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DIVI26: Was kann KI in der Notfall- und Intensivmedizin bewirken?

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Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und
Notfallmedizin e.V. (DIVI) beleuchtet Chancen und Grenzen der Technologie/
PKs am 26.11. und am 2.12.2026
„Der Mensch im Mittelpunkt“ – so lautet das Motto des diesjährigen
Kongresses der Notfall- und Intensivmediziner (DIVI26). In einer Zeit, in
der Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend die Medizin transformiert,
stellt sich die Frage: Ist das ein Widerspruch?

Expertinnen und Experten
befassen sich auf dem DIVI26, der vom 2. bis zum 4. Dezember in Hamburg
stattfindet, mit der Frage, welche Rolle KI in der Notfall- und
Intensivmedizin spielt – und beleuchten dabei die zentrale Rolle des
Menschen in diesem Prozess.

Um dieses spannende Thema wird es auch auf der Vorab-Pressekonferenz zum
DIVI26 gehen, die am Donnerstag, den 26. November von 11 bis 12 Uhr
stattfindet. Sie können sich hier schon jetzt dafür anmelden:
https://events.teams.microsoft.com/event/311004e2-0c78-458b-a42d-
ad25c662930c@1495922a-4378-45e9-a32a-422448450fb1

„Wenn es um die bestmögliche Therapie geht, müssen wir akzeptieren, dass
KI in der Lage sein kann, Grundgedanken für individuelle
Behandlungsansätze zu entwickeln und Wahrscheinlichkeiten zu berechnen“,
betont Professor Dr. med. Uwe Janssens, Kongresspräsident des DIVI26.
Gleichzeitig darf dies nicht dazu führen, dass die Prinzipien der
Evidence-based-Medicine verlassen werden.  „Auch die Entscheidung über das
Patientenwohl muss in der Verantwortung des Menschen bleiben.“ Ob eine
invasive Maßnahme sinnvoll sei oder eine Therapie begrenzt werden sollte,
bleibe ein menschlicher, moralischer Akt, auch wenn KI uns vielleicht
helfen könnte, das individuelle Risiko für Interventionen besser
einschätzen zu können.

Einsatz von KI in der Medizin unterliegt Regularien
Zentral für den regelhaften Einsatz der KI in der Intensiv- und
Notfallmedizin sind klare Regularien – wie die Europäischen Regelungen zum
Einsatz der künstlichen Intelligenz. Sie sind ein Meilenstein in der
Formulierung verantwortungsvoller Rahmenbedingungen. Medizinische KI
werden als Hochrisiko-Anwendungen eingestuft und unterliegen strengsten
Auflagen. „Unsere Unsicherheit im Umgang mit Künstlicher Intelligenz
speist sich auch aus der Ungewissheit darüber, welche Fähigkeiten sie
künftig entwickeln wird. Unabhängig davon gilt jedoch eine klare Grenze:
Über medizinische Entscheidungen mit existenzieller Tragweite dürfen nicht
technische Systeme entscheiden, sondern ausschließlich Menschen.
Maßgeblich sind dabei die ärztliche Indikation und der tatsächliche oder
mutmaßliche Wille der Patientin oder des Patienten. KI kann Informationen
strukturieren, Risiken abschätzen und die Beratung unterstützen – sie kann
und darf jedoch weder den Patientenwillen ersetzen noch eine ärztliche
Entscheidung über Beginn, Begrenzung oder Beendigung einer Behandlung
treffen. Entscheidungen über Leben und Tod berühren die Verletzlichkeit,
die Würde und die persönliche Lebensgeschichte eines Menschen. Sie
verlangen Verantwortung, Empathie und die Fähigkeit, Werte im konkreten
Einzelfall abzuwägen. Das können nur Menschen leisten – Menschen, deren
eigenes Leben ebenfalls endlich ist“ so PD Dr. Dirk Weismann, Notfall- und
Intensivmediziner aus Würzburg.

Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses – und der Vorab-Pressekonferenz am
26. November – wird die praktische Anwendung von KI im Alltag der
Intensivstation sein. „KI kann Studenten dabei helfen, komplexe
Zusammenhänge zu verstehen und Ärzten, Differentialdiagnosen zu finden. KI
könnte die Dosierung von Vasopressoren (Medikamenten, die zur Verengung
von Blutgefäßen führen) kontinuierlich anpassen, während die Verordnung
bei den Ärzten bleibt“, so Weismann. „Hierdurch könnten wir sicherstellen,
dass die Entscheidungen von Menschen getroffen werden, während uns KI bei
der Umsetzung hilft. Menschen sollten immer die Bewertung der KI-
Empfehlung vornehmen und hierdurch den menschlichen Vorbehalt
realisieren.“

KI als Unterstützung – medizinische Entscheidungen werden von Medizinern
getroffen
Der Austausch in den interdisziplinären Behandlungsteams – etwa zwischen
den Intensiv- und Notfallmedizinern und zwischen den Fachexperten – zum
Beispiel den Onkologen, Chirurgen und Gastroenterologen – ist
entscheidend.  „Wenn KI Empfehlungen abgibt, bleibt die Verantwortung für
die Umsetzung bei den Intensiv- und Notfallmedizinern sowie bei den
Fachexperten. Der Austausch zwischen Experten und Behandlern ist jedoch
unverzichtbar, um die bestmögliche Versorgung entsprechend dem
Patientenwohl sicherzustellen und dies kann nicht durch KI ersetzt
werden“, betont Weismann.

Neben der Zusammenarbeit der unterschiedlichen medizinischen Disziplinen
spielt auch das Mitwirken der Pflegefachpersonen und von Experten weiterer
Gesundheitsfachberufe eine entscheidende Rolle dabei, die bestmögliche
Entscheidung für den Patienten zu finden – insbesondere dann, wenn KI-
basierte Empfehlungen beurteilt werden müssen.  Der Vorteil von KI liegt
dabei vor allem darin, den Behandlungsteams zu helfen, effizienter
arbeiten zu können. Dies ist notwendig, um bei steigenden Patientenzahlen
die Behandlungsqualität nicht nur zu erhalten, sondern auch künftig weiter
steigern zu können.  „Die Herausforderung besteht darin, die
Menschlichkeit in der Medizin zu bewahren, während wir gleichzeitig die
Möglichkeiten der KI nutzen“, so Kongresspräsident Janssens abschließend.

Über den DIVI26
Der 26. Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für
Intensiv- und Notfallmedizin e. V. (DIVI) findet vom 2. bis 4. Dezember
2026 im Congress Center Hamburg statt. Unter dem Motto „Der Mensch im
Mittelpunkt“ werden mehrere Tausend Teilnehmende aus Intensiv- und
Notfallmedizin, Pflege, Rettungsdienst, Wissenschaft, Therapie, Management
und Ausbildung erwartet.

Kongresshomepage: https://kongress.divi.de/

Kongress-Pressekonferenzen
Im Fokus der Pressekonferenzen zum DIVI26 stehen neben der Rolle von KI
und anderen neuen Technologien in der Intensiv- und Notfallmedizin auch
die Situation der Pflege im Spannungsfeld von Hightech, Personalmangel und
Gesundheitsreformen. Im Fokus stehen zudem Themen wie Advance Care
Planning, Patientenwünsche am Ende des Lebens und ethische Fragen der
Intensiv- und Notfallmedizin. Gerne können Sie sich schon jetzt hier für
die Vorab-Online-Pressekonferenz am 26. November anmelden:
https://events.teams.microsoft.com/event/311004e2-0c78-458b-a42d-
ad25c662930c@1495922a-4378-45e9-a32a-422448450fb1
Die detaillierten Programme zu den Pressekonferenzen sind derzeit noch in
Arbeit. Sie können sich zudem bereits jetzt für die hybride Kongress-
Pressekonferenz anmelden, die am Mittwoch, den 2. Dezember von 10 bis 11
Uhr stattfindet.