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Aktualisierte S2k-Leitlinie COPD: Neue Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie für bessere Patientenversorgung

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Die aktualisierte S2k-Leitlinie Fachärztliche Diagnostik und Therapie der
chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) 2026 ist publiziert!
Federführend durch die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und
Beatmungsmedizin (DGP) erstellt, waren mehr als 30 Expert:innen und eine
große Zahl an Fachgesellschaften in die mehr als zweijährige
Aktualisierungsarbeit eingebunden. „Diese Leitlinie ergänzt die Nationale
Versorgungsleitlinie COPD und integriert die neuesten evidenzbasierten
Erkenntnisse, um eine frühere und effektivere Behandlung zu ermöglichen“,
betont DGP-Präsident Professor Christian Taube.



Die Publikation sei für behandelnde Ärzt:innen sowie Patient:innen ein
wichtiges Update und die gute Nachricht des Tages. „Diese Überarbeitung
bietet evidenzbasierte Handlungsanweisungen für eine frühere
Intervention“, so Taube, Direktor der Klinik für Pneumologie der
Universitätsmedizin Essen.

Die Koordination der aktualisierten S2k-Leitlinie lag in den Händen von
Professorin Kathrin Kahnert und Professor Henrik Watz. „Wir wissen jetzt:
Eine detaillierte pneumologische Lungenfunktionsdiagnostik und CT-Thorax
bieten hier einen hohen zusätzlichen Mehrwert, insbesondere bei Diskrepanz
zwischen Symptomen und Spirometrie. So können wir Betroffene früher
identifizieren“, erklärt Kahnert, niedergelassene Pneumologin in München
sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Medizinischen Klinik und
Poliklinik V, Schwerpunkt Pneumologie, am Klinikum der
Ludwig‑Maximilians‑Universität München. Die alleinige Spirometrie, wie
bisher empfohlen, erkenne frühe Veränderungen in der Regel zu spät – ein
großes Problem.

Bodyplethysmografie, CT-Thorax und AAT-Mangel

Bei klinischem Verdacht auf eine COPD und normaler Spirometrie soll in der
spezialfachärztlichen Diagnostik eine erweiterte Lungenfunktionsdiagnostik
erfolgen, um die Lungenvolumina, die Atemwegswiderstände und den
Gasaustausch der Lunge zu ermitteln und somit mögliche strukturelle
Lungenveränderungen früh zu erfassen. Im Zuge der Früherkennung der COPD
und dem kommenden Lungenkarzinomscreening gewinnt die Computertomografie
des Brustkorbs zunehmend an Bedeutung. Die CT-Thorax-Untersuchung wird
aber auch bei Diskrepanz zwischen Symptomen und Lungenfunktion oder
häufigen Exazerbationen unbedingt empfohlen.

Neue Kapitel zu Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AAT) und zu Biomarkern fordern
jetzt eine einmalige Screening-Untersuchung auf AAT-Mangel und die
Bestimmung des Differentialblutbildes. „Die fachärztliche Kompetenz wird
gestärkt, etwa durch Phänotypisierung mittels Lungenfunktion, Biomarker
und CT als neuen Standard“, betont Henrik Watz – er arbeitet an der
Medizinischen Klinik III, Campus Lübeck, am Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein und ist dem Airway Research Center North (ARCN) des
Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) zugeordnet. Das Screening auf
AAT-Mangel werde stark empfohlen, so Watz, da das Fehlen von AAT eine der
am häufigsten nichtdiagnostizierten Ursachen darstellt.

Verschärfte Risikogruppen, Triple-Therapie und Rauchstopp

Die Einteilung der Risikogruppen anhand der GOLD-Gruppen wurde von den
internationalen Empfehlungen in die aktualisierte Leitlinie aufgenommen.
In der Initialtherapie wird nun eine duale Bronchodilatation (LAMA/LABA)
für GOLD-Gruppe B priorisiert, ICS/LABA allein wird nicht mehr empfohlen.
Bei persistierenden Exazerbationen unter Triple-Therapie (LAMA/LABA/ICS)
soll eine Reevaluation mit Biomarkern und CT erfolgen. Die Optionen der
Therapieeskalation mit Azithromycin, Roflumilast oder Biologika müssen
fachärztlich geprüft werden. LAMA/LABA/ICS ist eine Dreifachkombination
aus einem langwirksamen Muskarinrezeptor-Antagonisten (LAMA), einem
langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) und einem inhalativen Kortikosteroid
(ICS), die zur Behandlung schwerer COPD eingesetzt wird, um so genannte
Exazerbationen zu verhindern. Hierbei handelt es sich um akute
Verschlechterungsereignisse mit Zunahme von Atemnot und verstärkter
Schleimproduktion.

„Jede Exazerbation zählt – auch leichte Verschlechterungen bei unseren
Patientinnen und Patienten dürfen wir nicht einfach tolerieren, eine
zügige Eskalation der Therapie sind entscheidend“, betonen die
Leitlinienkoordinatoren Kahnert und Watz einstimmig. Dies beinhaltet
unbedingt auch die nicht-medikamentösen Therapiemöglichkeiten wie ein
strenges Rauchstopp-Programm, pneumologische Rehabilitation sowie die
Einhaltung der aktualisierten Impfempfehlungen – beispielsweise gegen
Influenza, Pneumokokken oder RSV. Ein kardiovaskuläres Risiko solle
abgeklärt werden, da COPD eine kardiovaskuläre Risikoerkrankung darstellt,
also Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstige.

Nicht zuletzt sind Behandlungsempfehlungen zur interventionellen oder
chirurgischen Lungenvolumenreduktion und Lungentransplantation für
Patient:innen mit weit fortgeschrittener COPD für die fachärztlicher
Leitlinie von großer Bedeutung.

Living Guideline! Praktische Empfehlungen gleich weniger
Krankenhauseinweisungen

„Für Patientinnne und Patienten bedeutet das ab 2026: Bessere
Phänotypisierung als Standard, Lungenkrebs-Screening und null Toleranz für
Exazerbationen“, fasst Prof. Henrik Watz zusammen. „Die dynamische
Entwicklung auf diesem Gebiet wird zu einer fortwährenden Aktualisierung
der Leitlinie führen“, ergänzt Prof. Kathrin Kahnert. Damit bietet die
Leitlinie immer einen aktuellen und praktischen Nutzen für Ärzt:innen und
Patient:innen.

→ S2k-Leitlinie „Fachärztliche Diagnostik und Therapie der chronisch
obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) 2026“ bei der AWMF abrufen:
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-006

Informieren Sie sich live und vor Ort auf dem kommenden DGP-Kongress über
die aktualisierte S2k-Leitlinie bzw. COPD-Erkennung und -Behandlung:

•       Die neue COPD-Leitlinie und der G-BA-Beschluss zur Tabakentwöhnung
Bühne in der DGP-Lounge
Donnerstag, 19. März, 12:00 bis 12.30 Uhr

•       State of the Art COPD (auch im Livestream)
https://vmx.m-anage.com/release/dgpneumo2026/de-DE/session/126310
Saal 14b (ICM, 1. OG)
Donnerstag, 19. März, 13.45 bis 15:15 Uhr

•       10 Clinical Years in Review: Asthma und COPD – Entwicklung
aktueller Therapiekonzepte (auch im Livestream)
https://vmx.m-anage.com/release/dgpneumo2026/de-DE/session/126355
Saal 14a (ICM, 1.OG)
Freitag, 20. März, 9 bis 10:30 Uhr

•       Erprobte und innovative Konzepte in der Behandlung der
fortgeschrittenen COPD (auch im Livestream)
https://vmx.m-anage.com/release/dgpneumo2026/de-DE/session/126362
Saal 13a (ICM, 1. OG)
Samstag, 21. März, 9 bis 10.30 Uhr

Originalpublikation:
https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/020-006