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5 Jahre Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder in Cottbus

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Strahlenschutz-Forschung zu Mobilfunk und Stromnetzausbau verständlich und
erlebbar machen
Mobiltelefone, Hochspannungsleitungen, Elektroautos – viele Menschen
sorgen sich, dass davon gefährliche Strahlung ausgehen könnte. Das
Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder (KEMF) des Bundesamtes für
Strahlenschutz (BfS) in Cottbus klärt wissenschaftlich fundiert über
solche Alltagsfragen auf und begleitet die technische Entwicklung mit
Forschung.

Fünf Jahre nach seiner Eröffnung hat es sich als wichtige
Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger sowie für kommunale Akteure
etabliert. Ebenso ist es ein starker Forschungspartner in der
Transformationsregion Lausitz. Am 3. und 4. November 2026 feiert das KEMF
sein fünfjähriges Jubiläum mit Gästen aus Wissenschaft und Politik. Dabei
stellt es Ergebnisse des Forschungsprogramms „Strahlenschutz beim
Stromnetzausbau“ vor.

Gute Arbeitsplätze unterstützen Strukturwandel in der Lausitz

Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im
Bundesumweltministerium: „Energiewende und digitale Transformation
brauchen einen starken und transparenten Strahlenschutz. Mobilfunksender
für schnelles Internet oder neue Stromtrassen sind ohne sie umgebende
elektromagnetische Felder nicht zu haben. Auch wenn die Einhaltung von
Grenzwerten vor allen nachgewiesenen gesundheitsrelevanten Wirkungen
schützt, gibt es bei diesem Thema teils Verunsicherungen und Sorgen in der
Öffentlichkeit. Als Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Städte und
Kommunen liefert das Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder
wissenschaftsbasierte Informationen, die unabhängig von wirtschaftlichen
Interessen sind. Zu einer erfolgreichen Energiewende gehören auch gute
Arbeitsplätze für Regionen, die dieser Wandel besonders trifft. Deswegen
hat das Bundesumweltministerium das Kompetenzzentrum ganz bewusst in der
Lausitz angesiedelt.“

Seit 2021 ist das BfS Arbeitgeber in Cottbus. Die meisten seiner
Beschäftigten dort arbeiten für das KEMF. Als Teil der Lausitzer
Wissenschaftscommunity gestaltet das KEMF den Strukturwandel in der Region
aktiv mit.

KEMF macht Strahlenschutz-Wissen für den Alltag nutzbar

Inge Paulini, BfS-Präsidentin: „Im Kompetenzzentrum Elektromagnetische
Felder gehen Forschung und Kommunikation Hand in Hand. Im Fokus stehen
Fragen des Strahlenschutzes, die den Alltag der Bürgerinnen und Bürger
betreffen – etwa auch aufwändige Forschung zu Magnetfeldern in
Elektroautos. Für die Weltgesundheitsorganisation hat das Kompetenzzentrum
an systematischen Übersichtsarbeiten zu möglichen Auswirkungen von
hochfrequenten elektromagnetischen Feldern mitgewirkt. Unser
Kommunikationsteam macht das vorhandene Wissen zugänglich und erlebbar.
Eine mobile Ausstellung bietet Strahlenschutz zum Anfassen. Und mit Leih-
Messgeräten kann jeder selbst testen, wie stark er oder sie im Alltag
elektromagnetischen Feldern ausgesetzt ist. Seit seinem Bestehen haben die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kompetenzzentrums über 1.000 Anfragen
von Bürgerinnen und Bürgern beantwortet und an fast 350 Veranstaltungen
teilgenommen, um über Strahlenschutz zu informieren.“

Grenzwerte schützen – KEMF untersucht noch offene Fragen

Das KEMF des BfS bündelt die Strahlenschutz-Expertise des Bundes im
Bereich elektrischer, magnetischer und elektromagnetischer Felder.
Elektromagnetische Felder treten beispielsweise in der Umgebung von
Stromleitungen oder beim Mobilfunk auf. Die Einhaltung von Grenzwerten
schützt vor allen nachgewiesenen gesundheitsschädlichen Wirkungen.
Trotzdem gab und gibt es offene wissenschaftliche Fragen. Aufgabe des KEMF
ist es, diese Wissenslücken zu identifizieren, durch Forschung so weit wie
möglich zu schließen und Bürgerinnen und Bürger darüber transparent zu
informieren.

Forschungsprogramm „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“

Bereits 2017 – also noch vor Gründung des KEMF – startete das BfS das
Forschungsprogramm „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“. Unter anderem
wurde zu gesundheitlichen Auswirkungen von Magnetfeldern geforscht und
untersucht, wie stark die deutsche Allgemeinbevölkerung im Alltag
magnetischen Feldern ausgesetzt ist. Für das Programm standen insgesamt
rund 20 Millionen Euro zur Verfügung, die zur Hälfte vom BMUKN und zur
Hälfte von den Stromnetzbetreibern bereitgestellt wurden. Letztere hatten
keinen Einfluss auf die Auswahl, Durchführung und Ergebnisse der Studien.
Bisher wurden 37 Forschungsprojekte abgeschlossen oder befinden sich in
Durchführung.

Dossier: Forschungsfragen des KEMF (in Auswahl) und Links zu
weiterführenden Informationen

Wie hoch ist die Belastung mit Magnetfeldern in Elektroautos?

Das KEMF hat die Magnetfelder, die im Fahrgastraum von Elektroautos
auftreten, ermitteln und bewerten lassen: Alle untersuchten Elektroautos
haben die Empfehlungen zum Schutz vor gesundheitlichen Auswirkungen von
Magnetfeldern eingehalten. Außerdem ist man in reinen Elektroautos nicht
prinzipiell stärkeren Magnetfeldern ausgesetzt als in Fahrzeugen mit
konventionellem oder hybridem Antrieb. Wer sich im Hinblick auf den
Klimaschutz für ein E-Auto entscheidet, kann auch mit Blick auf den
Strahlenschutz ein gutes Gefühl haben.

Forschungsprogramm „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“
Im Rahmen des Forschungsprogramms „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“
wurde unter anderem untersucht, ob die Magnetfelder von
Hochspannungsleitungen Leukämie bei Kindern auslösen können. Auch
alltäglichere Phänomene standen auf der Agenda: etwa die Fragen, wie stark
die deutsche Allgemeinbevölkerung im Alltag magnetischen Feldern
ausgesetzt ist oder ab welcher Schwelle man elektrische Felder wahrnehmen
kann.

Erhöhen die Magnetfelder von Hochspannungsleitungen das Risiko für
Leukämie im Kindesalter?

Leukämie-Erkrankungen treten sehr selten im Kindesalter auf. Vor Beginn
des Forschungsprogramms wiesen einige Studien auf ein erhöhtes Leukämie-
Risiko bei Kindern hin, die im häuslichen Umfeld Magnetfeldern
überdurchschnittlich stark ausgesetzt waren. Berücksichtigt man die
seitdem erschienenen Studien und die im Rahmen des Forschungsprogramms
durchgeführten Untersuchungen, haben sich diese Hinweise insgesamt
abgeschwächt. Da ein kausaler Zusammenhang von Magnetfeldern mit dieser
komplexen Erkrankung nicht völlig ausgeschlossen werden kann, wird das BfS
die Ermittlung der Ursachen von Leukämie im Kindesalter auch in Zukunft
weiter vorantreiben.

Wie stark sind die Magnetfelder im Alltag?

In einem noch laufenden Forschungsprojekt wird ermittelt, wie stark die
deutsche Bevölkerung in ihrem Alltag Magnetfeldern ausgesetzt ist. Diese
Felder können unter anderem von Wechselstromleitungen der Stromversorgung,
Elektroinstallationen im Haus und von Bahnstromanlagen ausgehen. Erste
Zwischenergebnisse bestätigen, dass die allgemeine Bevölkerung diesen
Magnetfeldern nur in einem geringen Maß ausgesetzt ist. Im Allgemeinen
liegen die ermittelten Werte auch für Anwohnerinnen und Anwohner von
Hochspannungsleitungen weit unter den Grenzwerten, die in Deutschland für
Stromleitungen ab 1.000 Volt (1 kV) gelten.

Kann man elektrische und magnetische Felder wahrnehmen?

Die vergleichsweise schwachen Magnetfelder im Alltag spürt man nicht. Für
elektrische Felder gilt das nicht unbedingt. Diese kann man unter
bestimmten Umständen wahrnehmen – zum Beispiel wenn sich durch statische
Aufladung die Härchen am Körper aufstellen. Ähnliche Wahrnehmungsphänomene
können auch direkt unter Hochspannungsleitungen auftreten. Deswegen hat
das KEMF untersuchen lassen, ab welcher Stärke Menschen elektrische Felder
wahrnehmen. Das Ergebnis: Die Wahrnehmungsschwelle ist individuell
unterschiedlich. Manche Menschen können bereits relativ schwache
elektrische Felder spüren.

Wie stark sind die elektrischen Felder von Gleichstrom-Freileitungen?

Bisher werden Hochspannungsleitungen in Deutschland mit Wechselstrom
betrieben. Welche elektrischen Felder von Gleichstrom-Freileitungen
ausgehen, nimmt das KEMF in den Blick, sobald diese Leitungstypen in den
Regelbetrieb gehen. Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen sind neue
Leitungstypen, die Strom verlustarm über weite Strecken transportieren
können, zum Beispiel von Windkraftanlagen in Nord- und Ostsee zu den
Verbrauchszentren im Süden und Westen Deutschlands.

Wie lassen sich neue Studien einordnen?

Jeden Tag erscheinen in Fachzeitschriften wissenschaftliche Artikel mit
Bezug zu elektromagnetischen Feldern. In seinem „Spotlight on EMF
Research“ stellt das KEMF aktuelle Artikel auf deutsch und englisch vor,
ordnet sie in den bestehenden Kenntnisstand ein und bewertet ihre Relevanz
für den Strahlenschutz.

Weitere Informationen
•       Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder (KEMF): www.bfs.de/kemf
Informationsangebote des KEMF
•       Messgeräteverleih für elektrische oder magnetische Felder
•       Online-Vorträge für Bürger*innen, Bürgermeister*innen,
Landrät*innen und kommunale Bedienstete
•       Entdeckungstour Strahlenschutz bei elektromagnetischen Feldern:
Die mobile Ausstellung des BfS für Kommunen und Bildungseinrichtungen
•       Spotlight on EMF Research für Fachpublikum
Ausgewählte Forschungsprojekte des KEMF
Elektromobilität
•       Strahlenschutz-Studie: Untersuchte E Autos halten zum Schutz der
Gesundheit empfohlene Höchstwerte ein
•       Strahlenschutz bei der Elektromobilität
•       Bestimmung von Expositionen gegenüber elektromagnetischen Feldern
der Elektromobilität. Ergebnisbericht – Teil 1
•       Bestimmung von Expositionen gegenüber elektromagnetischen Feldern
der Elektromobilität. Ergebnisbericht – Teil 2: Elektromagnetische Felder
beim Laden

Systematische Übersichtsarbeiten im Auftrag der WHO zu möglichen
Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder
•       Gesamtübersicht

Stromnetzausbau
•       BfS-Forschungsprogramm „Strahlenschutz beim Stromnetzausbau“
•       Forschungsprogramm Strahlenschutz beim Stromnetzausbau




Bundesamt für Strahlenschutz
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des
Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert
die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des
Strahlenschutzes. Die rund 600 Beschäftigten bewerten Strahlenrisiken,
überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen
Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im
medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und
strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind
weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde
betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen
Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen unter www.bfs.de.