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EU- Projekt UNCOVER will die Markteinführung von Technologien zur CO2-Nutzung vorantreiben

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Die Europäische Kommission fördert das Horizon Europe Projekt UNCOVER mit
7 Millionen Euro, mit dem Ziel Technologien zur CO₂-Umwandlung näher an
den industriellen Einsatz und die Markteinführung zu bringen. Das
Steinbeis Europa Zentrum leitet das Arbeitspaket zu Verwertung, Skalierung
und Markteintritt und ist für die Verwaltung der Projektdaten zuständig.

Europas Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft voranbringen

Carbon Capture and Utilisation (CCU), die Abscheidung und Nutzung von
Kohlenstoff, ist ein zentraler Baustein beim Übergang zur Klimaneutralität
und zu einer stärker kreislauforientierten Wirtschaft in Europa. Indem das
abgeschiedene CO₂ in nützliche Produkte umgewandelt wird, gelingt es die
Abhängigkeit von fossilen und ressourcenintensiven Rohstoffen zu
verringern. Dies reduziert zugleich entsprechende Importe und stärkt die
Energiesouveränität Europas. Die breite Einführung von CCU-Technologien
wird jedoch aktuell noch durch den hohen Energiebedarf, Technologiekosten,
den Einsatz neuer kritischer Rohstoffe, die begrenzte technologische Reife
einiger Umwandlungswege sowie eine unzureichende Integration entlang der
CCU-Wertschöpfungskette eingeschränkt.

Das EU-Projekt UNCOVER geht diese Herausforderungen an, indem es zeigt,
wie CO₂-Umwandlungstechnologien skaliert und zugleich nachhaltiger und
wirtschaftlich tragfähiger gestaltet werden können. Das Projekt arbeitet
mit CO₂-Emissionen aus drei repräsentativen europäischen Industrien: einer
Biogasaufbereitungsanlage in einem Abfallwirtschaftsbetrieb, einem
Biomassekessel in einem holzverarbeitenden Betrieb und einem Klinkerofen
in einem Zementwerk.

Von CO₂-Emissionen zu zehn marktfähigen Produkten

Das im September 2026 gestartete vierjährige Projekt bringt 19 Partner aus
acht europäischen Ländern zusammen, um sechs Technologien zur
CO2-Umwandlung (CO₂ Conversion Technologies - CCTs) und eine sekundäre
Umwandlungstechnologie (Secondary Conversion Technology - SCT)
vorzuführen. Mit den Technologien sollen zehn verschiedene Produkte aus
CO2 gebildet werden, darunter drei verschiedene Pigmente,
Mikroalgenbiomasse, Biomethanol, Bioformaldehyd, mikrobielles Protein,
Polyhydroxybutyrat und Carbonat-basierte Zementstoffe.

Diese Produkte werden für Anwendungen in den Bereichen Chemie, Kraftstoffe
und Bauwesen validiert, mit dem Ziel, ihr Potenzial als Ersatz für fossile
und ressourcenintensive Alternativen nachzuweisen. UNCOVER wird die
Technologien und Produkte mit Hilfe integrierter Lebenszyklusanalysen
(LCA) und techno-ökonomischer Analysen (TEA) bewerten und belastbare
Erkenntnisse zu Umweltleistung, Energiebedarf, Kosten und Skalierbarkeit
liefern.

„UNCOVER soll zeigen, dass CO₂ als Rohstoff genutzt werden kann, um
biologisch abbaubare Kunststoffe, Harze für Holzwerkstoffplatten,
kohlenstoffarme Kraftstoffe und zementbasierte Materialien herzustellen,
die hinsichtlich Kosten, Leistung und Nachhaltigkeit mit fossilen
Alternativen konkurrieren können. Durch die Demonstration von sieben CCU-
Routen im industriellen Maßstab an drei realen industriellen
Emissionsquellen schaffen wir die Evidenzbasis, die die europäische
Industrie benötigt, um die CO₂-Nutzung zu skalieren und die industrielle
Dekarbonisierung zu beschleunigen“, sagt Pablo González, UNCOVER-
Projektkoordinator, vom Instituto Tecnológico de Aragón, Spanien (ITA).

Von der Demonstration zur industriellen Umsetzung

Der Anspruch von UNCOVER reicht über die vierjährige Projektlaufzeit
hinaus. Bis 2032 soll das Projekt die Einführung von drei großskaligen
CCTs unterstützen, wobei drei bis fünf CO₂-basierte Produkte beginnen
sollen, fossile und ressourcenintensive Rohstoffe zu ersetzen.

Mit Blick auf die Zeit danach schätzt die Projektpartner, dass bis 2040
insgesamt 31 UNCOVER-CCTs eingesetzt werden könnten, die rund 0,1 Mt CO₂
abscheiden und schätzungsweise 150 neue Arbeitsplätze sowie 180 Millionen
Euro Gewinn für CCT-Entwickler schaffen. Bis 2050 könnte die breitere
Einführung der UNCOVER-Technologien dazu beitragen, europaweit bis zu 250
Mt CO₂ abzuscheiden, davon 1,6 Mt durch UNCOVER-Technologien, und zugleich
Europas Abhängigkeit von importierten fossilen Ressourcen, um bis zu 10 %
zu verringern.

Ein multidisziplinäres europäisches Konsortium

Unter der Leitung des Instituto Tecnológico de Aragón (ITA) und mit der
University of Valladolid (UVA) als technischem Koordinator, vereint das
Konsortium komplementäre Expertise und Fachwissen entlang der gesamten
Innovationskette.

Das Steinbeis Europa Zentrum hat bei der Antragstellung mitgewirkt und bei
der Ermittlung der wichtigsten Kennzahlen für den Teil „Impact“ geholfen
und eine vorläufige Strategie für die Markteinführung der UNCOVER-Lösungen
entwickelt. Als Projektpartner leitet es nun das Arbeitspaket zu
Verwertung, Skalierung und Markteintritt und ist für die Verwaltung der
Projektdaten zuständig.

UNCOVER wird von einem multidisziplinären Konsortium umgesetzt, dem sechs
große Industrieunternehmen, fünf KMU, drei Forschungs- und
Technologieorganisationen, vier Universitäten und ein Branchenverband
angehören, darunter:
•       Urbaser S.A. (URB), Sonae Arauco España-Soluciones de Madera S.L.
(SON), Holcim Polska S.A. (HOL), Allmicroalgae Natural Products S.A.
(ALM), Viscofan España S.L. (VIS) und Ercros S.A. (ERC);
•       Energo S.A.S. (ENE), Syspro Automation S.L. (SYS), Biotrend –
Inovação e Engenharia em Biotecnologia S.A. (BIO), Chimar (Hellas) A.E.
(CHI) und Steinbeis Innovation gGmbH (SIG);
•       Associação Oceano Verde – Laboratório Colaborativo para o
Desenvolvimento de Tecnologias e Produtos Verdes do Oceano (GCL) und
Holcim Innovation Center SAS (HIC);
•       University of Zaragoza (UZ), Imperial College London (IC) und
Silesian University of Technology (SUT);
•       CO₂ Value Europe (CVE)

UNCOVER wird finanziert von der Europäischen Union im Rahmen des Programms
Horizon Europe, Referenz.: 101269441.