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Medizin der Zukunft: Die Charité im Wissenschaftsjahr 2026

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Wie können wir künftig seltener und weniger schwer erkranken? Wie können
innovative Technologien bei Diagnostik und Therapie unterstützen? Wie
sieht Medizin in der Zukunft aus? Diesen Fragen widmet sich das aktuelle
Wissenschaftsjahr. Mit dabei: Forschende und Mediziner:innen der Charité –
Universitätsmedizin Berlin und des Berlin Institute of Health in der
Charité (BIH) als Botschafter:innen für ein gesundes Leben. Ob interaktive
Ausstellung, Escape-Game oder Bewegungs-Challenge: Für jedes Alter ist
etwas dabei.

Neue Technologien ermöglichen mit zunehmender Geschwindigkeit Erkenntnisse
auf dem Gebiet der Biomedizin. Perspektivisch geht das mit neuen
Behandlungsmöglichkeiten einher. „Mit den schnellen Entwicklungen in der
Medizin, sei es in der Krebstherapie, der Anwendung von Gen- und
Zelltherapien oder auf dem Gebiet der Prävention, steigt der
Aufklärungsbedarf in der Bevölkerung. Dem wollen wir Rechnung tragen,
Einblicke in aktuellste Forschung an der Charité geben und Vertrauen in
wissenschaftliche Erkenntnisse stärken“, sagt Prof. Joachim Spranger,
Dekan der Charité, zum Start der Projekte in diesem Wissenschaftsjahr.

Über das Jahr verteilt laden Charité und BIH zu Veranstaltungen und zum
Mitmachen ein, in den eigenen Räumen, in Partnereinrichtungen, in den
sozialen Medien oder auf dem Schiff, der MS Wissenschaft.

MOVE: Warum regelmäßiges Bewegen so wichtig ist

Die Fußballer des 1. FC Union Berlin, ihr Mannschaftsarzt Dr. Clemes
Gwinner, Chirurg und Sportmediziner an der Charité, und Dr. Imke Schatka,
verantwortlich für das Präventionskonzept und die
Wissenschaftskommunikation, wollen Schülerinnen und Schüler für Bewegung
begeistern. Deshalb laden sie zu einer Challenge in den Sommerferien ein:
30 Tage mit kurzen und leicht mitzumachenden Bewegungsübungen, angeleitet
durch die Profis. Zusammen mit Berliner Schulen testen und entwickeln sie
das Angebot. Die Videos und Anleitungen werden dann jungen Menschen online
und an Schulen zur Verfügung stehen.

TRUST: Gemeinsam für die Krebsmedizin der Zukunft

Viel kann jede:r selbst tun, um gesund zu sein und zu bleiben. Manche
Erkrankungen dagegen liegen nicht in unserer Hand. Seltene Erkrankungen
beispielsweise, oder Krankheiten, deren Ursachen in den Genen liegen. Sie
zu erkennen und bestmöglich zu behandeln, daran arbeiten Forschende der
Charité intensiv. Damit ihnen dabei nichts entgeht, beziehen sie
Patient:innen in die Forschung ein. Gewebe, das bei medizinischen
Eingriffen entnommen, aber zur Diagnostik nicht mehr benötigt wird, kann
unter anderem in der Krebsforschung einen entscheidenden Beitrag leisten.
Aus ihm entstehen dreidimensionale Mini-Organe, sogenannte Organoide,
personalisierte Zellmodelle oder andere Krankheitsmodelle. Wie das zu
einem besseren Verständnis von Krebs und optimierten Behandlungen
beiträgt, zeigen Forschende von Charité 3R, EinsteinCenter 3R und Charité
Comprehensive Cancer Center (CCCC) im Projekt Trust. Vertrauen durch
Teilhabe: eine Wanderausstellung, Videos, Podcasts und Veranstaltungen für
Patient:innen und alle Interessierten.

Die Stationen der Wanderausstellung „TRUST“:
•       6. bis 25. Juni: Forschungsgebäude „Der Simulierte Mensch“ (Si-M),
Charité Campus Virchow-Klinikum
•       26. Juni bis Mitte Juli: Onkologische Portalambulanz, Charité
Campus Virchow Klinikum
•       Juli bis August: Onkologische Portalambulanz, Charité Campus
Benjamin Franklin
•       August bis September: Survivors Home, Wilmersdorf
•       Oktober bis November: Campus Charité Mitte im Rahmen der Berlin
Science Week

Syndrom Purpurnagel: Ein immunologisches Rätselabenteuer

Ein eigens für Schülerinnen und Schüler konzipiertes Escape-Game gibt
einen spielerischen Einblick in die Erforschung neuartiger Erreger. Sie
schlüpfen in die Rolle von Forschenden und interpretieren Labordaten, um
eine Pandemie zu verhindern. Dabei lernen sie Begriffe wie „Varianten“ und
„Immunogenität“ besser kennen und treffen bewusste Impfentscheidungen.
Erdacht haben das Spiel Prof. Lisa Buchauer, Roberta Colapietro und Léa
Boillot aus dem Fächerverbund Infektiologie, Pneumologie und
Intensivmedizin der Charité. Im Hochschulwettbewerb des Wissenschaftsjahrs
2026 konnte die Idee überzeugen: Das Team erhält für die Entwicklung des
Spiels 10.000 Euro und ist damit eines von zehn geförderten Projekten aus
insgesamt 220 Einreichungen.

Charité Science Shots unterwegs mit der MS Wissenschaft

Die MS Wissenschaft geht ab 7. Mai auf Tour durch Deutschland und
Österreich, erstmals macht das Ausstellungsschiff auch Station in Polen.
Mit an Bord des schwimmenden Science Centers: Exponate zum Mitmachen und
Ausprobieren wie die Charité Science Shots. Zu sehen sind Zellen mit Wow-
Effekt – denn Forschung für die Medizin der Zukunft ist nicht nur wichtig,
sondern auch einfach schön. Was sich genau hinter den intensiven Farben
verbirgt, die lichtstarke Mikroskope in Charité-Laboren eingefangen haben,
dürfen Besucherinnen und Besucher errätseln, dabei schmunzeln und schlauer
werden. Ein ästhetischer Blick hinter die Kulissen der biomedizinischen
Forschung.

Dialog an Deck: Chancen und Risiken von Gen- und Zelltherapien

Zu einer Podiumsdiskussion auf der MS Wissenschaft lädt das BIH ein. Gen-
und Zelltherapien revolutionieren die Medizin – sie greifen tief in die
biologischen Ursachen von Krankheiten ein und eröffnen neue
Heilungschancen. Doch zugleich stellen sie uns vor ethische und
gesellschaftliche Fragen: Wie weit wollen wir in unsere Gene eingreifen?
Wer profitiert von diesen Innovationen? Und wer hat Zugang zu den neuen
Therapien? Expert:innen aus Forschung, Medizin, Politik und Gesellschaft
diskutieren zusammen mit dem Publikum Möglichkeiten, Grenzen und
Zukunftsperspektiven moderner medizinischer Technologien. Die
Veranstaltung findet am 8. Mai von 16 bis 17:30 Uhr in Berlin auf dem Deck
der MS Wissenschaft statt.

Wissenschaftsjahr 2026
Wissenschaftsjahre werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie
und Raumfahrt (BMFTR) und der Initiative Wissenschaft im Dialog initiiert.
Ziel ist ein Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit: Das
Publikum soll stärker für Wissenschaften interessiert und Entwicklungen in
der Forschung transparenter und zugänglicher werden. Neben dem Vermitteln
wissenschaftlicher Inhalte sollen die Wissenschaftsjahre gesellschaftliche
Debatten anstoßen und voranbringen. 2026 steht das Wissenschaftsjahr unter
dem Motto „Medizin der Zukunft“.