Öffentliche Ringvorlesung: „Deindustrialisierung und Transformation im Saarland und in Europa
Bergbau, Auto- und Stahlindustrie sowie Textilfabriken haben über
Generationen Arbeit, Alltag und das Selbstverständnis ganzer Regionen
geprägt. Was passiert mit diesen Regionen, den Städten und dort lebenden
Menschen, wenn diese Industrien schließen oder sich grundlegend verändern?
Wie erinnern sich Menschen in den jeweiligen Regionen an die
Industriezeit, welche Erfahrungen machten sie im Strukturwandel und welche
Zukunft können sie sich vorstellen? Darum geht es in der Ringvorlesung
„Deindustrialisierung und Transformation im Saarland und in Europa:
Erfahrungen – Emotionen – Zukünfte“ im Wintersemester 2026/27. Start ist
am 27. Oktober.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich,
Österreich und Polen berichten aus ihrer Forschung: über das Grubenunglück
von Reden 1907 und wie bis heute daran erinnert wird, über Proteste gegen
Fabrikschließungen in Frankreich, über das Verhältnis der Generationen in
einer österreichischen Bergbaustadt, über den Wandel unserer Innenstädte
und darüber, wie Museen und Filme die Welt der Industriearbeit zeigen.
Die Vorträge finden an verschiedenen Orten statt. Die Reihe richtet sich
ausdrücklich an alle Interessierten, Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Den Auftakt macht am Dienstag, 27. Oktober, ein gemeinsamer Vortrag von
Birgit Metzger (Universität des Saarlandes) und Fiona Schrading (Goethe-
Universität Frankfurt) zu „Deindustrialisierungserfahrun
Zukunftsvorstellungen im Saarland“ in der Erzhalle der Völklinger Hütte
(18.00 bis 20.00 Uhr).
Den Abschluss bildet am 2. Februar 2027 eine Veranstaltung mit Vortrag
Nadège Mariotti und anschließendem Filmscreening im Kino achteinhalb in
Saarbrücken.
Veranstaltet wird die Ringvorlesung vom Arbeitsbereich Kultur- und
Mediengeschichte der Universität des Saarlandes, zusammen mit den
Interdisziplinären Alternswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt
und der Europäischen Ethnologie der Universität des Saarlandes.
PROGRAMM
27. Oktober: Birgit Metzger (Universität des Saarlands) & Fiona Schrading
(Goethe-Universität Frankfurt): „Deindustrialisierungserfahrun
Zukunftsvorstellungen im Saarland“ (Ort: Erzhalle, Völklinger Hütte, Zeit:
18-20 Uhr)
10. November: Lena Noß (Universität des Saarlands): „Zum Gedächtnis der
Toten von Reden“. Praktiken des Erinnerns und Gedenkens an das
Grubenunglück von 1907. Mit einer Einführung von Barbara Krug-Richter
(Ort: UdS, C4 3 kleiner Hörsaal II, Zeit: 16-18 Uhr)
8. Dezember: Katrin Lehner (Karl Landsteiner Privatuniversität Krems):
„Generationen, Erinnerung und Wandel: Generationenbeziehungen in Zeiten
post-industrieller Transformation in Eisenerz (Österreich)“ (Ort: UdS, C4
3 kleiner Hörsaal II, Zeit: 16-18 Uhr)
15. Dezember: Mathis J. Gronau (Ruhr-Universität Bochum), Raphael Pernoud
(Universität des Saarlands): „Proteste gegen den Niedergang der
Textilindustrie in französischen Grenzregionen – Beispiele aus Givet
(Ardennes) und Bellegarde-Sur-Valserine (Ain)“ (Ort: UdS, C4 3 kleiner
Hörsaal II, Zeit: 16-18 Uhr)
12. Januar: Simone Egger, Leonie Müller, Carola Fricke & Carol Ludwig
(Universität des Saarlandes): „Innenstadt im Wandel. Von der Planung der
Nachkriegsmoderne zu den Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft (an
den Beispielen Frankfurt am Main, Saarbrücken, München)“ (Ort UdS, C4 3
kleiner Hörsaal II, Zeit: 16-18 Uhr)
26. Januar: Agata Cowan-Stronciwilk (University of Silesia): „Coal Mining
and Art - Comparative Analysis of Museum Collections from the Great
Northern Coalfield (UK) and Upper Silesia (Poland)” (Ort UdS, C4 3 kleiner
Hörsaal II, Zeit: 16-18 Uhr)
2. Februar: Nadège Mariotti (Université de Lorraine): „De la mine à la
centrale : images, transformations et mémoires d’un territoire industriel
(France)“ (Ort: Kino achteinhalb, Saarbrücken; Zeit: 18:30-19:30 Uhr;
anschließendes Filmscreening um 20 Uhr).
Weitere Infos unter: <https://www.uni-
saarland.de/lehrstuhl/lemmes/a
