Einstein Lecture mit Prof. Dr. Steffen Mau am 5. November: „Problemzonen. Zur Krise des liberalen Gesellschaftmodells“
Die Freie Universität Berlin und die Max-Planck-Gesellschaft laden die
Öffentlichkeit gemeinsam zur 25. Einstein Lecture Dahlem am 5. November
2026 in den Henry-Ford-Bau in Berlin-Dahlem ein. Die diesjährige Lecture
hält der Soziologe Prof. Dr. Steffen Mau. Der Direktor am Max-Planck-
Institut für Politik- und Sozialwissenschaft, Göttingen, und Professor an
der Humboldt Universität zu Berlin spricht zum Thema „Problemzonen. Zur
Krise des liberalen Gesellschaftmodells“. Interessierte werden gebeten,
sich online bis zum 3. November 2026 anzumelden.
Institutionelle Stärke und Überlegenheit des westlich-liberalen
Gesellschaftmodells war trotz aller Kritik lange Zeit ein
gesellschaftlicher Konsens. Dessen Basisinstitutionen – Demokratie,
Marktwirtschaft, Rechtsstaat und Wohlfahrtsstaat – galten als
leistungsstark, integrations- und anpassungsfähig. Inzwischen mehren sich
die Zweifel, dass das angesichts wachsender globaler Krisen auch weiterhin
funktionieren kann. Zudem fordern autoritäre Kräfte im Inneren und im
Äußeren die Demokratien westlicher Prägung heraus.
Demokratien in der Krise?
In seinem Vortrag fragt Steffen Mau, wie westliche Gesellschaften mit
diesen Krisensymptomen umgehen und welche Folgen sich aus den Schwächen
des Modells ergeben könnten. Folgt daraus eine Motivations- und
Legitimitätskrise, gar eine Destabilisierung bislang robuster
Institutionen wie der Demokratie? Und welche politischen und sozialen
Reaktionen sind bereits erkennbar? Zudem stellt sich die Frage, welche
Entwicklungsoptionen das westliche Modell hat.
Steffen Mau ist einer der einflussreichsten Soziologen in Deutschland und
seit 2025 Direktor und Leiter der Abteilung „Ungleichheit, Transformation
und Konflikt“ am Max-Planck-Institut für Politik- und Sozialwissenschaft.
Zudem ist er S-Professor für Makrosoziologie an der Humboldt-Universität
zu Berlin. Er studierte von 1991 bis 1997 Soziologie und
Politikwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Von 1998 bis 2001
promovierte er am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zum Thema
Wohlfahrtsstaat. Es folgten berufliche Stationen an der Humboldt-
Universität zu Berlin und der Universität Bremen, wo er 2003 eine
Juniorprofessur für Sozialpolitik und 2005 eine Professur für politische
Soziologie erhielt. Neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt Steffen
Mau 2021 den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und
2023 den Communicator-Preis des Stifterverbandes der Deutschen
Wissenschaft und der DFG.
Die Einstein Lectures Dahlem
Mit den „Einstein Lectures Dahlem“ würdigt die Freie Universität Berlin
seit 2005 unter Beteiligung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen das
epochale Wirken Albert Einsteins über nahezu zwei Jahrzehnte in Berlin als
Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik.
Seit 2017 wird dieses hochkarätige, interdisziplinär ausgerichtete
Universitäts-Colloquium am traditionellen Wissenschaftsstandort Berlin-
Dahlem in Kooperation mit der Max-Planck-Gesellschaft ausgerichtet, der
Nachfolgerin der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.
Die „Einstein Lectures Dahlem“ sprechen eine breite
Universitätsöffentlichkeit an und umfassen alle Wissenschaftsgebiete, die
durch Albert Einsteins Denken beeinflusst werden. Einstein Lectures
hielten in den vergangenen Jahren z.B. der Physiker Prof. Dr. Markus
Aspelmayer (2025), die Biologin Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese (2004) der
Biophysiker und Medizin-Nobelpreisträger 2026 Prof. Dr. Peter Hegemann
(2023) sowie weitere renommierte Wissenschaftler*innen. (cxm)
Weitere Informationen
- Mehr zur Einstein Lecture Dahlem 2026: https://www.fu-
berlin.de/sites/einsteinlectur
- Termin und Zeit: 5. November, 2026, 18:00 Uhr
- Ort: Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin, Garystraße 35, 14195
Berlin-Dahlem
- Anmeldung bitte bis zum 3. November unter: https://ssl2.cms.fu-berlin.de
/fu-berlin/sites/einsteinlectu
- Kontakt: Stabsstelle Kommunikation und Marketing, Freie Universität
Berlin, E-Mail:
