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Spatenstich für neuen Fraunhofer-Forschungsbau am Hafen Straubing-Sand

Spatenstich für neuen Fraunhofer-Forschungsbau am Hafen Straubing-Sand.  Copyright: Fraunhofer IGB
Spatenstich für neuen Fraunhofer-Forschungsbau am Hafen Straubing-Sand. Copyright: Fraunhofer IGB
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Der Wissenschaftsstandort Straubing expandiert: Am Donau-Hafen Sand
entsteht ein neues Forschungsgebäude des Fraunhofer-Instituts für
Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB. Spätestens ab 2028 wird vor
Ort – unter anderem – die Herstellung von nachhaltigen Kraftstoffen
erforscht. Am 24. September 2026 erfolgte in Anwesenheit des bayerischen
Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger der Spatenstich.

Seit 2009 werden am IGB-Institutsteil »Bio-, Elektro- und Chemokatalyse
BioCat« in Straubing innovative katalytische Verfahren für eine
nachhaltige Chemie und biobasierte Funktionsmaterialien entwickelt.
Typische Ausgangsstoffe für die neuen Produkte sind Biomasse und
Reststoffströme und das Treibhausgas CO2. Das macht die Syntheseverfahren
nicht nur ressourcenschonend, sondern auch klimafreundlich. Mit diesen
zukunftsweisenden Technologien hat sich die Fraunhofer-Einrichtung zu
einer tragenden Säule des Forschungsstandorts Straubing entwickelt.

Nach stetigem Wachstum in den vergangenen Jahren erhält das Fraunhofer IGB
nun –inzwischen dringend benötigte – neue Räumlichkeiten mit Anbindung an
das Technologie - und Gründerzentrum in Straubing-Sand. In den nächsten
zwei Jahren entstehen hier auf knapp über 900 Quadratmetern unter anderem
ein Technikum für Demonstrationsanlagen und Prototypen, Labore und Büros –
neuer Platz für bis zu 28 Mitarbeitende.

Diese Erweiterung ermöglicht es dem Institut, der wachsenden Nachfrage
nach seinen Forschungs- und Entwicklungsleistungen auch in Zukunft gerecht
zu werden. »So profitieren auch die Unternehmen am Standort Straubing und
in der Region«, sagt IGB-Standortleiter Dr. Michael Hofer. »Der Baustart
für unser neues Gebäude markiert einen weiteren Meilenstein in der
erfolgreichen Entwicklung des Fraunhofer IGB am bayerischen Hotspot für
nachwachsende Rohstoffe.«

Freistaat Bayern, der Bund und die EU fördern Neubau mit rund 14 Mio. Euro

Möglich wird der Neubau durch eine Förderung des Freistaats Bayern,
unterstützt durch Bundesmittel sowie die EU mit Geldern aus dem
Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Insgesamt beträgt die
Förderung rund 14 Mio. Euro.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger anlässlich des feierlichen
Spatenstichs am 24. September 2026: »Mit dem neuen Forschungsgebäude
stärken wir den Forschungsstandort Straubing und schaffen beste
Voraussetzungen, um innovative Technologien schneller in die Anwendung zu
bringen. Besonders die Forschung an nachhaltigen Kraftstoffen aus CO2 und
regenerativem Wasserstoff bietet großes Potenzial für unsere Wirtschaft.
Die rund 14 Millionen Euro Förderung von Freistaat, Bund und EU sind
deshalb gut investiert.«

Auch die lokale Politik zeigt sich hocherfreut über die Stärkung des
Forschungsstandorts Straubing. So waren Oberbürgermeister Markus
Pannermayr sowie Landrat Tobias Beck beim Spatenstich zugegen und betonten
in ihren Grußworten die Bedeutung des IGB-Institutsteils BioCat für Stadt
und Landkreis.

»Dass die Fraunhofer-Gesellschaft ihre Forschungsaktivitäten in Straubing
weiter ausbaut, ist für unsere Stadt ein starkes Signal. Wir haben uns von
einem Standort für Nachwachsende Rohstoffe zu einer Universitätsstadt mit
einem weit über die Region hinaus sichtbaren wissenschaftlichen Profil
entwickelt. Das neue Forschungsgebäude setzt diesen erfolgreichen Weg fort
und stärkt Straubing als Standort für Wissenschaft, Innovation und
Zukunftstechnologien«, erklärte Oberbürgermeister Pannermayr.

Landrat Tobias Beck vom Landkreis Straubing-Bogen springt dem Minister
bei: »Ich freue mich sehr, dass sich der Standort Straubing-Sand zu einem
leistungsfähigen Forschungs- und Wirtschaftsstandort entwickelt, bei dem
sich unterschiedliche Einrichtungen gegenseitig ergänzen. Erfolgreiche
Forschung schafft neue Chancen für Wirtschaftswachstum und nachhaltige
Wertschöpfung und mit dem neuen Forschungsgebäude stärkt das Fraunhofer
IGB den Standort Straubing als Zentrum für Innovation und nachhaltige
Technologien.«

Als Repräsentant der Fraunhofer-Gesellschaft war Thomas Ramrath beim
Spatenstich vertreten, Leiter des Direktorats Forschungsinfrastrukturen
und Klimamanagement. »Straubing ist heute ein Leuchtturm der Bioökonomie,
weil hier Klimaschutz, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung
zusammenkommen. Fraunhofer entwickelt hier Verfahren, die Biomasse,
Reststoffe und CO₂ in die Materialien, Chemikalien und Kraftstoffe von
morgen verwandeln. Der heutige Spatenstich schafft die Voraussetzungen
dafür, dass daraus konkrete Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft
entstehen«, so Fraunhofer-Direktor Ramrath.

Auch der Architekt des neuen Gebäudes ließ es sich nicht nehmen, beim
Spatenstich persönlich dabei zu sein. Dabei betonte er die gute
Zusammenarbeit mit Fraunhofer. »Bauen ist Teamsport. Ein Forschungsbau
dieser Größenordnung und Komplexität kann nur gelingen, wenn viele
Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen an einem Strang ziehen«, so
Andreas Kopp, Projektleiter von der Brunner Architekten Ingenieure GmbH.

Zentrum für nachhaltige Kraftstoffe: Aufbau einer Pilotanlage

Ein Schwerpunkt der Forschungen im neuen IGB-Gebäude ist die Entwicklung
synthetischer Kraftstoffe im Rahmen des 2023 ins Leben gerufenen
»Bayerischen Zentrums für nachhaltige Kraftstoffe«, kurz ZENK. In diesem
arbeitet das Fraunhofer IGB mit dem Fraunhofer UMSICHT in Sulzbach-
Rosenberg zusammen, um neue Produktionsrouten für CO2-neutrale Kraftstoffe
auf erneuerbarer Rohstoff- und Energiebasis zu erforschen.

Zu diesem Zweck werden bewährte Verfahren weiterentwickelt, kombiniert,
integriert und – nach Aufbau entsprechender Pilotanlagen – im
Technikumsmaßstab erprobt. Der Fokus des Straubinger BioCat-Teams liegt
dabei auf dem Aufbau dieser Forschungsinfrastruktur zur Produktion von
Kraftstoffen aus Kohlenstoffdioxid (CO2) und regenerativem Wasserstoff
(H2). Im kommenden Jahr soll die Pilotanlage errichtet werden, in
unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen IGB-Forschungsgebäude. Ermöglicht
und gefördert wird ZENK durch das Bayerische Staatsministerium für
Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, ebenso wie der Neubau auch mit
Mitteln des Bundes und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung,
kurz EFRE, der Europäischen Union.

BioCat: Fest eingebunden in Straubinger Forschungslandschaft

In Straubing und insbesondere am Hafen Straubing-Sand ist das Fraunhofer
IGB bestens vernetzt und in die regionale Forschungslandschaft eingebettet
– allen voran durch die enge Zusammenarbeit mit der lokalen Außenstelle
der Technischen Universität München. Auch das Straubinger Technologie- und
Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) und
das Netzwerk für nachwachsende Rohstoffe C.A.R.M.E.N. e.V. sind wichtige
örtliche Partner des Fraunhofer IGB.

In direkter Nachbarschaft zum Neubau befindet sich zudem das
Gründerzentrum »BioCubator« sowie die MultiPilot-Mehrzweck-
Demonstrationsanlage der BioCampus GmbH. IGB-Standortleiter Hofer fasst
die Vorteile der räumlichen Nähe zusammen: »Damit haben wir ideale
Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung aktueller sowie zukünftiger
Vorhaben und damit auch für die nachhaltige Weiterentwicklung des
Fraunhofer IGB.«