Dr. Nina Neuendorff erhält erstmals vergebenen Förderpreis der Max und Ingeburg Herz Stiftung in Höhe von 70.000 Euro

Dr. med. Nina Neuendorff, Oberärztin an der Klinik für Altersmedizin und
Frührehabilitation am Marien Hospital Herne, wird für ihr
Forschungsprojekt OP-CAMP mit dem in der Altersmedizin höchsten dotierten
Forschungspreis ausgezeichnet – dem Förderpreis der Max und Ingeburg Herz
Stiftung. Die Gewinnerin untersucht mit ihrem Team, ob eine gezielte
Vorbereitung auf eine Operation von gastrointestinalen Tumoren älteren und
gebrechlichen Patienten helfen kann, ihre körperliche Leistungsfähigkeit
zu erhalten oder zu verbessern.
Im Mittelpunkt steht eine zweiwöchige, multimodale Prähabilitation in
einer geriatrischen Tagesklinik, die Kraft- und Ausdauertraining,
Atemtherapie, Ernährungsoptimierung, Medikamenten-Check und psychologische
Unterstützung integriert. Die neue Auszeichnung wurde heute im Rahmen des
gemeinsamen Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie
(DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG)
in Frankfurt am Main übergeben.
„Die Max und Ingeburg Herz Stiftung gratuliert der Preisträgerin herzlich.
Mit unserem Förderpreis möchten wir Ideen und Projekte unterstützen, die
dazu beitragen, älteren Menschen ein selbstbestimmtes und gesundes Leben
zu ermöglichen. Das ausgezeichnete Vorhaben verbindet hohe praktische
Relevanz mit der Förderung des akademischen geriatrischen Nachwuchses und
entspricht damit in besonderer Weise dem Fördergedanken unserer Stiftung“,
würdigte Prof. Wolfgang von Renteln-Kruse vom Stiftungskuratorium.
Praxisnaher Ansatz mit Perspektive
Hinter OP-CAMP steht ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen
Altersmedizin, Chirurgie, Statistik und Datenmanagement. Die Unterstützung
durch den geriatrischen Förderpreis ermöglicht zukünftig unter anderem die
Finanzierung von zwei Promotionsstipendien und der statistischen
Studienauswertung. „Unser Ansatz ist sehr alltagsnah“, erklärt die
Preisträgerin Dr. Nina Neuendorff. „Bei einem positiven Studienergebnis
könnte das Konzept künftig in die Routineversorgung von geriatrischen
Tageskliniken übernommen werden. Denkbar wäre zudem eine Anwendung bei
weiteren chirurgischen Erkrankungen.“
Konkret geht es Neuendorff und ihrem Team um die Frage, welchen Nutzen
ältere Krebspatienten durch ein strukturiertes, geriatrisch ausgerichtetes
Programm vor einer geplanten Krebsoperation des Darms, des Magens oder der
Speiseröhre haben. Denn eine Operation kann für die Betroffene eine
erhebliche körperliche Belastung darstellen. „Bei Menschen mit Frailty
sind die körperlichen Reserven oft bereits vor dem Eingriff eingeschränkt.
Internationale Leitlinien empfehlen deshalb eine risikoadaptierte
Prähabilitation. Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind bislang allerdings
nicht einheitlich“, so Neuendorff. Mit dem Gewinn des Preises ergibt sich
für sie die Möglichkeit, eine bessere wissenschaftliche Evidenz zu
schaffen.
Studiendesign: Prähabilitationsprogramm versus Heimtraining
Für die randomisierte Studie sind rund 100 gebrechliche Patienten ab 70
Jahren vorgesehen, bei denen eine Operation wegen eines Kolon-, Rektum-,
Speiseröhren- oder Magenkarzinoms bevorsteht. Nach einem umfassenden
geriatrischen Assessment werden die Teilnehmenden per Zufallsprinzip einer
von zwei Gruppen zugeteilt. Die Interventionsgruppe nimmt zwei Wochen lang
an dem Prähabilitationsprogramm in einer geriatrischen Tagesklinik teil.
Dort trainieren die Patienten Kraft und Ausdauer, erhalten Atemtherapie
und Unterstützung bei der Ernährung. Zudem werden ihre Medikamente
überprüft und bei Bedarf psychologische Unterstützung angeboten.
Die Vergleichsgruppe erhält dagegen ein Heimtrainingsprogramm sowie
Informationen und Empfehlungen für die hausärztliche Betreuung. Durch
diesen Vergleich lässt sich wissenschaftlich untersuchen, ob das
strukturierte Programm in der Tagesklinik einen zusätzlichen Nutzen
bringt.
Mobilität im Mittelpunkt
Ein zentraler Untersuchungsparameter ist die Mobilität. Dafür nutzt das
Forschungsteam um Dr. Nina Neuendorff die sogenannte Short Physical
Performance Battery, kurz SPPB. Der Test erfasst unter anderem
Gleichgewicht, Gehgeschwindigkeit und die Fähigkeit, wiederholt von einem
Stuhl aufzustehen. „Verglichen werden die Ergebnisse vor Beginn der
Prähabilitation und unmittelbar vor der Operation. Zusätzlich untersuchen
wir, wie sich die Mobilität nach dem Eingriff entwickelt“, so die
Preisträgerin.
Nach drei und sechs Monaten folgen weitere Untersuchungen. Damit geht es
nicht nur um die Frage, ob die Patienten unmittelbar vor der Operation
körperlich leistungsfähiger sind, sondern auch darum, ob sich die
Betroffenen nach dem Eingriff schneller erholen und ihre Selbstständigkeit
besser erhalten können.
„Es ist wunderbar, dass die Geriatrie jetzt einen so relevanten und
hochdotierten Preis erhalten hat, der als Förderung für zukunftsweisende
Projekte wie das von Dr. Nina Neuendorff genutzt werden kann“, freut sich
DGG-Präsident Prof. Michael Denkinger nach der Preisverleihung. „Wir sind
der Max und Ingeburg Herz Stiftung sehr dankbar für diese Möglichkeit! Das
verspricht, ein Meilenstein für uns als Altersmediziner und unsere
Patienten zu werden.“
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Über den Förderpreis
Die Hamburger Max und Ingeburg Herz Stiftung schreibt im Jahr 2026
erstmals den mit 70.000 Euro dotierten Förderpreis für wissenschaftliche
Vorhaben in der praxisorientierten klinischen Geriatrie aus. Prämiert
werden Forschungsprojekte, die einen konkreten Beitrag zur Prävention und
zum gesunden Altern im stationären und teilstationären Rahmen leisten.
Dazu gehören auch Vorhaben, die älteren Menschen evidenzbasiertes und
alltagsrelevantes Gesundheitswissen zugänglich machen oder darauf
abzielen, zusätzliche gesundheitliche Einschränkungen durch stationäre
Behandlungen zu vermeiden. Die renommierte Auszeichnung wird gemeinsam mit
der Stiftung feierlich auf dem gemeinsamen DGGG/DGG-Jahreskongress
verliehen. Weitere Informationen zu den Ausschreibungsbedingungen und zur
Einreichung finden sich auf der Website der Stiftung unter: https://www
.maxundingeburgherz-stiftung.d
