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Deutsche Erstaufführung: Lag Atlantis in Skandinavien? Mit „Frozen Atlantis“ auf den Spuren der Mythen im Norden

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In den 1670er Jahren versuchte der schwedische Universalgelehrte Olof
Rudbeck der Ältere zu beweisen, dass die utopischen Orte, die die
klassische Mythologie beschrieb, in Skandinavien lagen. Dr. Bernhard
Schirg von der Universität Hamburg folgte den Spuren Rudbecks und zeichnet
dessen imaginäre Geografie in seinem Film „Frozen Atlantis – Seeking
Wonder in Shifting Lands“ nach.

„Frozen Atlantis“ ist ein filmischer Essay, der im Rahmen einer Freigeist-
Förderung durch die Volkswagenstiftung entstanden ist. Darin macht sich
der Renaissance-Forscher Bernhard Schirg auf die Suche nach dem
Wunderbaren, das Menschen zu allen Zeiten in ihrer Welt fanden – eine
poetische Reise durch innere und äußere Landschaften des 21. Jahrhunderts,
die dem menschlichen Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Verbundenheit und
Geschichten nachspürt.

Auf seiner Reise durch Schwedens Berge, Flüsse und Gletscher folgt
Bernhard Schirg – geleitet von Büchern, Karten und Panoramaskizzen aus dem
17. Jahrhundert – den Spuren Olof Rudbecks des Älteren (1630-1702). Im
Laufe von drei Jahrzehnten hatte dieser seine These erweitert und in
seinem Monumentalwerk „Atlantica“ behauptet, dass alle antiken Mythen
ihren Ursprung im Norden gehabt hätten und die Wiege der Zivilisation im
Norden gestanden habe.

Zusammen mit dem Entdecker Lars Larsson begibt sich Bernhard Schirg in
Landschaften, von denen Rudbeck behauptete, dass sie Mythen wie Atlantis
und Elysium zu Grunde lägen. Seine Reise wird so zur Suche nach Antworten
auf die Frage, welche Sichtweisen diese Mythen einst in der Natur des
Nordens verankert haben.

Rudbecks ganzheitlicher Vision und Erzählung der schwedischen Landschaften
steht der transformative Einfluss des Menschen gegenüber. Durch seine
Eingriffe in die Natur verändert er fortwährend das, was Rudbeck einst als
unveränderlich beschrieb. „Frozen Atlantis“ wirft die Frage auf, wie die
Geschichten, die wir erzählen, unsere Beziehung zur Welt um uns herum
prägen. Können Mythen auch im postfaktischen Zeitalter neue Sichtweisen
inspirieren – Sichtweisen, die uns berühren?

Zum Auftakt des Wintersemesters lädt der Masterstudiengang Public History
das Fachbereichs Geschichte der Universität Hamburg zur deutschen
Erstaufführung von „Frozen Atlantis – Seeking Wonder in Shifting Lands“
ein.

Die Aufführung (Englisch mit deutschen Untertiteln, 62 Minuten) findet
statt am 6. Oktober 2026 ab 19 Uhr im Metropolis-Kino (Kleine
Theaterstraße 10, 20354 Hamburg). Eintritt: 5 Euro.

Im Anschluss an den Film diskutieren Dr. Bernhard Schirg (Forscher,
Regisseur und Produzent von „Frozen Atlantis“), Dr. Barbara Sutter
(Universität Hamburg, Leitung Career and Qualification und
stellvertretende Leitung der UHH-Transferagentur), Sarah Gorf-Roloff
(freiberufliche Illustratorin und Wissenschaftskommunikatorin) und Prof.
Dr. Thorsten Logge (Universität Hamburg, Professor für Public History)
über Möglichkeiten, Chancen und Grenzen der Wissenschaftskommunikation in
den Geisteswissenschaften.

Einen Film-Trailer und mehr Informationen gibt es auf der Homepage des
Arbeitsbereichs Public History.