Tag der Sprachen am 26.9.: Mehrsprachig aufwachsen – die größten Unterschiede zeigen sich im Gespräch mit den Eltern
Welche Sprache bevorzugen mehrsprachig aufwachsende Jugendliche im Alltag?
Eine Auswertung der Daten des Nationalen Bildungspanels zeigt, dass sich
der Sprachgebrauch von Jugendlichen mit familiären Wurzeln in der Türkei,
Polen oder der ehemaligen Sowjetunion vor allem im Gespräch mit den Eltern
unterscheidet: Mit ihren Freund:innen, Geschwistern oder Mitschüler:innen
unterhalten sich die Jugendlichen meistens auf Deutsch.
Auch beim Lesen,
Fernsehen und beim Surfen im Internet nutzen über 87 % Deutsch. Mit Vater
und Mutter dagegen sprechen sie häufiger in der familiären
Herkunftssprache. Eine Ausnahme sind Jugendliche aus polnischen Familien:
Sie sprechen mit den Eltern häufiger Deutsch.
Die Befunde des NEPS-Schlaglichts Nr. 37 zum Sprachgebrauch von
Jugendlichen mit Migrationshintergrund stammen aus der Publikation:
Strobel, B., & Seuring, J. (2016). Spracherhalt oder Sprachverlagerung?
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 68, 309-339.
https://doi.org/10.1007/s11577
Was sind die NEPS-Schlaglichter?
Mit diesem und weiteren NEPS-Schlaglichtern werden ausgewählte
Erkenntnisse aus dem Nationalen Bildungspanels, der größten Langzeit-
Bildungsstudie in Deutschland, pointiert und verständlich aufbereitet. Sie
beleuchten Themen wie Kompetenzentwicklung über den Lebensverlauf oder
Aspekte von Persönlichkeit, Bildungsteilhabe, Integration und
Partizipation. Jedes Schlaglicht enthält eine Kernbotschaft, eine kurze
Erklärung sowie interaktive Grafiken, die die jeweiligen Befunde
visualisieren. Quellen und weiterführende Informationen sind ebenfalls
verlinkt. Die NEPS-Schlaglichter sind ein Angebot des Leibniz-Instituts
für Bildungsverläufe (LIfBi) und werden mit den Autor:innen der
Originalpublikationen abgestimmt. Das Angebot wird kontinuierlich
erweitert
Was ist das Nationale Bildungspanel?
Das Nationale Bildungspanel (NEPS) ist die größte Langzeit-Bildungsstudie
in Deutschland. Es untersucht Bildungsprozesse, ihre Bedingungen,
Ergebnisse und Folgen von der frühen Kindheit bis ins hohe
Erwachsenenalter. Mehr als 70.000 Teilnehmende sowie etwa 50.000 Personen
aus deren Umfeld werden dazu wiederkehrend befragt. Die gewonnenen Daten
stehen der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung. Mehr als 4.000
Forschende weltweit arbeiten bereits mit NEPS-Daten, bisher sind bereits
mehr als 1.900 wissenschaftliche Publikationen entstanden.
Originalpublikation:
Strobel, B., & Seuring, J. (2016). Spracherhalt oder Sprachverlagerung?
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 68, 309-339.
https://doi.org/10.1007/s11577
