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Universitätsmedizin Magdeburg gründet Magdeburger Zentrum für Zell- und Immuntherapien (MAZI)

Gründung des Magdeburger Zentrums für Zell- und Immuntherapie (MAZI))  Quelle: Sarah Kossmann  Copyright: Universitätsmedizin Magdeburg
Gründung des Magdeburger Zentrums für Zell- und Immuntherapie (MAZI)) Quelle: Sarah Kossmann Copyright: Universitätsmedizin Magdeburg
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Neues Zentrum bündelt Expertise für die Erforschung, Entwicklung und
Anwendung innovativer Zell- und Immuntherapien gegen Krebs, Autoimmun- und
Infektionskrankheiten. Die Universitätsmedizin Magdeburg hat das Magdeburger Zentrum für Zell-
und Immuntherapien (MAZI) gegründet und positioniert sich damit in einem
der dynamischsten und zukunftsweisendsten Felder der modernen Medizin.

Mit
dem neuen Zentrum werden vorhandene Kompetenzen in Forschung, Entwicklung
und klinischer Anwendung zu innovativen Zell- und Immuntherapien gebündelt
und gezielt weiterentwickelt, um neue Behandlungsansätze bei Krebs,
Autoimmun- und Infektionskrankheiten schneller in die Versorgung zu
überführen.

Neues Zentrum stärkt strategisch den Medizinstandort Magdeburg

Die Gründung steht im Kontext der aktuellen Zielvereinbarung zwischen der
Universitätsmedizin Magdeburg (UMMD) und dem Land Sachsen-Anhalt, die die
Förderung innovativer Forschung und die Entwicklung moderner Therapien in
den kommenden Jahren zum Ziel hat. „Die Gründung des MAZI stärkt die
Forschungskapazitäten der Medizinischen Fakultät in einem hochaktuellen
und zukunftsweisenden Bereich der Medizin und trägt entscheidend zur
Profilbildung der Universitätsmedizin Magdeburg auch bei der Ausbildung
und Qualifizierung unserer Ärzteschaft sowie Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler von morgen bei. Wir schaffen damit die Grundlage, um
innovative Therapien aus der Forschung schneller in die Anwendung zu
bringen“, betont Prof. Dr. rer. nat. Daniela C. Dieterich, Dekanin der
Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

„Das MAZI verknüpft wissenschaftliche Exzellenz mit der unmittelbaren
Versorgung unserer Patientinnen und Patienten. So können wir modernste
Zell- und Immuntherapien frühzeitig einsetzen, wenn herkömmliche
Behandlungen nicht mehr ausreichen. Zugleich unterstreichen wir damit den
Anspruch der Universitätsmedizin Magdeburg, medizinische Forschung und
klinische Praxis konsequent miteinander zu verbinden“, erklärt Prof. Dr.
med. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum
Magdeburg A.ö.R.

Zell- und Immuntherapien gelten als eines der zukunftsträchtigsten Felder
der modernen Medizin. Therapien wie CAR-T-Zellen oder multispezifische
Antikörper eröffnen neue Perspektiven in der Krebsbehandlung und werden
zunehmend auch bei Autoimmunerkrankungen und Infektionen erprobt.
Unterstützt durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) schreitet
die Entwicklung rasant voran.

Zell- und Immuntherapie „Made in Magdeburg“

Die Universitätsmedizin Magdeburg gehört zu den Pionieren auf dem Gebiet
der zellulären Immuntherapie bei Autoimmunerkrankungen. Als eines der
ersten Zentren weltweit wurden an der UMMD Patientinnen und Patienten mit
therapieresistenten Erkrankungen wie Myasthenia gravis (MG) oder
Immunthrombozytopenie (ITP) erfolgreich behandelt. Mit der Initiierung
mehrerer klinischer Studien zur CAR-T-Zelltherapie in
Autoimmunerkrankungen zählt Magdeburg zu den wenigen Standorten in
Deutschland mit einem derart breiten und innovativen Therapieangebot.
Gleichzeitig wird am Standort der Aufbau einer Infrastruktur zur
Eigenproduktion genetisch modifizierter zellulärer Arzneimittel konsequent
vorangetrieben.

„Die Gründung des MAZI ist der nächste konsequente Schritt, um unsere
bisherigen Erfolge strukturell zu verankern und nachhaltig auszubauen“,
erklärt Prof. Dr. med. Dimitrios Mougiakakos, Direktor der
Universitätsklinik für Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie sowie
Sprecher des neuen Zentrums. „MAZI bedeutet auf Griechisch zusammen und
genau darum geht es: Wir wollen gemeinsam Forschung, Entwicklung, Lehre
und Ausbildung sowie die Translation innovativer Konzepte in die klinische
Anwendung vorantreiben. In Magdeburg haben wir in kurzer Zeit die
Voraussetzungen geschaffen, um anspruchsvolle Studien mit zellulären
Therapien durchzuführen. Mit dem MAZI entsteht nun eine Plattform, die
Grundlagenforschung, translationale Strategien und patientennahe
Versorgung enger als je zuvor verbindet, mit dem Ziel, Betroffenen
schneller Zugang zu hochinnovativen Therapien zu ermöglichen, die über den
derzeitigen Standard hinausgehen.“

Das MAZI schafft eine campusweite, fachabteilungs- und
berufsgruppenübergreifende Infrastruktur und erweitert den Fokus über
klassische T-Zelltherapien hinaus. Neben CAR-T-Zellen stehen auch
neuartige Technologien wie CRISPR-Cas sowie präzise Behandlungsansätze wie
„Treat-to-Target”-Strategien im Zentrum der Entwicklung.

Das neue Zentrum wird künftig die Durchführung von multidisziplinären
Studien ermöglichen, die Qualitätssicherung neuer Zellprodukte
vorantreiben und den wissenschaftlichen Nachwuchs in diesem
zukunftsweisenden Bereich fördern. Die interdisziplinäre Ausrichtung
schafft ideale Bedingungen für enge Kooperationen mit anderen
Forschungseinrichtungen der Universität sowie mit externen Partnern. Ziel
ist der Aufbau eines leistungsstarken Netzwerks für Verbundprojekte,
klinische Studien und industrielle Kooperationen und damit die weitere
Stärkung der internationalen Sichtbarkeit des Forschungsstandorts
Magdeburg. Strategischer Partner ist zudem die Universitätsmedizin Halle.
Die Zusammenarbeit soll künftig weiter intensiviert werden, um die
regionale Allianz für Zell- und Immuntherapien auszubauen.

Gefördert wird die Forschung durch Mittel des Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (EFRE) und der Auf- und Ausbau des Zentrums durch
das Corona-Sondervermögen des Landes Sachsen-Anhalt.

Foto v.l.: Prof. Dr. med. Hans-Jochen Heinze, Ärztlicher Direktor am
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R, Prof. Dr. rer. nat. Daniela C.
Dieterich, Dekanin der Medizinischen Fakultät Magdeburg, Prof. Dr. med.
Dimitrios Mougiakakos, Direktor der Universitätsklinik für Hämatologie,
Onkologie und Zelltherapie sowie Sprecher des neuen Zentrums und Marco
Bohn, Kaufmännischer Direktor am Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.
Fotografin: Sarah Kossmann