Erneuerbare Energien und digitale Lösungen für eine widerstandsfähige Aquakultur
Das EU-Projekt DANUBEAQUA soll die Aquakultur in der Donau- und
Schwarzmeerregion durch erneuerbare Energien und digitale Lösungen
widerstandsfähiger, energieeffizienter und nachhaltiger machen. Das auf
drei Jahre angelegte Horizon-Europe-Projekt verbindet technologische
Entwicklung mit praktischen Demonstrationen und der aktiven Beteiligung
von Aquakulturbetreibern. Die EU fördert es mit 4,9 Millionen Euro für
drei Jahre.
Das Horizon-Europe-Projekt DANUBEAQUA wurde mit einem Kick-off-Meeting vom
22. bis 24. September 2026 in Budapest, Ungarn, offiziell gestartet. Das
Projekt wird im Rahmen des Horizon-Europe-Calls „Supporting the
implementation of the Restore our Ocean and Waters Mission (HORIZON-
MISS-2025-03)” gefördert und vereint ein Konsortium aus 20 Partnern,
darunter zwei assoziierte Partner, aus zehn europäischen Ländern.
Koordiniert wird das Projekt von der Hungarian Aquaculture Technology and
Innovation Platform (HUNATIP) in Ungarn. Für die Laufzeit von drei Jahren
(2026-2029) stehen insgesamt 4,9 Millionen Euro an EU-Fördermitteln zur
Verfügung.
Das Steinbeis Europa Zentrum unterstützte die Entwicklung des DANUBEAQUA-
Antrags und begleitet die Projektpartner bei der Koordination. Es leitet
die Aktivitäten in den Bereichen Kommunikation, Verbreitung und Verwertung
der Projektergebnisse.
Nachhaltigen Wandel in der Aquakultur vorantreiben
Die Aquakultur spielt eine wichtige Rolle für die europäische
Lebensmittelversorgung, steht jedoch vor wachsenden Herausforderungen.
Fischfarmen in der Donau- und Schwarzmeerregion sind zunehmend von
steigenden Energiekosten, der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern,
den Folgen des Klimawandels sowie dem Bedarf betroffen, Ressourcen
effizienter zu nutzen und gleichzeitig Wasserqualität und Biodiversität zu
schützen. Gleichzeitig fehlt vielen Betrieben der Zugang zu
praxiserprobten Lösungen, die sie bei einer nachhaltigen Transformation
unterstützen können.
Das Projekt DANUBEAQUA begegnet diesen Herausforderungen, indem es
erneuerbare Energietechnologien und digitale Werkzeuge erfolgreich in
Aquakulturbetriebe integriert. Das zentrale Ziel des Projekts besteht
darin, auf Betriebsebene einen Netto-Null-Energieverbrauch zu erreichen.
Dazu werden erneuerbare Energiequellen wie Solarenergie, Windenergie und
Biogas mit modernen digitalen Technologien zur Energieüberwachung und
-optimierung kombiniert.
Neben der Verringerung von Umweltauswirkungen soll das Projekt die
wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von
Aquakulturbetrieben stärken und zugleich zu einer nachhaltigeren und
klimaneutralen Blue Economy in der Donau- und Schwarzmeerregion beitragen.
Von der Innovation zur praktischen Anwendung
DANUBEAQUA verfolgt einen integrierten Multi-Akteurs-Ansatz, der
technologische Innovation, Systemmodellierung, die Einbindung relevanter
Interessengruppen sowie Demonstrationen unter realen Bedingungen
miteinander verbindet. Im Projekt werden energieeffiziente
Produktionsmethoden entwickelt und validiert, die erneuerbare
Energiesysteme, Monitoring-Technologien und ein optimiertes
Fütterungsmanagement in den Betriebsalltag integrieren.
Zu den zentralen Innovationen zählen aquakulturspezifische
Energiemanagementsysteme, digitale Monitoring-Plattformen, KI-gestützte
Entscheidungsunterstützungssys
Überwachung der Wasserqualität und Optimierung der Fütterung. Diese
Lösungen sollen die Ressourceneffizienz erhöhen, den Energieverbrauch
senken und eine transparentere sowie umweltverträglichere Produktion
unterstützen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Erprobung.
Erneuerbare Energien und digitale Technologien werden an sieben
Demonstrationsstandorten in fünf Ländern (Tschechien, Österreich,
Slowakei, Ungarn und Rumänien) getestet und demonstriert. Durch
Betriebsbesichtigungen, Vorführungen sowie den direkten Austausch zwischen
Aquakulturbetreibern soll die Übernahme von Lösungen gefördert werden, die
sowohl technisch wirksam als auch praktisch umsetzbar sind.
Aquakulturbetreiber im Mittelpunkt
Ein Grundprinzip von DANUBEAQUA ist die aktive Einbindung von
Aquakulturbetreibern während der gesamten Projektlaufzeit. Sie werden über
Konsultationen, Umfragen und Workshops an der gemeinsamen Entwicklung und
Validierung von Lösungen beteiligt. Parallel dazu unterstützen gezielte
Schulungsmaßnahmen den Wissenstransfer in den Bereichen erneuerbare
Energien, Energieeffizienz und digitale Technologien.
Darüber hinaus bindet das Projekt junge Fachkräfte über die FEAP NextGen
Academy ein und trägt damit zum Kompetenzaufbau in der Branche sowie zur
Förderung der nächsten Generation von Fachkräften in der Aquakultur bei.
Konsortium und Kick-off-Meeting
Das DANUBEAQUA-Konsortium vereint Forschungseinrichtungen, Universitäten,
kleine und mittlere Unternehmen, Erzeugerverbände, Genossenschaften,
Technologieanbieter und politische Netzwerke. Diese breite Partnerschaft
gewährleistet Fachwissen entlang der gesamten aquakulturellen
Wertschöpfungskette – von der Technologieentwicklung und Demonstration bis
hin zur Einbindung von Interessengruppen und der Erarbeitung politischer
Empfehlungen.
Im Rahmen des Kick-off-Meetings in Budapest besuchten die Projektpartner
außerdem einen der Demonstrationsstandorte, die Aranyponty Halászati Zrt.
in Rétimajor, Ungarn. Der Besuch bot einen direkten Einblick in die
Auswirkungen anhaltender Trockenperioden auf die Aquakulturproduktion der
Region. Bei einer technischen Besichtigung des Betriebs konnten bestehende
Anwendungen erneuerbarer Energien, darunter Photovoltaikanlagen,
besichtigt werden. Gleichzeitig wurden die geplanten technologischen
Entwicklungen vorgestellt, die im Verlauf des Projekts implementiert,
getestet und demonstriert werden sollen.
In den kommenden drei Jahren wird DANUBEAQUA eng mit Aquakulturbetreibern,
Technologieanbietern, Forschenden und politischen Entscheidungsträgern
zusammenarbeiten, um praxisnahe Wege für resilientere, energieeffizientere
und nachhaltigere Aquakultursysteme in der Donau- und Schwarzmeerregion
aufzuzeigen.
