und EKG-Funktion unterstützen. Sie ermöglichen
es, auch ein Vorhofflimmern, das nur gelegentlich auftritt, zu
dokumentieren und dem Arzt oder der Ärztin für diagnostische Zwecke zu
senden. „Ist der Puls unregelmäßig oder liegt er in Ruhe über 100 Schläge
pro Minute, sollte man zeitnah seinen Arzt aufsuchen, um klären zu lassen,
ob Vorhofflimmern vorliegt“, so Voigtländer.  Auffällige Werte oder
Beschwerden sollten besprochen werden, um einer Verschlechterung des
Krankheitsverlaufs vorzubeugen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt
besonders älteren Menschen über 65 Jahren und Herzkranken, regelmäßig
ihren Puls zu messen oder zu fühlen (Infos:
<https://herzstiftung.de/pulseday>).

Welche Beschwerden treten auf? Wann zum Arzt?
Vorhofflimmern wird durch elektrische Störimpulse im Reizleitungssystem
des Herzens ausgelöst, deren Ursprung meist in den Lungenvenen liegt.
Diese münden in den linken Vorhof. Wegen des unregelmäßigen Herzschlags
ziehen sich Herzvorhöfe und Herzkammern nicht mehr koordiniert zusammen:
die Vorhöfe zittern und flimmern. Dadurch sammelt sich Blut in den
Ausbuchtungen des Vorhofs (Vorhofohr), das Verklumpen und so zur Bildung
von kleinen Blutgerinnseln führen kann. Werden diese ausgeschwemmt und
gelangen über Arterien mit dem Blutstrom in den Kopf, verstopfen sie
möglicherweise ein Hirngefäß. Folge ist ein Schlaganfall. Warnsignale für
Vorhofflimmern wie:
-       anhaltendes Herzrasen,
-       Schwindel,
-       Luftnot,
-       Brustschmerzen,
-       kurze Bewusstlosigkeit
sollten unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Mithilfe eines EKG oder eines
Langzeit-EKG lässt sich feststellen, ob tatsächlich Vorhofflimmern
vorliegt. Infos unter <https://herzstiftung.de/vorhofflimmern-symptome>

Moderne Therapien verbessern die Prognose
Es stehen wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben
Medikamenten zur Regulierung des Herzrhythmus kommen häufig
Gerinnungshemmer („Blutverdünner“), sogenannte Antikoagulanzien, zum
Einsatz, um das Risiko von Schlaganfällen zu senken. Diese Medikamente
reduzieren das Risiko der Blutgerinnselbildung in den Vorhöfen.
Darüber hinaus stehen Ablationsverfahren zur Verfügung. Die
Katheterablation ist ein minimal-invasiver Eingriff am Herzen, mit dem
Ziel, möglichst eine anhaltende Beseitigung des Vorhofflimmerns zu
erreichen. Dabei werden die Leitungspfade im Herzen unterbrochen, die für
das Durcheinander der elektrischen Signale ursächlich sind. Die
krankhaften Bereiche im Muskelgewebe werden entweder mit Hitze oder mit
Kälte verödet (thermische Verfahren). Eine weitere Methode ist die
sogenannte Pulsed Field Ablation (PFA). Dabei werden ultraschnelle
elektrische Stromimpulse (Pulse) erzeugt, um Verödungspunkte zu setzen. Es
werden nur jene Herzzellen gezielt angesteuert, die für die Störimpulse
verantwortlich sind.

Herzwochen-Veranstaltungen und neue Broschüre zu Vorhofflimmern
Veranstaltungstermine sind unter https://herzstiftung.de/herzwochen
abrufbar.

Tipp: Broschüre „Herz aus dem Takt: Vorhofflimmern und erkennen und
handeln“
Die Herzwochen-Begleitbroschüre „Herz aus dem Takt: Vorhofflimmern
erkennen und handeln“ der Deutschen Herzstiftung informiert über neueste
Erkenntnisse zu Risikovorsorge, Ursachen, Diagnose und Therapie von
Vorhofflimmern. Die 110-seitige Broschüre kann kostenfrei per Tel. 069
955128-400 oder unter <https://herzstiftung.de/bestellung> (E-Mail:
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>) angefordert werden.

Infos zu Vorhofflimmern unter <https://herzstiftung.de/herzwochen> und
<https://herzstiftung.de/vorhofflimmern>

Podcasts zum Thema Vorhofflimmern begleitend zu den Herzwochen mit einer
neuen Folge pro Woche gibt es unter: <https://herzstiftung.de/podcasts>

Die Patientenleitlinie „Vorhofflimmern: Verstehen, behandeln, mitwirken“
der Deutschen Herzstiftung und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie
(DGK) ist abrufbar unter
<https://herzstiftung.de/patientenleitlinie-vorhofflimmern>