Interdisziplinarität in der wissenschaftlichen Forschung
Seit ihrer Gründung 1968 prägt das interdisziplinäre Arbeiten das
Selbstverständnis der Universität Bielefeld. Das Zentrum für
interdisziplinäre Forschung (ZiF) und das Institute for Studies of Science
(ISoS) stellen diese Kooperation über Fächergrenzen hinweg nun in den
Mittelpunkt der gemeinsamen Vortragsreihe „Interdisciplinarity in
Scientific Research – Perspectives from Practice and Science Studies“
(Interdisziplinarität in der wissenschaftlichen Forschung – Perspektiven
aus Praxis und Wissenschaftsforschung). Sie beginnt im Oktober.
Die Vortragsreihe führt Perspektiven aus der interdisziplinären
Forschungspraxis und der Forschungsförderung mit theoretischen Reflexionen
zur Interdisziplinarität in der Wissenschaft zusammen. Die
Wissenschaftsforschung untersucht seit langem die Bedingungen, Formen und
Auswirkungen interdisziplinärer Arbeit. Forschende aus
Wissenschaftsgeschichte, Wissenschaftssoziologie und
Wissenschaftsphilosophie befassen sich dabei mit Fragen wie: Wie wird
Wissen über Disziplinen hinweg generiert und zusammengeführt? Wie
entstehen interdisziplinäre Forschungsfelder und wie stabilisieren sie
sich? Wie gehen Forschende in der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen
Methoden, Standards und epistemischen Kulturen um?
In der hochkarätig besetzten Vortragsreihe werden diese theoretischen
Ansätze mit Einblicken in Forschungspraxis, Forschungsförderung und in
Institutionen verknüpft, die sich, wie das ZiF, der interdisziplinären
Arbeit verschrieben haben. Dabei reichen die Themen von den
institutionellen Rahmenbedingungen interdisziplinärer Forschung bis hin zu
Erfahrungen in der Integration sozial- und geisteswissenschaftlicher
Perspektiven in Energie- und Nachhaltigkeitsforschung. Auch die Frage, wie
Förderorganisationen Formate konzipieren und umsetzen, die
interdisziplinäre Forschung anstoßen und langfristig tragen, ist
Gegenstand der Vortragsreihe.
Den ersten Vortrag hält am 20. Oktober die Hochschul- und
Wissenschaftsforscherin Professorin Dr. Anna Kosmützky von der Leibniz-
Universität Hannover. Darauf finden die Vorträge das Wintersemester
hindurch wöchentlich statt. Nach jedem Vortrag besteht Gelegenheit zur
Diskussion.
Die Vorträge finden teils Universitätshauptgebäude und teils am ZiF statt;
Vortragssprachen sind Englisch und Deutsch, die Teilnahme ist onsite und
online möglich.
