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Nachhaltig bauen: HTWK Leipzig und Naturbau Campus kooperieren

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Die HTWK Leipzig und der Naturbau Campus haben eine
Kooperationsvereinbarung geschlossen. Im Mittelpunkt stehen
Wissenstransfer, gemeinsame Veranstaltungen und der Aufbau eines starken
regionalen Netzwerks.

Wie kann Bauen ressourcenschonender, regionaler und nachhaltiger werden?
Wissenschaft, Handwerk und regionale Wirtschaft wollen nachhaltiges Bauen
mit natürlichen Baustoffen gemeinsam voranbringen. Deshalb unterzeichneten
der Rektor der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK
Leipzig) Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller und Vereinsvorsitzender
David Pfennig als Vertreter des Naturbau Campus aus Oschatz am 17.
September 2026 eine Kooperationsvereinbarung. Die Zusammenarbeit steht
unter der Dachmarke „Bauen für Nachhaltige Entwicklung Leipzig“ (BNEL),
die vor allem von den HTWK-Professoren Björn Höhlig und Alexander Stahr
sowie von Anja Helbig und David Pfennig vom Naturbau Campus mit Leben
befüllt wird.
Mit der Vereinbarung wollen beide Partner ihre Aktivitäten rund um
nachhaltiges Bauen stärker miteinander verzahnen. Ziel ist es, vorhandene
Kompetenzen und Netzwerke zu bündeln, gemeinsame Projekte und
Veranstaltungen zu initiieren und den Austausch zwischen Forschung,
Planung, Handwerk und Unternehmen zu stärken.
„Wenn wissenschaftliche Erkenntnisse ihren Weg in die Praxis finden und
Erfahrungen aus der Praxis wiederum neue Forschungsfragen anstoßen, kann
die Baubranche nachhaltiger werden“, sagt Prof. Dr.-Ing. Björn Höhlig,
Professor für Nachhaltiges Bauen/Bauen im Bestand an der HTWK Leipzig.
„Dafür brauchen wir starke Netzwerke. Die Kooperation mit dem Naturbau
Campus schafft einen direkten Austausch mit Akteuren, die nachhaltiges
Bauen bereits heute praktisch umsetzen.“

Von Lehm bis Holz: Kompetenzen an der HTWK Leipzig verbinden
An der HTWK Leipzig ist nachhaltiges Bauen in Forschung und Lehre
vielfältig verankert. Höhlig beschäftigt sich an der Fakultät Bauwesen
unter anderem mit nachhaltigem Bauen, Lehm, nachhaltiger Sanierung und dem
Bauen im Bestand. Aktuelle Forschungsarbeiten untersuchen beispielsweise,
wie regionale Lehmvorkommen für die Entwicklung von Baustoffen genutzt und
damit regionale Wertschöpfungsketten und Stoffkreisläufe gestärkt werden
können.
Auch an der Fakultät Architektur und Sozialwissenschaften beschäftigen
sich Forschende mit zukunftsfähigen Bauweisen. Prof. Dr.-Ing. Alexander
Stahr, Professor für Tragwerkslehre, erforscht mit seinem FLEX.institut im
HolzBauForschungsZentrum unter anderem ressourcenschonende und digital
unterstützte Methoden für den Holzbau. Die Verbindung verschiedener
Materialien, Technologien und Fachrichtungen eröffnet dabei neue
Möglichkeiten für nachhaltige Bauweisen.
„Wir haben an der HTWK Leipzig viele Kompetenzen, die sich ergänzen – vom
Baustoff über Konstruktion und Fertigung bis hin zu Digitalisierung.
Gemeinsam mit Partnern aus der Region können wir diese Kompetenzen
schneller in die Anwendung bringen und gleichzeitig neue Impulse aus der
Praxis aufnehmen“, so Stahr.

Naturbau Campus als Bindeglied zur Praxis
Der Naturbau Campus versteht sich Zentrum für das Bauen mit Baustoffen auf
Basis nachwachsender oder natürlich vorkommender Rohstoffe. Auf dem
Gelände der Alten Filzfabrik in Oschatz ist ein Ort für Bildungs-,
Forschungs- und Vernetzungsaktivitäten für Akteure aus Handwerk, Planung,
Bildung, Forschung und weiteren Bereichen der Baubranche entstanden.
Initiator und Vorsitzender des Trägervereins Bildungswerk für nachhaltige
Entwicklung e. V. ist Maurermeister und Unternehmer David Pfennig.
Pfennig bringt langjährige Erfahrung im Bauen und Handel mit Baustoffen
auf Basis nachwachsender oder natürlich vorkommender Rohstoffe mit.
Zentrales Ziel des Naturbau Campus und der Kooperation sieht er darin,
nachhaltigere Lösungen in die Breite der regionalen Bauwirtschaft zu
bringen.
„Die Bauwende kann nur gelingen, wenn wir Wissenschaft und Praxis viel
enger zusammenbringen“, sagt David Pfennig. „In der Region gibt es bereits
viele Menschen und Unternehmen, die mit natürlichen Baustoffen arbeiten
und neue Wege gehen. Was bisher häufig nebeneinander stattgefunden hat,
wollen wir stärker miteinander verbinden. Die HTWK Leipzig bringt
wissenschaftliche Expertise ein, der Naturbau Campus bringt Erfahrungen
aus der Praxis ein – daraus können konkrete Lösungen entstehen.“

Gemeinsam ins Handeln kommen
Geplant sind gemeinsame Fachveranstaltungen, Workshops und weitere
Formate, die Forschungsergebnisse, praktische Erfahrungen und neue Ideen
zusammenbringen. Auch die Erweiterung des bestehenden Netzwerks sowie
gemeinsame Forschungs- und Transferaktivitäten sind vorgesehen.
Die Zusammenarbeit knüpft an bestehende Aktivitäten an: Bereits bei der
Fachtagung „Nachhaltig Bauen und Sanieren“ treffen an der HTWK Leipzig
Fachleute aus Forschung, Planung und Baupraxis aufeinander. Zuletzt
standen bei der dritten Auflage am 17. September 2026 unter anderem
natürliche Baustoffe und Holz-Lehm-Konstruktionen im Mittelpunkt des
Austauschs.
Mit der Kooperationsvereinbarung, die die Partner während der Konferenz
unterzeichneten, wird diese Zusammenarbeit langfristig verstärkt. Ziel ist
ein leistungsfähiges regionales Netzwerk, das nachhaltiges Bauen stärker
in die tägliche Baupraxis bringt.