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Wasserstoffforschungsplattform WAVE-H2 eingeweiht: Technologien für eine klimaneutrale Industrie in die Praxis bringen

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Den Einsatz fossiler Energieträger in der Industrie reduzieren und
Prozesse flexibler, resilienter und klimaneutraler gestalten: Das ist das
Ziel der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
geförderten Industrieforschungsplattform WAVE-H2. Die neue
Transferinfrastruktur der Universität Stuttgart in Freudenstadt bietet
Unternehmen und Betrieben, die Anlagen, Komponenten und Software für die
Industrie herstellen, eine realitätsnahe Umgebung, um neue Energie- und
Wasserstofftechnologien zu entwickeln, in bestehende Systeme zu
integrieren und im industriellen Maßstab zu erproben.



Innovationen vom Labor in die Praxis bringen

„Mit WAVE-H2 haben wir jetzt etwas erreicht, auf das viele so lange
hingearbeitet haben: eine Testumgebung für Wasserstoff in industriell
relevanter Größenordnung“, erklärt Dorothee Bär, Bundesministerin für
Forschung, Technologie und Raumfahrt, anlässlich der Eröffnung des neuen
WAVE-H2-Standortes in Freudenstadt. „Innovationen kommen so schneller in
die Praxis. Unternehmen werden bei der Umstellung auf nachhaltigere
Produktionsmethoden unterstützt. Wir stärken die Region und gleichzeitig
den Industriestandort Deutschland.“

„Wenn wir unsere Klimaziele erreichen und gleichzeitig unseren Wohlstand
sichern wollen, brauchen wir Innovationen, die den Weg aus dem Labor in
die Praxis finden. Wasserstoff ist dafür ein zentraler Baustein“ betont
Cem Özdemir, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. „Mit WAVE-H2
haben wir eine Forschungsplattform, die genau das leistet, was wir
brauchen: Wissenschaft und Industrie ziehen dort an einem Strang, damit
aus einer guten Idee im Labor tatsächlich ein Produkt wird, das unsere
Betriebe am Ende nutzen können. So kommen gute Ideen aus der Forschung
dahin, wo sie gebraucht werden.“

„Der WAVE-H2-Campus in Freudenstadt zeigt, wie die Verzahnung von
Wissenschaft und Wirtschaft funktioniert: Hier werden der Zugang zur
Spitzenforschung, Test- und Entwicklungsinfrastruktur und Partnerschaften
von Anfang an zusammengedacht“, sagt Petra Olschowski, Ministerin für
Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. „Das
ermöglicht schnelle Innovationszyklen und eine enge Rückkopplung zwischen
Praxis und Anwendung und macht unseren Standort zukunftsfähig. So lassen
sich gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen bei der Dekarbonisierung
und der Energieversorgung der Zukunft finden.“

Gesamte Wasserstoffwertschöpfungskette abdecken

Mit der neuen Industrieforschungsplattform auf dem Gelände in Freudenstadt
geht der zweite WAVE-H2-Standort an den Start. Er ergänzt die im Januar
2026 eingeweihten Innovationsmodule von WAVE-H2, die auf dem Gelände des
Campus Stuttgart-Vaihingen an der ARENA 2036 angesiedelt sind. „Wir sind
stolz auf diese neue Infrastruktur, die Forschung und Transfer verbindet“,
erklärt Prof. Peter Middendorf, Rektor der Universität Stuttgart. „Sie
bietet ideale Voraussetzungen, um nachhaltige Energielösungen zu
erforschen und in die Praxis zu bringen, mit denen wir die Industrie
klimaneutraler machen und die Transformation der Wirtschaft vorantreiben
können.“

WAVE-H2 deckt die gesamte Wasserstoffwertschöpfungskette ab, von der
Erzeugung und Power-to-X-Technologien über die Entwicklung chemischer
Wasserstoffspeicher- und Brennstoffzellentechnologien bis hin zu
dezentralen Wasserstoff-Nutzungskonzepten. Forschende und Unternehmen
nutzen die Innovationsmodule in Stuttgart für Experimente im Labormaßstab.
Die Industrieplattform in Freudenstadt ermöglicht nun auch die Erprobung
im industriellen Maßstab. Die Institute für Energieeffizienz in der
Produktion (EEP)  und für Photovoltaik (ipv)  der Universität Stuttgart
haben WAVE-H2 aufgebaut und betreiben die neue Forschungs- und
Transferinfrastruktur.

Produktionssysteme energieeffizient und flexibel gestalten

„Technologien, die grünen Wasserstoff integrieren, öffnen der Industrie
einen weiteren Transformationspfad zur Klimaneutralität“, erklären Prof.
Alexander Sauer, Direktor des EEP, und Prof. Peter Birke,
Fachgebietsleiter für elektrische Energiespeichersysteme am ipv. „Grüner
Wasserstoff kann die Industrie insbesondere dort nachhaltiger machen, wo
Prozesse hohe Temperaturen erfordern und eine direkte Elektrifizierung nur
eingeschränkt möglich ist“. So kann Wasserstoff beispielsweise fossiles
Erdgas in industriellen Brennern und Öfen ersetzen, etwa beim Schmelzen,
Härten, Trocknen oder in Recyclingprozessen, und dadurch die CO₂-
Emissionen deutlich reduzieren. Darüber hinaus kann überschüssiger Strom
aus erneuerbaren Energien mithilfe von Elektrolyseuren in Wasserstoff
umgewandelt und gespeichert werden. Bei Bedarf lässt sich der Wasserstoff
anschließend in Brennstoffzellen oder Blockheizkraftwerken wieder zur
Strom- und Wärmeversorgung eines Produktionsstandorts einsetzen.

WAVE-H2 schafft die Infrastruktur, um solche Anwendungen und ihr
Zusammenspiel unter realitätsnahen Bedingungen im Labor- und
Industriemaßstab zu erforschen und zu erproben. Dabei geht WAVE-H2 über
die Entwicklung und Erprobung einzelner H2-Komponenten, wie zum Beispiel
Elektrolyseuren, weit hinaus und bettet sie ein in digitalisierte, KI-
gestützte Produktionssysteme, die resilient, energieeffizient und flexibel
sind.

Unterschiedliche Verbraucher einbinden

Auf dem Campus Stuttgart-Vaihingen erforschen die Wissenschaftler*innen
unter anderem wie Wasserstoff mittels Elektrolyse gewonnen und zu Gasen
wie Methanol oder Ammoniak weiterverarbeitet werden kann. Ein
Brennstoffzellen-Teststand ermöglicht die Forschung an der Umwandlung
chemischer Energie von Wasserstoff in elektrische Energie und Wärme. In
Freudenstadt steht neben der Erprobung einzelner Komponenten und Anlagen
vor allem die dynamische Energieerzeugung, -wandlung, -speicherung und
-nutzung in Gesamtsystemen im Fokus. Die Plattform ermöglicht unter
anderem auch die Integration verschiedener Verbraucher, um Wasserstoff im
Produktionsprozess flexibel zu nutzen und damit die Versorgung
kostengünstig und resilient zu gestalten.

Zum Projektverbund

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
fördert den Aufbau von WAVE-H2 („Wandlungsfähige, energieflexible und
vernetzte H2-Industrieforschungsplattform“) mit rund 36 Millionen Euro
(Laufzeit: 1.8.2021 – 31.3.2027). Die Institute für Energieeffizienz in
der Produktion (EEP) und für Photovoltaik (ipv) der Universität Stuttgart
haben WAVE-H2 entwickelt und aufgebaut. Sie betreiben die Plattform an
zwei Standorten: Die Innovationsmodule für die Grundlagenforschung sind an
der ARENA 2036 auf dem Campus Stuttgart-Vaihingen der Universität
Stuttgart angesiedelt und gingen im Januar 2026 in Betrieb, die
Industrieforschungsplattform für die praktische Erprobung neuer
Wasserstofftechnologien im September 2026 auf dem Campus Freudenstadt.