Zuwachs für die Flotte hochautomatisierter Forschungsfahrzeuge am Thüringer Innovationszentrum Mobilität

Bei der Ilmenauer Wissenschaftsnacht zum Mittsommer 2026 gab das jüngste
Mitglied der Forschungsflotte hochautomatisierter Fahrzeuge am Thüringer
Innovationszentrum Mobilität sein Debut. Der futuristisch anmutende
Robobus vermittelt in jeder Hinsicht einen Eindruck davon, wohin sich die
autonome Mobilität für den öffentlichen Personenverkehr entwickeln könnte:
Emissionsfrei angetrieben, geräuscharm in einem modernen
lichtdurchfluteten Fahrgastambiente und mittels neuester Sensor- und
Software-Technologien fahrerlos unterwegs. Informationen: www.mobilitaet-
thueringen.de.
In seiner Forschungsoffensive Digitale Mobilität erforscht das Thüringer
Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) an der TU Ilmenau innovative
Technologien für sichere, umwelt- und ressourcenschonende, effiziente,
automatisierte und vernetzte Mobilitätslösungen. Das Projekt wird vom
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum
von 2024 bis 2028 mit rund 6,4 Millionen Euro gefördert.
Für diese Forschung spielen Fahrzeuge mit Zugriff auf Sensortechnologien,
Software-Steuerung und digitale Daten von Fahrfunktionen und Umgebung eine
zentrale Rolle. Das erste Forschungsfahrzeug mit autonomen Fahrfunktionen,
ein VW-Minivan des Typs T7, wurde bereits 2024 im Rahmen des vorher-
gehenden 5G-Innovationsprojekts P:Mover in Betrieb genommen; es dient da-
zu, die Betriebsbereiche zu erproben, in denen automatisiertes und
vernetztes Fahren (AVF) zum Einsatz kommen soll. Sensor- und Softwaredaten
sind bei diesem Fahrzeug geschützt, um die Verkehrssicherheit auf
öffentlichen Straßen zu jeder Zeit zu gewährleisten.
Mit den beiden neuen Level-4 tauglichen Fahrzeugen, die derzeit am ThIMo
für den Forschungsbetrieb auf geschützten Testgeländen und im Reallabor
Ilmenau vorbereitet werden, ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Ein
konventioneller PKW, hier ein batterielektrischer Kia EV6, wurde für
autonome Fahrfunktionen so ertüchtigt, dass unterschiedliche Sensor- und
Software-Module implementiert werden können und so ermöglichen,
Algorithmen, Systeme und Betriebs-arten schnell zu erproben und zu
validieren („rapid prototyping“). Bei dem zweiten Neuzugang handelt es
sich um einen PIX Robobus. Diese Plattform dient als Element in einer
vernetzten Testkette („X-in-the-loop“) mit digitalen Zwillingen der
Antriebs- und Steuerungssysteme sowie als Demonstration für die autonome
Mobilität der Zukunft im ÖPNV.
Das brandneue Fahrzeug erreichte pünktlich zur Wissenschaftsnacht vom
Hafen in Rotterdam aus per LKW seinen neuen Standort am ThIMo. Bei der
Überführung in den Ausstellungsbereich am Bertha-Benz Bau gab sich
Professor Matthias Hein, ThIMo-Direktor und Projektleiter der
Forschungsoffensive Digitale Mobilität, höchst zuversichtlich: „Unsere
Flotte hochautomatisierter Forschungsfahrzeuge versetzt uns nicht nur in
die Lage, an der vordersten Front neuer Sensor-, Software- und
Datentechnologien mitzuforschen, sondern ermöglicht auch eine hautnahe
Begegnung mit der Mobilität der Zukunft im öffentlichen Personenverkehr.“
Mit der hochautomatisierten Fahrzeugflotte und seiner weiteren
Forschungsinfrastruktur beteiligt sich das ThIMo am Aufbau des AVF-
Kompetenzzentrums Thüringen. Ziel dieses Kompetenzzentrums ist es,
automatisierte Fahrzeuge und Mobilitätsangebote unter realen Bedingungen
zu erforschen, sicher in bestehende Verkehrsstrukturen zu integrieren und
den Weg von den bisherigen Pilotprojekten in Richtung Regelbetrieb
vorzubereiten. Koordiniert wird das Vorhaben durch die Professur
Verkehrssystemplanung an der Bauhaus-Universität Weimar, einem
langjährigen Forschungspartner des ThIMo. Das Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert den Aufbau des
Kompetenzzentrums im Rahmen des seit 2024 an den beiden Hochschulen
laufenden Forschungsvorhabens „Mobilitätsverbund werthaltige ländliche
Lebensräume – MOVEwell“ mit rund 4 Millionen Euro.
Automatisiertes und vernetztes Fahren gemäß Level 4 wird in den kommenden
Jahren im großen Maßstab in den Verkehr integriert werden. Mit diesen
erfolgreichen Pilotprojekten, der Entwicklung des landesweit abgestimmten
integralen Taktfahrplans „Mein Thüringen-Takt“ und der Kooperation
zwischen allen wichtigen Stakeholdergruppen ist der Freistaat Thüringen
bestens darauf vorbereitet, sich zu einer landesweiten AVF-Modellregion zu
entwickeln. Die Federführung hierfür liegt beim Thüringer Minister für
Digitales und Infrastruktur und seinem Thüringer Mobilitätsnetzwerk.
„Das höchste Forschungsziel besteht darin, mit kompetenten Partnern und
Teams neueste Technologien zu erforschen, aber noch besser ist die
Möglichkeit, damit einen Beitrag zu leisten, dass neue Mobilitätsangebote
entstehen, von denen die gesamte Gesellschaft profitieren kann“, so Hein.
