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BÖL: Neues Duftstoffkonzept gegen Marmorierte Baumwanze im Obst- und Gemüsebau

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Die Marmorierte Baumwanze führt seit einigen Jahren zu erheblichen Schäden
im Obst- und Gemüsebau. Im Projekt „BIOBUG“, das im Bundesprogramm
Ökologischer Landbau (BÖL) gefördert wurde, haben Forschende einen
vielversprechenden Ansatz mit Duftstoffen entwickelt, mit dem der Befall
zukünftig deutlich reduziert werden könnte. Da die eingesetzten Substanzen
auf Naturstoffen basieren, ist die Methode vor allem auch für den
Ökolandbau interessant.

Das Bekämpfungskonzept beruht auf einem sogenannten Push-and-Pull und
Attract-and-Kill-System. Dabei werden die Schadinsekten zunächst mit
speziellen Duftstoffen aus der Obst- oder Gemüsekultur verdrängt, an eine
spezifische Lockstelle geführt und dort mit einem natürlichen Pyrethrum-
Extrakt getötet. Die Ausbringung der Duftstoffe im Bestand erfolgt über
spezielle Kapseln.

Für alle drei Schritte hat das Forschungsteam des Julius Kühn-Instituts
Dossenheim, der Hochschule Bielefeld und der Firma Biocare Biologische
Schutzmittel GmbH wirksame Substanzen gefunden. Eine Herausforderung ist
jedoch, dass die Insekten nur auf bestimmte Konzentrationen der Duftstoffe
reagieren. Sind diese zu hoch oder zu gering, bleibt die gewünschte
Wirkung aus.
Das eingesetzte natürliche Pyrethrum-Extrakt hat sich in Kombination mit
einer Öl- und Zuckerlösung als sehr wirksam zum Abtöten der Tiere
erwiesen. Mit dieser Formulierung werden Kapseln gefüllt, die von den
Wanzen angestochen werden. Das Kontaktgift wirkt so selektiv auf die
Schadinsekten und schont Nützlinge.

Die optimalen Duftstoff-Konzentrationen, die Kapselhülle und die
enthaltene Pyrethrum-Formulierung müssen in weiteren Arbeitsschritten noch
optimiert werden. Insgesamt hält das Forschungsteam die bisher
entwickelten Prototypen jedoch für eine vielversprechende Grundlage einer
duftstoffbasierten Pflanzenschutzstrategie gegen das Schadinsekt.

Hintergrund zu „BIOBUG“
Das vierjährige Projekt „Biotechnische Bekämpfung der invasiven
Marmorierten Baumwanze Halyomorpha halys im ökologischen Obst- und
Gemüsebau mittels Push-Pull-Kill-Verfahren auf Basis von
Aggregationspheromonen kombiniert mit Kairomonen (BIOBUG)“ wurde von
Forschenden des Julius Kühn-Instituts Dossenheim, der Hochschule Bielefeld
und der Firma Biocare Biologische Schutzmittel GmbH durchgeführt. Die
Fördermittel stellte das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung
und Heimat (BMLEH) über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) zur
Verfügung.