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Bahnindustrie: Technologische Führungsrolle annehmen u. Deutschland zum Referenzmarkt für modernste Bahntechnik ausbauen

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Aktuelle Studie.Bahnindustrie: Technologische Führungsrolle annehmen und Deutschland zum
Referenzmarkt für modernste Bahntechnik ausbauen

Rekord-Auftragseingänge, technologische Spitzenkompetenz und ein
wachsendes Investitionsvolumen kennzeichnen die aktuelle Situation der
deutschen Bahnindustrie. Das ergibt eine neue von der Hans-Böckler-
Stiftung geförderte Branchenanalyse, die die auf die Verkehrsbranche
spezialisierte Beratungsgesellschaft SCI Verkehr im Vorfeld der Fachmesse
InnoTrans 2026 erstellt hat.*

Deutschland kann gezielt als Referenzmarkt
für moderne digitale Bahntechnik genutzt werden, so die Studie. Auf der
Grundlage umfassender Daten der gesamten Wertschöpfungskette entwickelt
die Untersuchung zentrale Handlungsfelder für Forschung, Politik und
Wirtschaft. Die Expert*innen empfehlen:

- Deutschland zum Referenzmarkt zu machen, indem neue Technologien und
digitale Lösungen schneller eingeführt, in der Fläche skaliert und
international sichtbar gemacht werden.

- Die internationale Wettbewerbsfähigkeit aktiv zu flankieren, indem
Partnerschaften, Finanzierung und mittelständische Strukturen gezielt
unterstützt werden.

- Industrie- und Verkehrspolitik enger zu verzahnen, indem es durch
verstetigte Investitionen deutlich mehr Planungssicherheit gibt (siehe
auch die unten verlinkten Zusatzinformationen).

- Qualifikation und Digitalisierung durch die Sicherung von vorhandenen
und dem systematischen Aufbau neuer digitaler Kompetenzen zu stärken.

Die Studie hebt die grundsätzlich gute wirtschaftliche und technologische
Ausgangssituation der deutschen Bahnindustrie hervor. Der Umsatz der
Bahnindustrie entwickelt sich positiv, besonders sichtbar wird das im
Hochlauf der Infrastruktur. Im Fahrzeuggeschäft bleibt die Nachfrage im
Heimatmarkt dagegen hinter den Erwartungen. Auffällig auch, dass in den
vergangenen Jahren in Deutschland mehr als 400 bahnbezogene Patente pro
Jahr angemeldet wurden. Das ist im europäischen Vergleich ein Spitzenwert.
Die Studie betont, die Aufgabe liege nun darin, diese innovative Kraft
schneller in den regulären Betrieb zu bringen und im Heimatmarkt zu
skalieren.

Gerade die Digitalisierung der Infrastruktur bietet ein großes Wachstums-
und Innovationspotential. So sind in Deutschland beim europäischen
Zugbeeinflussungssystem ETCS derzeit weniger als zwei Prozent des Netzes
mit ETCS ausgerüstet; bis 2030 sollen 24 Prozent des deutschen
TEN-T-Netzes erreicht werden, also des deutschen Anteils an einem von der
EU definierten Netz wichtiger europäischer Bahnverbindungen. Das
Sondervermögen und die deutlich höheren Investitionen in die Schiene
schaffen dafür neue Spielräume. Entscheidend, so die Studie, ist nun, die
vielen Einzelprojekte zu einem verlässlichen Pfad zusammenzufügen. Mit
einer langfristigen Perspektive können Industrie und Betreiber Kapazitäten
aufbauen und Deutschland zum Referenzmarkt für digitale Bahntechnik
weiterentwickeln.

-Standort als Hebel für industrielle Wertschöpfung und
Wettbewerbsfähigkeit-

Im globalen Wettbewerb gewinnt ein verlässlicher Heimatmarkt an Bedeutung,
zumal auch direkte Exporte aus deutschen Werken anspruchsvoller geworden
sind. Die Studie verweist deshalb auf die Notwendigkeit, den Standort
Deutschland durch hochwertige Entwicklungs-, Integrations- und
Serviceleistungen – vom Engineering und der Systemintegration über
Komponenten und Software bis zu Instandhaltung und Modernisierung –
weiterzuentwickeln. Dabei gilt es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit
durch strategische Partnerschaften, politische Begleitung sowie geeignete
Finanzierungs- und Absicherungsinstrumente insbesondere für
mittelständische Anbieter aktiv zu flankieren.

Auch die sehr unterschiedlichen Transformationspfade der deutschen
Bahnstandorte (von Umbau und Überführung in den Bereich Verteidigung, dem
Verkauf von Werken an internationale Hersteller oder auch noch offene
Perspektiven) sind Thema der Studie. Auch hier gilt: Eine verlässliche
Nachfrage im Heimatmarkt und klare Investitionspfade sind die
Voraussetzungen, um auf lange Sicht Produktion, Service und qualifizierte
Beschäftigung in Deutschland zu sichern.

-Generationenwechsel als Modernisierungschance-

In der Bahnindustrie steht ein Generationenwechsel an: Die Studie
beziffert Herausforderungen, Chancen und Handlungsperspektiven für den
Aufbau neuer Kompetenzen in Digitalisierung, Software und
Systemintegration. So sind beispielsweise im Schienenfahrzeugbau 25
Prozent der Beschäftigten 55 Jahre oder älter; zugleich verfügen 87
Prozent der Beschäftigten über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder
einen akademischen Abschluss. Werden Investitionen in Infrastruktur und
digitale Systeme konsequent mit Qualifizierung verbunden, kann der
Übergang zu einer modernen, digitalen Bahn beschleunigt werden.