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DGSM-Jahrestagung 2026: „Unser Körper und unser Büro liegen oft in verschiedenen Zeitzonen“

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Chronobiologe Till Roenneberg eröffnet Hauptsymposium zum
Wirtschaftsfaktor Schlaf | 6. November 2026, 10:15 – 11:45 Uhr, Wiesbaden
Warum unser Körper und unser Arbeitsalltag oft „in verschiedenen
Zeitzonen“ unterwegs sind und welche Folgen das für Gesundheit,
Produktivität und Unternehmen hat, erläutert der renommierte Chronobiologe
Prof. Dr. Till Roenneberg auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) vom 5.–7. November 2026 in
Wiesbaden.



Schlaf ist weit mehr als eine persönliche Gesundheitsfrage. Schlaf ist
einer der wichtigsten, aber zugleich am meisten unterschätzten Faktoren
für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und wirtschaftlichen Erfolg. Genau
diesem Thema widmet sich die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und
Schlafmedizin (DGSM) auf ihrer Jahrestagung 2026 vom 5.–7. November in
Wiesbaden. In seinem Eröffnungsvortrag auf dem Hauptsymposium macht der
renommierte Chronobiologe Prof. Dr. Till Roenneberg auf die weitreichenden
Folgen eines verbreiteten Schlafdefizits aufmerksam.

Die Forschungen von Professor Dr. Till Roenneberg zeigen seit Jahren, wie
sehr moderne Arbeitswelten mit der inneren Uhr des Menschen kollidieren.
„Schlaf nimmt dem Wachsein nichts weg, er macht es erst möglich“, betont
Roenneberg. Dennoch schlafen rund 40 Prozent der Erwachsenen in
Deutschland an Arbeitstagen weniger als sieben Stunden.

Die Folgen zeigen sich nicht nur in Müdigkeit und
Konzentrationsschwierigkeiten.
Chronischer Schlafmangel beeinträchtigt nahezu alle Bereiche körperlicher
und psychischer Gesundheit, erhöht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen
und wirkt sich unmittelbar auf Leistungsfähigkeit und Produktivität aus.

Roenneberg veranschaulicht dies mit einem einfachen Vergleich: „Sie
arbeiten in einem Raum mit einem lauten Kühlschrank und nehmen das
Geräusch irgendwann nicht mehr bewusst wahr. Erst wenn der Kühlschrank
abschaltet, merken Sie, wie belastend der Lärm tatsächlich war. Mit
Schlafmangel ist es ähnlich. Viele Menschen haben sich daran gewöhnt und
unterschätzen, wie leistungsfähig sie nach ausreichend Schlaf sein
könnten.“

Wenn die innere Uhr gegen den Arbeitsalltag arbeitet

Im Zentrum von Roennebergs Forschung steht die Frage, wie biologische und
gesellschaftliche Zeitstrukturen zusammenwirken.  „Drei Uhren bestimmen
unseren Tag: die Sonnenuhr, die biologische Uhr und die soziale Uhr“,
erklärt der Wissenschaftler. Während sich die innere Uhr über Millionen
Jahre an den Wechsel von Licht und Dunkelheit angepasst habe, würden
moderne Arbeits- und Lebenswelten zunehmend andere Taktgeber vorgeben.

Viele Menschen verbringen tagsüber zu wenig Zeit im natürlichen Licht und
sind abends künstlichem Licht ausgesetzt. Die Folge: Die innere Uhr
verschiebt sich nach hinten, während Arbeits- und Schulzeiten unverändert
früh beginnen.

Das Resultat ist der sogenannte Social Jetlag. „Unser Körper und unser
Büro liegen chronisch in verschiedenen Zeitzonen“, sagt Roenneberg. „Der
Wecker beendet den Schlaf häufig, bevor das biologische Programm
abgeschlossen ist.“

Milliardenverluste durch ein gesellschaftliches Schlafdefizit

Dass Schlafmangel längst auch ein wirtschaftliches Thema ist, zeigen
aktuelle Berechnungen Roennebergs. Auf Basis wissenschaftlicher Daten zu
Produktivitätsverlusten, Krankheitstagen, Verkehrsunfällen und
Gesundheitskosten hat er die volkswirtschaftlichen Folgen für Deutschland
abgeschätzt.

Das Ergebnis: Rund 40 Milliarden Euro pro Jahr könnten demnach auf
Schlafdefizite zurückzuführen sein. Fast die Hälfte davon entfällt auf die
Folgen des Social Jetlag.
„Dabei handelt es sich eher um eine vorsichtige Schätzung“, sagt
Roenneberg. „Die gesellschaftlichen Kosten vorzeitiger Todesfälle sind
darin noch gar nicht berücksichtigt.“

Thema mit wachsender Relevanz für Unternehmen

Für die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin machen
diese Zahlen deutlich, warum Schlaf zunehmend auch für Arbeitgeber,
Führungskräfte und Personalverantwortliche relevant wird. Arbeitszeiten,
Schichtsysteme und die Gestaltung von Lebens- und Arbeitswelten
beeinflussen nicht nur das Wohlbefinden Beschäftigter, sondern auch
Gesundheit, Leistungsfähigkeit und wirtschaftlichen Erfolg.

Das Hauptsymposium „Schlaf als Wirtschafts- und Karrierefaktor“ (Freitag,
6.11., 10:15 – 11:45 Uhr) greift diese Zusammenhänge auf und zeigt, warum
moderne Erkenntnisse der Schlafforschung künftig stärker in
gesellschaftliche und betriebliche Entscheidungen einfließen sollten.

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