Zum Hauptinhalt springen

HDZ NRW nimmt ein zweites SPECT/CT in Betrieb

Pin It

Herzdiagnostik noch schneller und präziser: Mit einer weiteren
hochmodernen Anlage der neuesten Generation baut das Herz- und
Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, seine Spitzenposition als führende
universitäre Nuklear-Kardiologie weiter aus – mit weit über 2.000
Myokardszintigraphien jährlich.



Die Herz- und Thoraxdiagnostik mit Großgeräten zählt zu den
Spezialleistungen im Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen. Sie wird im Institut für Radiologie, Nuklearmedizin und
molekulare Bildgebung unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Derlin
vorgehalten und wissenschaftlich betreut.

Ein SPECT/CT (sog. Single-Photon-
Emissionscomputertomographie/Computertomographie) kann sowohl die Anatomie
von Organen und Gewebe als auch funktionelle Prozesse untersuchen. Nicht
nur zur Herzdiagnostik, sondern auch bei Fragestellungen zur Lunge und zu
Skelett- oder Nebenschilddrüsen geben die so fusionierten Bilder
Aufschluss über funktionelle Informationen der nuklearmedizinischen
Untersuchung und liefern zugleich anatomische Informationen der CT in
einem Bild. Bestimmte Fragen, z.B. zur Herzdurchblutung und zu vorhandenem
Narbengewebe, können auf diese Weise besser und genauer beantwortet werden
als das mittels einfacher Gammakamera, Röntgen, PET/CT oder MRT der Fall
ist.

Präzise Daten bei kurzen Untersuchungszeiten

Eine zweite Anlage dieser Art haben Professor Derlin und sein Team seit
Anfang des Jahres am HDZ NRW in Betrieb genommen.
„Dieses hochmoderne Gerät stärkt unseren ausgewiesenen Schwerpunkt der
molekularen Bildgebung noch weiter. Für unsere ambulanten und stationären
Patientinnen und Patienten bedeutet dies nicht nur kürzere Wartezeiten auf
einen Termin“, betont der Institutsdirektor.
„Vielmehr sind auch unsere Untersuchungszeiten dank verbesserter
Bildeigenschaften bei gleichzeitig sehr genauen Befunden kürzer geworden.
Zudem erweitern wir hiermit über die Nuklearkardiologie hinaus noch einmal
das Untersuchungsspektrum. Das SPECT/CT verfügt über eine besondere
Ausstattung, die die Durchführung hochaufgelöster Schichtaufnahmen im
Skelettbereich bei z.B. orthopädischen Fragestellungen erlaubt. Diese
moderne und sehr genaue Diagnostik können wir auch allen ambulanten
Patienten über unser nuklearmedizinisches Medizinisches Versorgungszentrum
(MVZ) zur Verfügung stellen.“

Als spezialisiertes Teilgebiet der Herz-Kreislauf-Diagnostik, das mithilfe
radioaktiver Substanzen (Tracer) funktionelle Informationen über den
Herzmuskel liefert, zählt die Nuklearkardiologie am HDZ NRW hinsichtlich
Ausstattung und Expertise zu den führenden universitären Einrichtungen
ihrer Art in Deutschland. Mittels SPECT/CT und PET/CT erlaubt sie die
präzise Erkennung von Durchblutungsstörungen bei koronarer Herzerkrankung,
der Vitalitätsbestimmung nach Infarkten oder der Diagnose von
entzündlichen Erkrankungen des Herzmuskels, um individuelle Therapien zu
ermöglichen.

2000 Myokardszintigraphien jährlich

Bei einer sog. Myokardszintigraphie mittels SPECT/CT erhält der Patient
zunächst eine Injektion einer geringen Menge eines Tracers, bevor das
SPECT/CT die Bilder aufnimmt. Die Untersuchung gibt Auskunft über die
Durchblutung des Herzens und die Relevanz von Verengungen der
Herzkranzarterien. Sie kann durch einen Herzinfarkt entstandenes
Narbengewebe aufzeigen. Die CT-Komponente wird eingesetzt, um die
Bildqualität der nuklearmedizinischen Aufnahme zu verbessern (sogenannte
Schwächungskorrektur). Sie kann zusätzliche Informationen wie z.B. über
Verkalkungen der Koronararterien liefern. Mehr als 2000
Myokardszintigraphien werden jährlich am HDZ NRW durchgeführt.

Mit der Investition in die zusätzliche Medizintechnik (SPECT/CT-Gamma-
Kamerasystem von Siemens; Symbia Intevo Bold) hat das HDZ NRW im laufenden
Betrieb auch zusätzliche Räumlichkeiten geschaffen und diese hell und
patientenfreundlich gestaltet. Die Gesamtkosten für die Maßnahme beliefen
sich auf knapp 800.000 Euro.

-----
Das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen (HDZ NRW), Bad
Oeynhausen, ist ein international anerkanntes Zentrum zur Behandlung von
Herz-, Kreislauf- und Diabeteserkrankungen. Mit 43.000 Patienten pro Jahr,
davon 14.800 in stationärer Behandlung sowie 1.300 ambulanten Operationen
ist das HDZ NRW ein führendes Spezialklinikum in Europa. Das HDZ NRW ist
seit 1989 Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum. Die
Professorenschaft des HDZ NRW ist zusätzlich seit 2023 Mitglied der
Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld.

Das Institut für Radiologie, Nuklearmedizin und Molekulare Bildgebung am
HDZ NRW stellt in der stationären Versorgung die bildgebende Diagnostik
für Patientinnen und Patienten sicher. Ein besonderer Schwerpunkt gilt der
Herzbildgebung. Neben der Herzdiagnostik im nuklearmedizinischen Bereich
werden außerdem eine Vielzahl von weiteren Leistungen in der Tumor-,
Lungen-, Skelett- und Schilddrüsendiagnostik von einem interdisziplinären
Team mit modernsten Untersuchungsmethoden (SPECT/CT, PET/CT, CT, MRT,
Röntgen) erbracht. Wichtige Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind die
molekulare Bildgebung und die Nutzung moderner Verfahren, um individuelle
Therapien zu ermöglichen. Das Institut stellt seine Expertise auch anderen
Kliniken zur Verfügung. In Westfalen und darüber hinaus in Norddeutschland
versorgt es täglich Kliniken und Praxen mit kurzlebigen
Radiopharmazeutika.