Betriebe können mit neuer kostenfreier App ihre Pflanzenschutz-Anwendungen digital erfassen
JKI stellt neue praxisnahe Lösung für die digitale Pflanzenschutz-
Dokumentation vor. Eingegebene Daten bleiben bei den Nutzenden. Grundlage
der Web-Anwendung ist ein am JKI entwickelter und offen agelegter IT-
Datenstandard für Pflanzenschutzmittel-Anwendung
(Kleinmachnow) Mit DiPAgE stellt das Julius Kühn-Institut (JKI) eine
kostenfreie Web-Anwendung zur Verfügung, mit der berufliche Anwenderinnen
und Anwender von Pflanzenschutzmitteln (PSM) ihre Anwendungen digital und
maschinenlesbar dokumentieren können. Die „App“ wurde vom JKI extra
entwickelt, um die ab 2027 geltenden neuen gesetzlichen Anforderungen an
die elektronische Dokumentation von Pflanzenschutzmittel-Anwendung
einfach in die betriebliche Praxis übertragen. Das Kürzel DiPAgE steht
dabei für Digitale Pflanzenschutz-Anwendungsdaten
„Unser Ziel war es, die Betriebe bei der notwendigen Umstellung auf die
elektronische Dokumentation bestmöglich zu unterstützen. Deshalb haben wir
eine nutzerfreundliche Anwendung geschaffen, mit der die rechtlich
erforderlichen Angaben einfach erfasst und anschließend in einem
einheitlichen, maschinenlesbaren Format ausgegeben werden“, erklärt
Projektleiter Jan Helbig vom Institut für Strategien und Folgenabschätzung
am Julius Kühn-Institut.
Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2023/564 wurden die Anforderungen an
die Dokumentation von Pflanzenschutzmittel-Anwendung
entsprechenden Aufzeichnungen müssen ab dem 1. Januar 2027 elektronisch
und maschinenlesbar vorliegen. Für land-, forst- und weinwirtschaftliche
Betriebe sowie Gartenbau und Baumschulen bedeutet dies eine Umstellung
bisheriger Dokumentationsabläufe.
Ein zentraler Grundsatz bei der App-Entwicklung war die Datenhoheit der
Betriebe zu gewährleisten. DiPAgE kann deshalb direkt über den Browser und
ohne vorherige Registrierung oder Anmeldung verwendet werden. Die
dokumentierten Pflanzenschutzmittel-Anwendung
beim JKI gespeichert. Die Datensätze verbleiben auf dem Endgerät der
Anwenderinnen und Anwender und können dort gespeichert, weiterbearbeitet
und in den vorgesehenen Formaten ausgegeben werden.
Eine wesentliche Grundlage von DiPAgE ist der am JKI entwickelte IT-
Datenstandard für Pflanzenschutzmittel-Anwendung
die Angaben einer dokumentierten Pflanzenschutzmittel-Anwendung
einheitlich strukturiert und in maschinenlesbaren Formaten ausgegeben
werden können. Der Standard ist offen angelegt. Damit kann er auch von
Anbietern bestehender Farmmanagement-, Ackerschlagkartei- und
Dokumentationssysteme umgesetzt werden. Betriebe werden dadurch nicht auf
eine bestimmte Softwarelösung festgelegt.
Zudem stellt DiPAgE den Nutzenden zulassungsbezogene Informationen
strukturiert zur Verfügung. Grundlage dafür war die JKI-interne
Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe, welche die Aufbereitung und
Bereitstellung der benötigten Zulassungsdaten vom Bundesamt für
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) verantwortet.
Bereits während der Entwicklung wurde DiPAgE mit Anwenderinnen und
Anwendern aus der Praxis erprobt. Die dabei gewonnenen Rückmeldungen zur
Bedienung und praktischen Umsetzung flossen in die Entwicklung der
Anwendung ein. Solche Meldungen aus der Praxis werden auch nach der
Veröffentlichung von DiPAgE noch erfasst, um das Tool fachlich und
technisch weiterzuentwickeln.
Bereits jetzt führt die Web-App die Nutzenden durch die Erfassung der
erforderlichen Angaben und unterstützt sie mit hinterlegten Fach- und
Verwaltungsinformationen. Ziel ist es, Eingaben möglichst eindeutig zu
gestalten, unnötige Mehrfacheingaben zu vermeiden und am Ende einen
strukturierten Datensatz zu erzeugen.
Hintergrundinformation zum DiPAgE-Projekt:
DiPAgE wird im Rahmen eines Projektes des JKI entwickelt, das am Institut
für Strategien und Folgenabschätzung angesiedelt ist. Die Entwicklung von
DiPAgE und des zugrunde liegenden IT-Datenstandards wird im Rahmen eines
vom IT-Planungsrat geförderten Projektes ermöglicht.
Laufzeit: September 2025 bis Ende 2027
Projektleitung: Jan Helbig und Dr. Jörn Strassemeyer
