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Halloween 2026: Warum Marken vom Grusel-Hype profitieren

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Neuromarketingexperte Jan Michael Rasimus von der DHBW Karlsruhe erklärt,
welche psychologischen Mechanismen Halloween für Unternehmen so
interessant machen.Trotz schwacher Konsumstimmung erwartet der deutsche Einzelhandel ein
Umsatzplus zu Halloween. Gleichzeitig prägen Kostümideen, Gruselvideos und
Partyvorbereitungen schon Wochen vorher die sozialen Medien. Warum eignet
sich das Fest so gut fürs Marketing? Jan Michael Rasimus,


Neuromarketingexperte und Leiter des Eye-Tracking-Labors der DHBW
Karlsruhe, erklärt die psychologischen Gründe.

537 Millionen Euro Umsatz prognostiziert der Handelsverband Deutschland
(HDE) für das Halloween-Geschäft 2026. Das sind 3,3 Prozent mehr als im
Vorjahr, obwohl etwas weniger Menschen gezielte Ausgaben planen. Für
Marken ist Halloween jedoch weit mehr als ein zusätzlicher Verkaufstermin.

Mehr als nur Nervenkitzel

„Halloween verbindet gleich mehrere menschliche Bedürfnisse: den Reiz des
Unbekannten, das lustvolle Erleben von Angst, den Wunsch nach Abwechslung
und die Freude am gemeinsamen Feiern“, erklärt Rasimus. Verkleidungen
ermöglichen es, andere Rollen auszuprobieren und sich neu zu inszenieren.
Partys und gemeinsame Gruselerlebnisse stärken das Gefühl der
Zugehörigkeit. „Für das Marketing ist diese Mischung besonders
interessant: Je nach Branche lassen sich Spannung, Humor, Kreativität oder
das gemeinsame Erleben in den Mittelpunkt stellen.“

Warum Halloween auf Social Media so gut funktioniert

„Halloween hat einen entscheidenden Vorteil: Die Menschen liefern einen
großen Teil der Inhalte selbst“, sagt Rasimus. Internationale Filme und
Serien inspirieren, Creator zeigen Kostüme, Schmink-Tutorials,
Gruselrezepte oder Partyideen. Andere greifen diese Anregungen auf,
entwickeln eigene Varianten und teilen ihre Kreationen. Marken können
diese Dynamik nutzen, indem sie Ideen anbieten, an die andere anknüpfen
können.
Hinzu kommt eine Bildsprache, die kaum erklärt werden muss. „Kürbisse,
Geister oder Zombies rufen sofort vertraute Vorstellungen hervor. Spannend
wird es, wenn Marken mit diesen Erwartungen spielen und bekannte Produkte
überraschend anders inszenieren“, erläutert Rasimus. Der Wechsel zwischen
Vertrautem und Unerwartetem kann Neugier wecken und Aufmerksamkeit
erzeugen.

Eine Saison voller Anlässe

Halloween beginnt für viele längst vor dem 31. Oktober. Einer von M&M’S
beauftragten Umfrage zufolge beschäftigen sich rund 30 Prozent der
Befragten schon im Sommer oder September mit dem Fest. Bei der Planung von
Kostümen, Partys und Dekorationen können Unternehmen frühzeitig
Inspiration bieten.
Aktuelle Kampagnen greifen unterschiedliche Mechanismen auf: Ahoj-Brause
erzählt eine Gruselgeschichte in sieben Social-Media-Folgen und weckt mit
Cliffhangern Neugier auf die Fortsetzung. Reese’s sucht in den USA
mithilfe von Creatorn die „Trick-or-Treatiest Street“ und verbindet die
Aktion mit einer Nachbarschafts-party. Die eine Kampagne setzt auf
Spannung und wiederkehrende Aufmerksamkeit, die andere auf gemein-
schaftliche Beteiligung.

„Normalerweise müssen Unternehmen erst Anlässe schaffen, damit Menschen
mit ihrer Marke in Kontakt kommen. An Halloween sind die Menschen längst
selbst aktiv“, sagt Rasimus. „Wer ihnen eine Idee liefert, die sie gerne
aufgreifen und weiterentwickeln, kann Teil dieser Dynamik werden. Die
spannendsten Halloween-Geschichten erzählen dann nicht allein die Marken,
sondern die Menschen selbst.“