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Digital-Gipfel: Forschung trifft Politik

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Cyberagentur präsentiert erste Meilensteine aus vier Forschungsprogrammen.
Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) hat
auf einem Side-Event des Bundesverteidigungsministeriums beim Digital-
Gipfel 2026 vier Forschungsprogramme mit ihren Projektpartnern
vorgestellt. Erste Meilensteine und technologische Entwicklungsstände aus
der Cybersicherheitsforschung stießen auf großes Interesse bei politischen
Gästen.



Der Digital-Gipfel der Bundesregierung stand am 2. und 3. November unter
dem Motto „Shaping AI: safe, sovereign, competitive“. Im Mittelpunkt
standen die Sicherheit Künstlicher Intelligenz, die digitale Souveränität
Europas und die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die Bundesregierung
verfolgt dabei unter anderem das Ziel, Deutschland bis 2030 als führenden
KI-Standort zu etablieren. Der Gipfel, eröffnet von Bundesdigitalminister
Dr. Karsten Wildberger und besucht von Bundeskanzler Friedrich Merz,
bildete den politischen Rahmen für den Austausch.

Das vom Bundesministerium der Verteidigung veranstaltete Side-Event
„Digitale Souveränität als Gefechtswert – Das digitale Gefechtsfeld der
Zukunft“ am 3. November im Cyber Innovation Hub der Bundeswehr in Berlin
bot Gelegenheit zur Diskussion zwischen Politik, Wissenschaft,
Sicherheitsbehörden und technologischer Forschung. Dabei präsentierten die
Cyberagentur und der Cyber Innovation Hub ihre Forschungsansätze und erste
Ergebnisse.

Forschung braucht Mut und technologische Weitsicht

Wie aus risikoreicher Forschung langfristige Sicherheitsfähigkeiten
entstehen, stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion der Veranstaltung.
Generalleutnant Michael Vetter, Abteilungsleiter Innovation und Cyber im
Bundesministerium der Verteidigung, betonte den Wert einer ergebnisoffenen
Forschung: „Das Schöne an der Cyberagentur ist: Sie kann auch Themen
untersuchen, bei denen herauskommt, dass es nichts wird. Und trotzdem ist
es ein erfolgreiches Innovationsprojekt, weil wir geprüft haben, ob diese
Technologie künftig relevant ist.“

„Unser Geschäft ist es, dieses Regal, aus dem der Innovation Hub heute
schöpft, auch in 15 Jahren zu füllen – mit Innovationen und Technologien,
die wir haben und kein anderer“, verwies Michael Domberg von der
Cyberagentur auf die unterschiedlichen Zeithorizonte von Forschung und
Anwendung: Die strategische Vorausschau und das frühzeitige Erkennen
technologischer Durchbrüche seien dafür entscheidend.

Dass wissenschaftlicher Fortschritt allein nicht ausreiche, machte Sven
Weizenegger, Leiter des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, deutlich:
„Wenn ich eine Organisation nicht in die Lage versetze, das aufzunehmen,
dann kann ich hier so viel entwickeln, wie wir wollen. Dann haben wir ein
Problem.“ Entscheidend seien Strukturen, die neue Technologien schneller
in die praktische Nutzung überführen.

Auch Thomas Röwekamp (CDU/CSU), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses
des Deutschen Bundestages, unterstrich die vorhandenen technologischen
Kompetenzen Deutschlands. Für deren sicherheitspolitische Nutzung
formulierte er eine klare Forderung: „Es geht nicht mehr um die Frage, ob
wir das können. Es geht wirklich nur um die Frage, ob wir es wollen.“

Die Diskussion in der Moderation von Nana Brink, Leiterin der Redaktion
„Sicherheit & Verteidigung“ von Tagesspiegel Background, verdeutlichte
damit die komplementären Aufgaben von langfristiger Sicherheitsforschung,
schneller Technologieintegration und politischer Gestaltung. Die beim
Digital-Gipfel vorgestellten Forschungsmeilensteine der Cyberagentur
zeigten, wie diese Bereiche ineinandergreifen können.

Forschungsergebnisse für die digitale Souveränität

Die Cyberagentur verdeutlichte mit vier Forschungsprogrammen, wie
langfristige, risikoreiche Forschung konkrete Beiträge zur technologischen
Handlungsfähigkeit und Sicherheit Deutschlands leisten kann.

Mobiler Quantencomputer (MQC): Die Forschungspartner entwickeln
Quantencomputer, die künftig unabhängig von spezialisierten
Laborumgebungen eingesetzt werden könnten. neQxt zeigte erstmals
öffentlich ein Modell seines Systems „maQue“. Bereits im August 2026 hatte
das Unternehmen eine erste funktionsfähige Ausbaustufe demonstriert.
Parallel forschten Oxford Ionics mit Infineon Technologies sowie Quantum
Brilliance mit Parity Quantum Computing an weiteren technologischen
Ansätzen.

BCI – Sichere Gehirn-Computer-Schnittstellen: Im Forschungsprojekt NAFAS
entwickelt Zander Laboratories nicht-invasive neurotechnologische Systeme
zur Erfassung mentaler Zustände und zur adaptiven Mensch-Maschine-
Interaktion. Zentrale Anforderungen sind Datensicherheit, Transparenz und
die Kontrolle über persönliche Gehirndaten.

HEGEMON – Sicherheit generativer KI: Das Forschungsprogramm untersucht,
wie sich generative KI-Modelle in sicherheitskritischen Anwendungen
zuverlässig bewerten und vergleichen lassen. Dafür entwickeln DFKI und
GAF, dida Datenschmiede, Fraunhofer IIS sowie InfAI wissenschaftliche
Prüfverfahren und angepasste KI-Modelle. Im Fokus stehen Anwendungen mit
Geoinformationsdaten.

AuBi – Sichere digitale Identitäten: Bundesdruckerei, neXenio und die
Universität Potsdam erforschen neue biometrische
Authentifizierungsverfahren. Das Projekt „Self-ID“ untersucht unter
anderem, wie individuelle Reaktionen beim Erkennen des eigenen Gesichts
zur sicheren Identitätsprüfung genutzt werden können.

Weitere Informationen und Einreichungen:

www.cyberagentur.de/programme/
www.bmds.bund.de/aktuelles/digital-gipfel
https://bmds.bund.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/digitale-
souveraenitaet-als-gefechtswert-das-digitale-gefechtsfeld-der-zukunft-nur-
auf-einladung