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Whitepaper zu Klimawandel und Gesundheit in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht

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Medizin.NRW zeigt, wie Forschung aus Nordrhein-Westfalen zu Prävention,
klimaresilienter Versorgung und gesundheitsförderlichen Lebenswelten
beiträgt – und welche Voraussetzungen für die Umsetzung in der Praxis
entscheidend sind.



Düsseldorf, [05.11.2026] – Hitze, Extremwetterereignisse, veränderte
Allergenbelastungen und neue Infektionsrisiken stellen Gesundheitswesen
und Gesellschaft vor wachsende Herausforderungen. Mit dem Whitepaper
„Klimawandel und Gesundheit – Forschung und Translation in NRW“ zeigt das
Cluster Medizin.NRW, wie Akteur:innen aus Wissenschaft,
Gesundheitsversorgung, Wirtschaft und öffentlicher Hand diesen
Herausforderungen begegnen. Die Publikation stellt ausgewählte Forschungs-
und Praxisansätze aus Nordrhein-Westfalen vor und benennt Erfolgsfaktoren,
um wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungen zu überführen.

Wissenschaftsministerin Ina Brandes MdL: „Wir werden die großen
Herausforderungen der medizinischen Versorgung nur meistern, wenn
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen eng
zusammenarbeiten. Das gilt für die gesundheitlichen Belastungen durch
Hitzeperioden oder anderer extremer Wetterlagen ebenso wie für die großen
Volkskrankheiten Krebs und Demenz. Das Cluster Medizin.NRW bündelt das
Wissen von Spitzenforscherinnen und -forschern verschiedener
Fachrichtungen mit Expertinnen und Experten aus Verbänden und Unternehmen.
Von diesem Zusammenschluss profitieren Patientinnen und Patienten ebenso
wie der Gesundheitsstandort Nordrhein-Westfalen.“

Forschung aus Nordrhein-Westfalen: Lösungen für Gesundheit im Klimawandel

Das Whitepaper beleuchtet vier zentrale Themenfelder: Prävention und
Gesundheitsförderung, klimaresiliente Lebens- und Arbeitswelten,
Infektionskrankheiten sowie nicht-übertragbare Erkrankungen und
Katastrophen. Die Beispiele zeigen, dass Forschung in Nordrhein-Westfalen
nicht bei der Beschreibung klimabedingter Gesundheitsrisiken stehen
bleibt. Sie entwickelt Ansätze, um Risiken frühzeitig zu erkennen,
besonders gefährdete Menschen zu schützen und Versorgung sowie
Lebenswelten widerstandsfähiger zu gestalten.

Wie das konkret aussehen kann, verdeutlichen unterschiedliche Projekte:
Der Düsseldorfer Forschungsverbund UNITY untersucht, wie der Ausbau einer
attraktiven Radverkehrsinfrastruktur mit gesundheitlichen und
umweltbezogenen Effekten zusammenhängt. Das Projekt ADAPT-HEAT entwickelt
praxisnahe Empfehlungen für eine hitzesensible Medikationsanpassung, um
die Arzneimitteltherapiesicherheit während Hitzeperioden zu verbessern.
Green Hospital Food an der Universitätsmedizin Essen verbindet die
Weiterentwicklung einer gesunden und nachhaltigen Krankenhausverpflegung
mit der Reduktion von Lebensmittelverschwendung.
Weitere Beiträge widmen sich klimasensibler Gesundheitsberatung, der
Qualifizierung von Pflegefachpersonen, neuen antimikrobiellen Strategien
und datenbasiertem Pandemiemanagement. Hinzu kommen Ansätze zur Prävention
beruflicher Allergien, zur telemedizinischen Grundversorgung in
Katastrophengebieten und zum Hitzeschutz für alleinlebende ältere
Menschen. Gemeinsam machen sie die fachliche Breite und die vielfältigen
Wege von Forschung in die praktische Anwendung sichtbar.

Von der Erkenntnis zur Anwendung: Prioritäten für Nordrhein-Westfalen

Eine zentrale Botschaft des Whitepapers: Gesundheit im Klimawandel zu
schützen, bedeutet mehr, als auf akute Belastungen zu reagieren.
Prävention und Gesundheitsförderung müssen ebenso an den Bedingungen
ansetzen, unter denen Menschen leben, lernen, arbeiten und versorgt
werden. Gesundheitsfördernde Mobilität, nachhaltige Ernährung, angepasste
Arbeitsprozesse und klimaresiliente Versorgungsstrukturen können dazu
beitragen, Risiken zu mindern und gesundheitliche Ressourcen zu stärken.
Individuelles Verhalten und geeignete gesellschaftliche Rahmenbedingungen
müssen dabei zusammengedacht werden.

Damit erfolgreiche Ansätze über einzelne Projekte hinaus Wirkung
entfalten, empfiehlt das Whitepaper, die spätere Anwendung bereits bei der
Projektentwicklung mitzudenken und Praxispartner frühzeitig einzubinden.
Weitere Erfolgsfaktoren sind verlässliche Daten- und Monitoringstrukturen,
die differenzierte Berücksichtigung vulnerabler Gruppen sowie
bedarfsgerechte Bildungs- und Kommunikationsangebote.

Für die Umsetzung in der Praxis braucht es mehr als wissenschaftliche
Erkenntnisse: Arztpraxen benötigen Zeit und Finanzierung für klimabezogene
Maßnahmen, Krankenhäuser klare Zuständigkeiten und die Unterstützung ihrer
Leitung. Neben den Projektteams sind deshalb auch die Verantwortlichen in
Versorgungseinrichtungen, Politik und Verwaltung gefragt, geeignete
Rahmenbedingungen zu schaffen. Ebenso wichtig ist es, erfolgreiche Ansätze
für andere Einrichtungen nutzbar zu machen. So sollen z. B. eine
Rezeptdatenbank und eine Transformationsleitlinie aus dem Projekt Green
Hospital Food anderen Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen die
Umstellung auf eine gesunde und nachhaltige Verpflegung erleichtern.

Leuchtturm Climate&Health.NRW

Nordrhein-Westfalen bietet mit seiner dichten Forschungs- und
Versorgungslandschaft sowie der interdisziplinären Breite gute
Voraussetzungen, um Klimawandel und Gesundheit gemeinsam zu bearbeiten.
Der Leuchtturm Climate&Health.NRW innerhalb des Clusters Medizin.NRW
unterstützt die Vernetzung in diesem Themenfeld und bietet ein gemeinsames
Dach für strategische Themen, Publikationen, Veranstaltungen und neue
Kooperationsansätze. Das Whitepaper ist eine Initiative des Leuchtturms
und soll Orientierung geben, bestehende Kompetenzen sichtbar machen und
Impulse für die weitere Zusammenarbeit setzen.

Virtuelle Spotlight-Veranstaltung zur Vorstellung des Whitepapers am
10.11.2026
https://www.medizin.nrw/veranstaltungen/spotlight-klimawandel-und-
gesundheit-in-nrw/