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MECAM heißt neue Fellows und die neue tunesische Co-Direktorin willkommen

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Das Merian Centre for Advanced Studies in the Maghreb (MECAM) heißt zu
Beginn des akademischen Jahres 2026–2027 neun Kurzzeit- und drei
Langzeitfellows in Tunis willkommen. Das neue akademische Jahr bringt auch
einen Wechsel in der Leitung des Zentrums mit sich: Prof. Emna Beltaïef
übernimmt die Position der tunesischen Co-Direktorin und tritt damit die
Nachfolge von Prof. Amel Guizani an.

Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Beltaïef ist Vizepräsidentin der
Université de Tunis. Gemeinsam mit dem deutschen Co-Direktor Julius
Dihstelhoff wird sie das wissenschaftliche Programm von MECAM mitgestalten
und die Zusammenarbeit des Zentrums mit tunesischen und internationalen
Partnerinstitutionen weiter ausbauen. Seit seiner Gründung im Jahr 2020
bringt MECAM Wissenschaftler:innen aus dem Maghreb, Europa und darüber
hinaus zusammen, um unter dem Leitmotiv Imagining Futures – Dealing with
Disparity gemeinsam relevante Fragen zu erforschen. In den vergangenen
sechs Jahren hat es sich zu einem Hub für offene Maghreb-Studien
entwickelt. Wie die Co-Direktor:innen von MECAM es formulieren: „Der
Maghreb wird nicht nur zu einem Forschungsfeld, sondern zu einer Region,
von der aus globale Fragen wie Ungleichheit, postkoloniale Vermächtnisse,
ökologische Herausforderungen, kultureller Wandel, Migration sowie Fragen
der Gerechtigkeit und Governance diskutiert und theoretisch reflektiert
werden können.“

Die diesjährigen Fellows kommen aus Deutschland, Frankreich, Tunesien, dem
Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten und weiteren Ländern. Sie
sind an Institutionen wie der École des Hautes Études en Sciences
Sociales, der Freien Universität Berlin, der Harvard University, der
Humboldt-Universität zu Berlin, dem King’s College London, der
Mediterranean School of Business, der SOAS University of London, der
Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne, der Université de Tunis und der
Université de Tunis – El Manar tätig. Ihre Projekte befassen sich mit
einem breiten Spektrum an Fragestellungen, von Migration, erzwungener
Mobilität und Erinnerung bis hin zu kultureller Zirkulation, politischer
Meinungsäußerung und literarischer Darstellung. Weitere Projekte
konzentrieren sich auf postkoloniale Literatur und Revolte, Folklore und
Radio, Wissensproduktion und akademische Mobilität, studentische Mobilität
und die Zukunft der Sahara, Druckkultur und islamische Geistesgeschichte
sowie Umweltgerechtigkeit, ökologische Vorstellungskraft, die Zukunft der
Jugend und städtische Ungleichheit. Die Projekte spiegeln die Breite der
fünf interdisziplinären Forschungsfelder von MECAM und sein Engagement für
innovative Wissenschaft im und über den Maghreb wieder.

Während ihrer Fellowships werden die Fellows an ihren individuellen
Projekten arbeiten und zum wissenschaftlichen Programm von MECAM
beitragen. Es umfasst verschiedene Formate, die den Austausch der Fellows
untereinander sowie mit Forschenden und Studierenden und einem breiteren
lokalen und internationalen akademischen Publikum fördern. Das akademische
Jahr beginnt mit einer Einführungswoche für die neuen Fellows vom 7. bis
9. September 2026 in Tunis, gefolgt von einem Studienbesuch an der
Université de Sfax. Die MECAM-Fellows werden außerdem an den Journées
culturelles d’automne an der Université de Tunis mitwirken.

Der internationale Austausch bleibt ein zentraler Bestandteil der Arbeit
von MECAM. MECAM-Mitglieder:innen werden auf dem 32. Kongress der
Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient (DAVO) in München vertreten
sein. Eine kleine MECAM-Delegation wird nach Delhi reisen, um am Workshop
„Southern“ Theory Formation: Maghrebian and Indian Approaches
teilzunehmen, der gemeinsam mit Kolleg:innen des International Center for
Advanced Study (ICAS)/Universität Erfurt und des Centre for the Study of
Developing Societies (CSDS) in Delhi organisiert wird. Der Workshop knüpft
an die Zusammenarbeit von MECAM mit anderen Merian-Zentren sowie seinem
Engagement für Partnerschaften im Globalen Süden an. Vom 14. bis 21.
November 2026 wird MECAM Studierende des Centrums für Nah- und Mittelost-
Studien (CNMS) der Philipps-Universität Marburg in Tunis zum Workshop
Urban Development & Postcolonial Memory empfangen. Dies ist Teil der
Bemühungen von MECAM, die bilaterale akademische Zusammenarbeit zwischen
Deutschland und Tunesien zu stärken.

In Berlin wird MECAM am 21. und 22. September 2026 am Forum Transregionale
Studien den Workshop Imagining Feminist Futures Across the Global South:
Comics in Protest Culture veranstalten. Er wird von Rasha Chatta (Freie
Universität Berlin/MECAM Fellow 2021) und Jasmin Wrobel (Ruhr-Universität
Bochum/Maria Sibylla Merian Centre Conviviality-Inequality in Latin
America [MECILA] Thematic Fellow 2025) konzipiert und geleitet. Im
Mittelpunkt des Workshops steht die Rolle von Comics, grafischen
Erzählungen und visueller Kultur im feministischen Aktivismus im Globalen
Süden. Am 25. September 2026 wird MECAM außerdem eine Vorführung des Films
Lella von Habib Ayeb im Rahmen der Reihe Rencontre Ibn Khaldun
organisieren, die im Cinema Moviemento in Berlin stattfinden wird.

MECAM wird von einem Konsortium aus sechs tunesischen und deutschen
Einrichtungen getragen: der Université de Tunis, der Université de Sfax,
der Philipps-Universität Marburg, der Universität Leipzig, dem German
Institute for Global and Area Studies (GIGA) in Hamburg und dem Forum
Transregionale Studien in Berlin, mit zusätzlichen Netzwerkpartnern in
Casablanca und Beirut. Diese institutionellen Partnerschaften bilden eine
wichtige Grundlage für die Arbeit von MECAM und sein internationales
Netzwerk. MECAM wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und
Raumfahrt gefördert und ist Teil des globalen Netzwerks der Maria Sibylla
Merian Centres for Advanced Studies, die die internationale Zusammenarbeit
in den Geistes- und Sozialwissenschaften weltweit fördern.